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Rotorblatt-Traversen von Ematec erleichtern Installation in Sachsen

Ematec AG optimiert mit RBC-D 50 Rotorblatt-Traversen Montage von Windrädern in Sachsen, beschleunigt Prozesse und ermöglicht Arbeiten bei stärkeren Winden.

Von ABZ
Herausforderungen der Windkraftmontage gemeistert
Mit den Rotorblatt-Traversen vom Typ RBC-D von Ematec sollen sich Rotorblätter besonders sicher und schnell montieren lassen. | Foto: Marian Ifrim/Leipziger Gruppe/eab New Energy

Königshain-Wiederau (ABZ). – Die Ematec AG aus Memmingerberg hat nach eigenen Angaben mit ihren Rotorblatt-Traversen RBC-D 50 zur Realisierung eines Windparkprojekts in Sachsen beigetragen. Demnach installierten die Leipziger Stadtwerke gemeinsam mit der eab New Energy GmbH und Enercon zwei Windenergieanlagen der EP-5-Generation in Königshain-Wiederau.

Diese sind im April dieses Jahres ans Netz angeschlossen worden. Die beiden Windräder vom Typ E-160 EP-5 E3 verfügen laut den Projektpartnern über eine Nennleistung von jeweils 5,6 MW und können bis zu 9000 Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgen. Die Anlagen sind nach Auskunft der Leipziger Stadtwerke für eine mindestens zwanzigjährige Betriebszeit ausgelegt. Zwei weitere Windräder entstehen derzeit im etwa 40 km entfernten Windpark Kleinschirma.

Bei der Montage der Rotorblätter setzte Enercon, ein Windkraftanlagenbauer mit Hauptsitz in Aurich, erneut auf die Rotorblatt-Traversen von ematec. "Die RBC-D von ematec ist aus unserem Montageablauf nicht mehr wegzudenken. Sie bietet uns die volle Prozesssicherheit und beschleunigt den Installationsablauf enorm", erklärt Matthias Jöde, Projektleiter von Enercon.

Die Rotorblätter lassen sich mit den RBC-D-Traversen in unterschiedlichen Winkeln montieren, informiert Ematec. Durch die integrierten Sensoren haben die Bediener stets den vollen Überblick und können Abweichungen in Echtzeit korrigieren. Sobald die im Vorfeld definierten Grenzwerte überschritten werden, stoppt das System automatisch.

Enercon kombinierte die RBC-Traverse mit dem Automatischen Positionierungssystem (APS) von Seasight Solutions. Dabei wurden zwei Propeller an die Ematec-Traverse angeflanscht, sodass bei der Installation der Rotorblätter auf Führungsseile verzichtet werden kann. "Das ist ein absoluter Gamechanger für den Projektablauf, denn wir können jetzt auf den Einsatz von Winden verzichten und haben daher einen viel geringeren Flächenbedarf", so Jöde.

Während über das traditionelle Verfahren mit Führungsseilen die Installation der Rotorblätter bis zu Windgeschwindigkeiten von 8 m/s möglich ist, können die Rotorblätter mit dem RBC-D-APS-System auch bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 10 m/s installiert werden. "Im Durchschnitt sparen wir durch den Einsatz des APS pro Baustelle 2,3 Tage Arbeitszeit ein, an denen die Installation sonst aufgrund der Witterungsbedingungen pausiert werden müsste", erklärt Klaas Schumann, Site Engineering Enercon.

"Die Einzelblattmontage der Rotorblätter hat wirklich reibungslos funktioniert. Das war schon beeindruckend. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es bei der Installation der ersten Anlage schon sehr neblig war", so Lara Forsans, Projektleiterin bei den Leipziger Stadtwerken. Die Rotorblattmontage wurde jeweils an eineinhalb Tagen ohne Probleme durchgeführt.

Die größte Herausforderung lag laut Forsans nicht in der Installation der Windkraftanlagen, sondern im Genehmigungsprozess und der Transportlogistik. Die Spediteure mussten mit den 80 m langen Rotorblättern durch Tunnel fahren und enge Kurven nehmen. Die letzten 13 km vom Umladeplatz zum Windpark legten die Rotorblätter auf einem Schwerlast-Selbstfahrer zurück.

Die Rotorblatttraversen der RBC-Generation von Ematec sind nach Herstellerangaben weltweit die ersten und einzigen Einzelblatttraversen, die sich automatisch und individuell auf das jeweilige Rotorblatt einstellen lassen und sich dabei stets selbst austarieren. Sie können Blätter mit einer Länge zwischen 45 und 110 m aufnehmen und bis zum Neigewinkel von ± 30° stabilisieren.

Das D in RBC-D steht für Double und bedeutet, dass zusätzlich zum unteren auch der obere teleskopierbare Greifer mit vierzehn hydraulisch bewegten und kardanisch aufgehängten Griffpads ausgestattet ist. Die Hydraulikzylinder der Greifer sind mit integrierten Sicherheitsventilen ausgestattet, die ein Herausrutschen des Rotorblattes unmöglich machen sollen.

Mit einer Hanghöhe von etwa 3,5 m erleichtert die RBC-Baureihe laut Hersteller das Kranmanagement erheblich. Die Traversen fahren automatisch in ihre Einsatzposition und das Anschlagen am Rotorblatt erfolgt in weniger als 30 min.

Die Green-Line-Varianten der RBC-Traversen werden von Hochleistungs-Akkus angetrieben, die für die Montage von drei Rotorblättern bei Temperaturen von bis zu –20 °C ausgelegt sind. Mit ihrer Transportgröße von etwa 14 x 3 x 2,95 m (L x B x H) und einem Eigengewicht von etwa 27 t (RBC-D 50) können die Traversen in Deutschland mit einer Dauergenehmigung nach § 70 StVZO gefahren werden. Enercon hat in den vergangenen Jahren bereits 30 Rotorblatt-Traversen der RBC-D-Generation von ematec bestellt und einen Großteil davon weltweit im Einsatz.

Mit ihrem Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 (EKSP) verfolgt die Stadt Leipzig das Ziel, den CO2-Ausstoß pro Kopf bis zum Jahr 2040 von 5,18 t (Stand 2020) auf 0,25 t reduzieren. In Sachsen soll die Jahreserzeugung erneuerbarer Energien bis 2030 um 10 TWh im Vergleich zu 2019 (6,3 TWh) gesteigert werden. Dabei sollen Windenergieanlagen eine entscheidende Rolle spielen, so die Leipziger Stadtwerke.

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