Aken (ABZ). – Nach dem verheerenden Elbe-Hochwasser von 2013 hat die Stadt Aken in Sachsen-Anhalt ein neues Regenrückhaltebecken errichten lassen. Das Bauwerk mit 1000 m³ Stauraum und integrierter Doppelpumpstation soll künftig große Regenmengen speichern und kontrolliert abgeben können.
Das Hochwasser im Juni 2013 hatte in der am Südufer der mittleren Elbe gelegenen Kleinstadt erhebliche Schäden verursacht. Als eine der größten Baumaßnahmen zur Hochwasserbeseitigung wurde anschließend die Maßnahme EM 37 umgesetzt. Der vierte und anspruchsvollste Bauabschnitt umfasste die Errichtung des neuen Regenrückhaltebeckens im Schrebergartenweg mit Bau- und Planungskosten von rund 2,7 Millionen Euro.
Die Stadt Aken vergab die Ausführung an die Osterburger Straßen-, Tief- und Hochbau GmbH (OST Bau). Die Planung übernahm das Dessauer Ingenieurbüro Bamberg & Nowsky. Das neue Becken war notwendig geworden, da das alte Pumpenbecken durch das Hochwasser zerstört worden war.
Ein wichtiger Planungsaspekt war laut Angaben der Beteiligten, dass die Einleitung von Oberflächenwasser der Stadt Aken in die Taube, einem Nebenfluss der Saale, die Menge von 165 l/s nicht überschreiten darf. Daher mussten Wasserspeichermöglichkeiten geschaffen werden.
Das Regenrückhaltebecken wurde in 6 m Tiefe eingebaut. Es besteht aus zwei geschlossenen Stahlbeton-Rahmensträngen (DN 6000) von jeweils 48 m Länge, die sich aus 34 Rahmenelementen zusammensetzen. Die Einzelteile haben Maße von 5,5 m Breite, 2,55 m Höhe und 2,8 m Länge bei einem Gewicht von 37 t je Rahmen.
Für die Montage kam ein 650-Tonnen-Mobilkran zum Einsatz. Die Verlegung der Rahmenelemente erforderte lediglich einen Kranstandort mit Tiefgründung für die Aufstandsfläche des Mobilkranes, der mit einer Hakenlast von 37 t und einer Auslage von 36 m ausgestattet war.
Mit der Fertigung der Betonelemente wurde Berding Beton beauftragt. Das Unternehmen übernahm nach eigenen Angaben die Komplettleistung aus einer Hand, zu der die Planung, Konstruktion inklusive Statik, Herstellung, Pumpenausrüstung sowie Lieferung und Montage gehörten. Alle Komponenten kamen aus dem Werk Badeborn.
"Die Entscheidung für ein Regenrückhaltebecken aus Beton ist eine sehr gute, da es sich um einen robusten, widerstandsfähigen und nachhaltigen Baustoff mit hoher Lebensdauer handelt", erläutert Uwe Dittrich, Betriebsleiter im Werk Badeborn von Berding Beton.
Ein Vorteil der Rahmenbauweise ist laut Hersteller, dass keine gesonderte Stahlbetonsohle erforderlich ist. Der Lastabtrag erfolgt über die Rahmenstiele in die Rahmensohle. Eine tragfähige Schottertragschicht mit entsprechendem Feinplanum reicht laut Beteiligten zur Aufnahme der Bodenpressung aus.
Als weitere Besonderheit hebt das Unternehmen das Dichtungssystem aus Doppelkeildichtung mit Scherlastübertragung hervor. Durch dieses System können Scherlasten, die beispielsweise durch unterschiedliche Setzungen entstehen, aufgenommen werden. Die Rahmenelemente müssen nach der Montage nicht verspannt werden.
Bauleiter Danny Milas von OST Bau sieht das Projekt als Erfolg an: "Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf. Alle Ausführungen erfolgten akkurat nach Planung. Die Bauzeit war sogar kürzer, was zu Einsparungen beim Verbau beziehungsweise der Grundwasserabsenkung geführt hat. Dank der Fertigteillösung seitens Berding Beton war außerdem eine kleinere Baugrube notwendig. Die Lieferung und Montage aller Rahmenelemente war nach nur vier Tagen geschafft!"