Neustadt am Rübenberge (ABZ). – Das Dachdeckerunternehmen Hanebutt übernimmt angesichts des akuten Fachkräftemangels im Handwerk eigenen Angaben zufolge die Verantwortung dafür, die Weiterbildung für Dachdecker(meister) mit der Gründung eines eigenen Instituts selbst voranzutreiben. Ziel der Institutsgründung sei es, Experten im eigenen Unternehmen zu fördern und die Innovation in der Branche aktiv zu beschleunigen.
Um Fachkräfte bestmöglich einzusetzen, bedarf es eines tieferen Verständnisses für deren individuellen Bedürfnisse. Deshalb bietet Hanebutt mit dem Institut laut eigener Aussage eine gezielte Aus- und Weiterbildung im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung für Handwerksmeister an, um ihnen zu helfen, sich nicht nur fachlich, sondern auch individuell weiterzuentwickeln. Während der Weiterbildung liegt der Schwerpunkt Unternehmensangaben zufolge auf dem unternehmerischen Wirken, der Führung von Mitarbeitern der Kalkulation und Marketingaktivitäten.
Das Hanebutt Institut stellt nach Abschluss eine Zertifizierung aus, wobei der erste Kurs als Einstiegsausbildung dient und das Zertifikatsprogramm bis zu eineinhalb Jahre dauert, so die Organisatoren. Der erste Workshop soll vollständig digital auf Deutsch durchgeführt werden. 2024 soll es zwei MasterEMPOWER-Weiterbildungen mit jeweils zwölf bis 40 Teilnehmern geben, die vollständig digital stattfinden. Das Kursangebot gliedert sich in drei Termine á zweieinhalb Tage, über vier Monate. Zur Verdichtung der Inhalte wird es laut Hanebutt ebenfalls eine Videoakademie geben. Laut einer KfW-Studie planen 190.000 Betriebe bis 2026 ohne Nachfolgeregelung aus dem Markt auszutreten. Drei Viertel (79 %) der Unternehmer beklagen den Mangel an geeigneten Kandidaten. Darunter auch etliche Handwerksbetriebe. Diesem Problem soll das Institut entgegenwirken.
Henning Hanebutt, Geschäftsführer der Hanebutt Gruppe und Gründer des Instituts: "Um das Fortbestehen und den Bedarf an handwerklichen Leistungen in Zukunft nicht zu gefährden, braucht es neue Impulse, da gegenwertige Angebote nicht ausreichen." Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) schätzt, dass in Deutschland bis zu 250.000 Handwerker fehlen. Hinzu kommen fehlendes Personal für die Nachfolge in Betrieben, die innerhalb der nächsten Jahre vor der Übergabe stehen. Aus einer Veröffentlichung des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen geht zudem hervor, dass in den kommenden fünf Jahren im Handwerk etwa 125.000 Betriebe beziehungsweise rund 78.000 Unternehmen zur Übergabe anstehen. Allerdings fehlen in vielen Betrieben die geeigneten Nachfolger.
Personell wird neben Henning und Heiner Hanebutt als gelernte und langjährige Dachdeckermeister mit mehr als 30 Jahren Erfahrung auch Sandra Hanebutt als Deep O.C.E.A.N. Expertin den Teilnehmern mit ihrer Expertise zur Seite stehen. Sie fokussiert sich in Ihrer Arbeit auf die Persönlichkeitsentwicklung der teilnehmenden Personen.