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Liebherr-Mobilkran montiert schwere Schleusentore

Die beschädigte Schleuse Müden wurde nach einem Unfall dank Steil Kranen und Liebherr-Technik schnell repariert, sodass Schiffe an Weihnachten weiterkonnten.

Von ABZ
Effiziente Notschleusung an der Mosel
Der LTM 1650-8.1 hebt das 45 t schwere Schleusentor in Müden vom Tieflader – bei 18,5 m Ausladung kein Problem für den Giganten. | Foto: Liebherr

Ehingen (ABZ). – Die Mosel, mit einer Länge von 544 km der zweitlängste Nebenfluss des Rheins, ist eine bedeutende internationale Wasserstraße. 28 Staustufen ermöglichen den Binnenschiffen ein reibungsloses Vorankommen.

Der Ausfall einer Schleuse, wie im Dezember 2024, stellt jedoch einen erheblichen Einschnitt im Binnenverkehr dar.

Um in dieser kritischen Situation schnell und effizient handeln zu können, hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Mosel-Saar-Lahn seit Jahren einen Rahmenvertrag mit dem Trierer Kranverleih-Experten Steil. Dank dieser Zusammenarbeit und modernster Liebherr-Technik konnte das beschädigte Tor geborgen und ein neues eingebaut werden. Dazwischen spielte ein Liebherr-Mobilkran die Hauptrolle bei der Notschleusung der auf der Mosel festsitzenden Schiffe, erklärt der Hersteller.

Die Mosel, von der 384 km schiffbar sind, ist nicht nur wegen der landschaftlichen Reize und den hervorragenden Weinlagen bekannt. Seit dem 8. Dezember 2024 hat sie auch in Sachen Binnenschifffahrt und Logistik Schlagzeilen gemacht, als ein Binnenschiff die Schleuse Müden aufgrund eines Antriebsschadens stark beschädigte.

74 Schiffe konnten daraufhin nicht weiterfahren und das kurz vor Weihnachten. Das WSA Mosel-Saar-Lahn löste das Problem mit dem langjährigen Kranpartner Steil Kranarbeiten GmbH & Co. KG aus Trier, der sofort einen LTM 1200-5.1 an die Schleuse beorderte. Zuvor hatte der LTM 1650-8.1 bereits das beschädigte Tor geborgen.

Mit Hilfe eines sogenannten "Dammbalkens", das sind einfache Stahlsegmente, die in die Schleusen bei Wartungsarbeiten eingesetzt werden, konnte dank des Liebherr 200-Tonners notgeschleust werden. Das Team von Steil Kranarbeiten war rund um die Uhr im Einsatz und tatsächlich waren alle Binnenschiffer zu Weihnachten bei ihren Familien.

Ersatztore werden vorgehalten

Daraufhin wurde die Schleuse geschlossen und, wie Ulrich Zwinge vom WSA Mosel-Saar-Lahn berichtet, ein sogenanntes Ersatztor passend aufgearbeitet. In Trier werden Ersatztore vorgehalten, die je nach Einsatz in der speziellen Schleuse mit hydraulischer und elektrischer Ausrüstung angepasst werden. Diese Arbeiten begannen sofort. In der Rekordzeit von nur sieben Wochen waren die beiden Tore für die Schleuse Müden fertig, sagt Liebherr.

Am 24. Januar 2025 rückte Steil mit dem "großen Besteck" an, dem achtachsigen Liebherr LTM 1650-8.1 mit 52-Meter-Ausleger, der wenige Kilometer von Müden in einem Windpark arbeitete. Die Logistik vor Ort war kompliziert. Die beiden 45 t schweren Torflügel wurden auf einer Schubeinheit des WSV an das Oberhaupt der Schleuse transportiert und dort von einem 220-Tonner auf einen Fünfachs-Plateau-Auflieger verladen.

Anschließend legte der Sattelzug rückwärts 200 m zum Einbauort zurück, wo der LTM 1650-8.1 erst das Tor von der Waagerechten in die Senkrechte aufstellte und dann in die Einbauposition in die Schleuse hob. Dort musste das Tor so lange gehalten werden, bis die Halslager angeschlossen waren.

Bei 18,5 m Ausladung war das nach Angaben von Liebherr keine Herausforderung für den LTM 1650-8.1. Der Mobilkran war mit 75 t Ballast ausgerüstet und die 4 t schwere Hakenflasche wurde fünffach eingeschert. Kranfahrer Torsten Schneider konnte das Gerät schnellstmöglich an die Baustelle dirigieren, weil in unmittelbarer Nähe an einem Windpark gearbeitet wurde und der Kran somit kurzfristig verfügbar war. Schneider lobt seinen LTM 1650-8.1 als einen besonders aufbaufreundlichen Kran, der auch unter beengten Bedingungen schnell einsatzfähig sei.

Verschiedene Ausrüstungsmerkmale haben die Geschäftsleitung, bestehend aus Birgit und Christopher Steil sowie Daniel Gödert, zum Kauf von zwei dieser Krane bewogen, informiert Liebherr.

Sehr hohe Traglasten

Das eine ist die variable Abstützbasis VarioBase, die es erlaubt, den Kran auch unter sehr beengten Platzverhältnissen sicher zu betreiben und zudem sehr hohe Traglasten zu erzielen. Genauso wichtig ist der VarioBallast zur flexiblen Ballastierung bei räumlich schwierigen Situationen.

Bei der Schleuse Müden herrschte kein Platzmangel, sodass mit der maximalen Abstützbasis von 10 531 x 9578 mm gearbeitet wurde. Dennoch war das Aufrüsten der 96 t schweren Maschine herausfordernd, da sämtliche Gegengewichte über die Kranfront "angereicht" werden mussten, was den Aufbau auf dreieinhalb Stunden verlängerte. "Normalerweise", so Torsten Schröder, "ist der Kran in eineinhalb Stunden hubbereit".

Schlussendlich waren die zwei Hübe inklusive aller Nebenarbeiten bis zum Mittag erledigt und das Steil-Team konnte die Fahrt ins Wochenende antreten. Ulrich Zwinge vom WSA rechnet noch gut eine Woche für die Feinjustierung und Programmierung in Müden. Ende der ersten Februar-Woche ging die Schleuse Müden wieder in den regulären Betrieb.

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