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3D-Betondruck: Mehrfamilienhaus in neun Wochen gebaut

In Illertissen entstand ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohneinheiten innerhalb von neun Wochen per 3D-Betondruck. Partner: Rupp-Gruppe, Instatiq, Schwenk u.a.

Von ABZ
Effiziente Bauweise in Illertissen
Die Wände eines Mehrfamilienhaus im 3D-Druckverfahren erstellt (im Bild während der Arbeiten). Der Rohbau ist in neun Wochen abgeschlossen gewesen. | Foto: Rupp

Illertissen (ABZ). – In Illertissen ist ein Mehrfamilienhaus mit 430 m² Gesamtwohnfläche und fünf Wohneinheiten im 3D-Druckverfahren entstanden.

Der geschlossene Rohbau wurde nach Angaben der beteiligten Unternehmen in neun Wochen fertiggestellt. Das Projekt realisierten die Rupp-Gruppe mit Rupp Gebäudedruck, Rupp Bauunternehmung und Holzbau Schirßner gemeinsam.

Weitere Projektpartner waren unter anderem die Unternehmen Instatiq (mobiler 3D-Betondruck), Schwenk (Materiallieferant), das Ingenieurbüro Mader (Planung und Statik) sowie die Firmen Gugelfuss und Beck+Heun (Fenster und Einbausystem).

Die Wandstärke konnte laut Statiker Martin Mader durch ein angepasstes statisches Konzept von 24 auf 20 cm reduziert werden.

"Dadurch konnten wir wertvolle Wohnfläche zurückgewinnen", sagt Mader. Die Wände sind alle tragend und kommen ohne Doppelwandsystem, zusätzliche Verstärkung oder Füllung aus.

Konventioneller Transportbeton

Für den Druck wurde konventioneller Transportbeton von Schwenk verwendet. "Dabei handelt es sich um konventionellen Beton, nicht etwa um eine Spezialmischung", so Thomas Neumann, Entwicklungsleiter bei Schwenk. Dies trage dazu bei, die Kosten niedrig und die Geschwindigkeit hoch zu halten. Zum Einsatz kam der mobile 3D-Betondrucker Instatiq P1. Ein digitales 3D-Modell diente als Vorlage für die millimetergenaue Umsetzung. Bereits während des Druckprozesses wurden Öffnungen für die technische Gebäudeausstattung integriert, wodurch nach Herstellerangaben aufwändige Nacharbeiten wie das nachträgliche Ausstemmen von Schlitzen entfallen.

Direkt nach Druck eingesetzt

Die Wandflächen werden formgenau gedruckt und anschließend gezielt aufgeraut, wo später Putz oder Dämmung haften sollen. Dies soll nachfolgenden Gewerken das direkte Weiterarbeiten ohne Wartezeiten ermöglichen.

Im Mehrfamilienhaus kommen das Windowment-System von Beck+Heun und Fenster von Gugelfuss zum Einsatz. Diese Bauelemente können laut den Beteiligten bereits während des Drucks oder direkt danach eingesetzt werden, ohne lange Warte- und Trocknungszeiten. Die Übergabe der fünf Wohneinheiten an die künftigen Bewohner ist für Anfang 2026 geplant. "So kommen wir und damit unsere Kunden in Rekordzeit zu ihrem neuen Zuhause", sagte Fabian Rupp, Geschäftsführer der Rupp-Gruppe.

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