Düsseldorf (ABZ) | Die deutsche Klebstoffindustrie blickt auf ein rückläufiges Geschäftsjahr 2025 zurück. Weltweit erzielten deutsche Klebstoffhersteller einen Umsatz von 12,8 Milliarden Euro, 6,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Am Standort Deutschland ging der Gesamtumsatz über alle Produktgruppen um 1,2 Prozent zurück. Für 2026 zeichnet sich laut Industrieverbands Klebstoffe bislang keine grundlegende Trendwende ab.
»Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unsere Branche bleiben weiterhin sehr herausfordernd. Geopolitische Krisen, hohe Energiekosten sowie zunehmende regulatorische Anforderungen belasten uns und unsere Abnehmerbranchen zunehmend. Umso wichtiger ist die Schaffung von Rahmenbedingungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft am Standort Deutschland«, erklärt Dr. Kathrin Hein, Vorstandsvorsitzende des Industrieverbands Klebstoffe e. V.
2025 erwirtschaftete die Branche in Deutschland rund 1,7 Milliarden Euro mit Klebstoffen. Der Umsatz mit Klebstoffen sank um 2,5 Prozent. Klebebänder legten dagegen um 0,3 Prozent zu, zementäre Bauklebstoffe um 1,5 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten in deutschen Klebstoffunternehmen ging weltweit um 7,6 Prozent und am Standort Deutschland um 8,3 Prozent zurück.
»Die aktuelle Entwicklung zeigt einmal mehr, wie eng die Klebstoffindustrie mit der Gesamtentwicklung der industriellen Wertschöpfung verknüpft ist. Dennoch investieren unsere Unternehmen weiterhin in neue Technologien und innovative Lösungen, um die Transformation wichtiger Anwenderindustrien aktiv mitzugestalten«, erklärt Dr. Vera Haye, Hauptgeschäftsführerin des Industrieverbands Klebstoffe e. V.
Für 2026 bleiben die Aussichten laut Verband gemischt. Positive Impulse werden unter anderem aus der Metallverarbeitung, Elektronik, dem Maschinenbau und dem Bauhauptgewerbe erwartet. Für die Transportmittelindustrie sowie die Holz-, Möbel- und Papierindustrie bleiben die Aussichten verhalten.
Als technologische Entwicklung nennt der Verband Debonding-on-Demand. Dabei können Klebverbindungen durch einen kontrollierten chemischen, physikalischen oder mechanischen Impuls gezielt gelöst werden. Die Technologie soll Anwendungen für Reparatur, Wiederverwendung und Recycling unterstützen. Zum Einsatz kommen entsprechende Verfahren unter anderem in Elektronik, Fahrzeugen, Verpackungen und im Bauwesen.