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HD Hyundai CE will ein »echter globaler Akteur« werden

Tessenderlo/Belgien (ABZ) | Zum Januar 2026 ist Sanho Shin zum neuen Chief Executive Officer (CEO) von Hyundai Europe im Bereich Construction Equipment (Baumaschinen) ernannt worden.

Im Gespräch mit Sanho Shin, CEO von Hyundai Europe.
Sanho Shin ist seit Jahresbeginn neuer Chief Executive Officer (CEO) von Hyundai Europe im Bereich Construction Equipment (Baumaschinen). | Foto: Cornelia Rachow

Tessenderlo/Belgien (ABZ) | Zum Januar 2026 ist Sanho Shin zum neuen Chief Executive Officer (CEO) von Hyundai Europe im Bereich Construction Equipment (Baumaschinen) ernannt worden. ABZ-Redakteurin Cornelia Rachow hat sich mit ihm über die Ausrichtung des Unternehmens in den kommenden Jahren unterhalten.

ABZ: Welche Prioritäten haben Sie sich zuerst gesetzt?

Shin: Zuallererst, wie Sie sehen, viele, viele neue Modelle, der Bagger der nächsten Generation ist der Meilenstein für unser Unternehmen, um ein globalisierter Akteur zu werden. Mein erster Auftrag, nachdem ich CEO wurde, ist es also, mit diesem Bagger der nächsten Generation auf dem europäischen Markt erfolgreich zu sein. Und darüber hinaus gibt es immer noch eine Menge innovativer Elemente, nicht nur die physische KI, sondern wir bereiten auch viele softwaregesteuerte KI-Technologien vor, um den Endnutzer und unsere Händler zufrieden zu stellen. Diese Initiative erfolgreich im Unternehmen zu etablieren, ist also meine Priorität.

ABZ: Welche strategische Rolle wird Europa für Hyundai CE in Zukunft spielen? Wie wichtig wird Europa für die gesamte Hyundai CE Gruppe sein?

Shin: Der europäische Markt ist unser »Testfeld«. Weil der europäische Markt der schwierigste Markt ist – bezüglich der Anforderungen der Kunden und des Grades des Wettbewerbs. Denn Europa, auch wenn Menschen außerhalb Europas sagen, Europa sei Europa, aber Europa ist nicht nur ein einzelnes Land. Deutschland hat eigene Anforderungen, Italien hat seine eigenen Anforderungen, Großbritannien ist ein riesiger Markt, das unterscheidet sich von den anderen europäischen Ländern. Aber nichtsdestotrotz, besonders wenn wir über Deutschland sprechen, legen wir bei der Entwicklung neuer Produkte den höchsten Standard fest. Für uns bedeutet der europäische Markt also das Umfeld, um zu sehen, ob unsere neue Technologie und unser neues Produkt angenommen werden oder nicht. Und wenn wir damit erfolgreich sind, entscheiden wir uns, dieses Produkt weltweit auszurollen.

ABZ: Wann erwartet Hyundai CE, in Europa als »Full-Line-Anbieter« wahrgenommen zu werden?

Shin: Im Moment sind wir bei den sehr beliebten Baumaschinen wie Baggern natürlich fast ein Full-Liner bei den Baggern. Wir entwickeln immer noch sehr große Bagger wie 150-Tonner oder 200-Tonner, aber wenn es um die stark nachgefragten Bagger-Tonnagen geht, sind wir fast ein Full-Liner bei den Kettenbaggern. Bei Mobilbaggern sind wir von 18 bis 22 t sehr gut aufgestellt. Kompaktmaschinen, wie ich gestern in der Präsentation hervorgehoben habe, da werden wir Schritt für Schritt mehr zum Full-Liner werden. Wir starten mit den für Südeuropa interessanten Kompaktladern und Kompakt-Raupenladern. Außerdem werden wir nächstes Jahr unseren eigenen kleineren Radlader auf den Markt bringen, welcher das Schlüsselprodukt für Deutschland ist. Aber im Vergleich zu anderen Wettbewerbern, die Straßenbaumaschinen wie Grader oder Fertiger anbieten, haben wir im Moment keinen Plan, diese zu entwickeln. Aber für die Erdbewegungsmaschinen haben wir unseren eigenen Plan, Schritt für Schritt zum Full-Liner zu werden.

ABZ: Skid Steers und CTLs sind kein automatischer Erfolg in Europa. Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Ihren Markteintritt mit den neuen Kompaktladern und mit dem neuen Mini-Raupenbagger?

Shin: Eigentlich konzentriert sich dieser Skid Steer mehr auf den südeuropäischen Markt, wie Italien oder Spanien oder Portugal. Aber wenn wir uns den allgemeinen Trend dieses Marktwachstums ansehen, sehen wir, auch wenn es in Europa immer noch ein kleiner Anteil ist, ein konstantes Wachstum bei diesen Ladern. Natürlich glaube ich nicht, dass wir in Deutschland kurzfristig eine signifikante Nachfrage nach Skid Steers haben werden, weil der deutsche Markt den Kompakt-Radlader als Alternative habt.

ABZ: Wo muss sich Hyundai CE beim Service in ganz Europa noch verbessern?

Shin: In dieser Branche hängt der Service davon ab, wie die Qualität des Händlers ist. Seit letztem Jahr haben wir ein viel hochwertigeres Händlernetz in ganz Europa. Wir erwarten also, dass bis Ende 2026, sobald die neuen Händler vollständig in unserem Prozess etabliert sind, das Qualitätsniveau des Service sprunghaft ansteigen wird. Zweitens: der KI-basierte Service. Denn letztendlich hängt die Qualität des Service davon ab, wie schnell wir das Problem analysieren und wie schnell wir die Lösung liefern.

ABZ: Wie wird »Comfort Intelligence« für Kunden im täglichen Betrieb greifbar werden?

Shin: Beim physischen Komfort ist es, denke ich, einfach, wie zum Beispiel, dass wir viel mehr Komfort-Optionen in die Kabine einbauen. Und ich habe den funktionalen Komfort erwähnt, der dazu führt, dass der Fahrer sich sicherer fühlt, wenn er die Maschine bedient. Und Sie wissen, unser Unternehmen ist führend im Sinne der autonomen Entwicklung. Allmählich führen wir einige dieser autonomen Technologien an der Maschine ein, was Sie derzeit als SAVM und E-STOP sehen. Auch hier befinden sich viele softwaregesteuerte Analysen im Entwicklungsprozess. Ein Beispiel ist PHM (Proactive Health Monitoring), dieses Ölanalyse-Tool als Standard an der Maschine. Dieses Tool wird analysieren, wie der Ölstatus ist, und es wird eine Warnung an die Benutzer und Händler geben. Damit die Besitzer das zukünftige Problem im Voraus erkennen können.

ABZ: Wie viel des europäischen Wachstums ist echter Marktanteilsgewinn? Was sind Ihre Erwartungen?

Shin: Wenn es um schwere Maschinen geht, exklusive Kompaktmaschinen, sind wir bereits auf der sechsten oder siebten Position. Mit den Baggern der nächsten Generation, denke ich, dass wir sogar unter die Top 5 bei den schweren Maschinen aufsteigen können. Aber das Problem ist der Kompaktbereich. 70 Prozent des Marktes im Sinne der Menge sind Kompaktgeräte. Ich muss zugeben, im Kompaktbereich sind wir weit hinterher, weil wir im Kompaktbereich viel mehr Wettbewerber haben als im schweren Bereich. Aber wiederum, durch diesen Kompaktlader, den Kompakt-Raupenlader, den wir und auch nächstes Jahr, wenn wir den Kompakt-Radlader auf den Markt bringen, werden wir Schritt für Schritt Marktanteile im Kompaktbereich gewinnen, sodass wir schließlich bis 2030 alles in allem, denke ich, die Position Nummer fünf in Europa erreichen werden.

ABZ: Wie wird sich Hyundai CE in Zukunft von Develon innerhalb der Hyundai-Gruppe abgrenzen?

Shin: Es gibt viele Wege zu differenzieren. Erstens, wenn wir das gesamte Programm vergleichen, haben wir immer noch viele unterschiedliche Produkte zwischen Develon und Hyundai. Selbst wenn wir eine gemeinsame Plattform haben, was allgemein bekannt ist, versuchen wir dennoch unterschiedliche Merkmale zu haben. Zum Beispiel, selbst unter der gleichen gemeinsamen Plattform, ist die Charakteristik der Maschine zwischen Develon und Hyundai ganz anders. Zusätzlich haben wir eine Differenzierung in der Software im Sinne der Feinabstimmung. Darüber hinaus ist »Comfort Intelligence« die Markenidentität von Hyundai, während Develons Identität »Powered by Innovation« ist.

Sie versuchen, mehr innovative Elemente einzubauen, anstatt sehr auf Komfort und Standard zu setzen. Und die beiden Marken werden getrennt existieren, es gibt keinen Plan, sie zusammenzuführen. Denn was bedeutet Marke in dieser Branche: Natürlich ist das Produkt sehr wichtig in der Bedeutung der Marke, aber auch das Händlernetz. Würden wir die beiden Marken nicht getrennt betrachten, müssten wir das Händlernetzwerk für eine der Marken aufgeben, das wollen wir nicht. Aber noch einmal, ich habe erklärt, was die globale Vision des Unternehmens für 2030 ist: Wir wollen das Geschäft ausweiten, um ein echter globaler Akteur zu werden. Wenn wir also eine Marke aufgeben, werden wir dieses Ziel niemals erreichen.

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