Lennestadt (ABZ) | Druckluftbetriebene Erdraketen ermöglichen die grabenlose Herstellung von Hausanschlüssen für Wärme, Strom, Wasser oder Telekommunikation. Die Leitungen können dabei mit vergleichsweise geringen Eingriffen in bestehende Infrastruktur bis zum Gebäude verlegt werden. Das gilt unter anderem für Glasfaseranschlüsse (FTTH) und Leitungen im Zusammenhang mit der Energiewende. Die GRUNDOMAT P+ von Tracto ist für diesen Anwendungsbereich ausgelegt.
Erdraketen arbeiten beim Vortrieb nach dem Bodenverdrängungsprinzip. Der Boden wird während des Vortriebs in das umgebende Erdreich verdrängt und verdichtet. In die entstandene Erdröhre können laut Hersteller Kurzrohre mit glatten, außen nicht überstehenden Muffen, Kunststofflangrohre mit Außendurchmessern von 40 bis 160 mm oder Kabel sofort oder nachträglich eingezogen werden. Je nach Boden sind Verlegelängen von bis zu 25 m möglich.
Da der Vortrieb ungesteuert erfolgt, kommt der Zielgenauigkeit eine zentrale Bedeutung zu. Bei den GRUNDOMAT Erdraketen setzt Tracto nach eigenen Angaben auf ein Konstruktionsprinzip mit Vortrieb im 2-Takt-Verfahren. Die GRUNDOMAT P+ führt dieses Konzept nach Angaben des Unternehmens mit Anpassungen an die Anforderungen des heutigen Baustelleneinsatzes fort.
»Die GRUNDOMAT P+ ist keine komplette Neuentwicklung, sondern die konsequente Weiterentwicklung einer bewährten Technologie mit Blick auf die Baustellenbedingungen von heute und morgen. Deshalb haben wir auf die Rückmeldungen aus der Praxis gehört und genau dort angesetzt, wo Anwender im täglichen Einsatz den größten Nutzen erwarten: bei Zuverlässigkeit, Wartungsfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit«, so David Imhof, Leiter des Produktmanagements bei Tracto.
Bei der GRUNDOMAT P+ wurde laut Hersteller unter anderem die Kopfdichtung angepasst. Sie soll die Maschine besser vor eindringendem Schmutz schützen und dazu beitragen, die Zielgenauigkeit auch unter anspruchsvollen Bedingungen zu erhalten. Eine Führungsbuchse für den Meißel unterstützt nach Angaben des Unternehmens die Präzision und reduziert den Verschleiß.
Auch die Wartung wurde laut Hersteller verändert. Durch das servicefreundliche, einschraubbare Gehäusevorderteil sollen Verschleißteile schneller ausgetauscht und Stillstandzeiten reduziert werden.
»Entscheidend ist nicht nur, was eine Maschine auf dem Papier leistet, sondern wie zuverlässig sie unter realen Baustellenbedingungen funktioniert«, so Imhof. Anwender Florian Duraku berichtet dazu: »Tracto ist für uns ein sehr wichtiger Partner, denn die Erdraketen müssen natürlich unter allen Bodenbedingungen effektiv arbeiten: ob in kiesigem, nassem oder schlammigem Untergrund – und in dieser Hinsicht haben wir mit Tracto die besten Erfahrungen gemacht.«
Die GRUNDOMAT P+ ist laut Hersteller mit zwei unterschiedlichen Köpfen erhältlich. Für locker gelagerte, verdrängbare Böden steht ein Stufenkopf zur Verfügung. Für harte und stark verdichtete Böden ist die Maschine mit einem sogenannten Kronenkopf erhältlich. Dessen patentiertes Design ist laut Hersteller auf den Einsatz unter diesen Bodenbedingungen ausgelegt.
Für Arbeiten mit begrenztem Platzangebot bietet Tracto zusätzlich die GRUNDOMAT XS an. Die kompakte Ausführung ist laut Hersteller insbesondere für Hausanschlüsse und innerstädtische Baustellen vorgesehen. Durch die Bauweise können Start- und Zielgruben kleiner ausgeführt werden.
Die GRUNDOMAT P+ kann laut Hersteller mit unterschiedlichen Konfigurationen und Zubehör für verschiedene Verlegeverfahren eingesetzt werden. Das Angebot reicht von der Sofortverrohrung bis zum nachträglichen Rohreinzug.
»Nur wenn wir die Anwendungsfälle unserer Kunden genau verstehen, können wir die passende Lösung bereitstellen und gleichzeitig erkennen, welche neuen Lösungen der Markt künftig benötigt«, erklärt David Imhof.
Neben der Technik bietet Tracto nach eigenen Angaben weitere Dienstleistungen für den Einsatz der Erdraketen an. Dazu gehören Vorführungen, Finanzierungslösungen und Trainings. Die Schulungen können bei Tracto oder auf den Baustellen der Anwender stattfinden. Laut Unternehmen soll damit auch die Einweisung mehrerer Teams unter realen Baustellenbedingungen ermöglicht werden. Nach dem Kauf steht den Anwendern zudem ein Kundendienst zur Verfügung.