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Bell B45E 4x4 bewährt sich im sächsischen Kalkwerk

Seit 2025 im Einsatz: der knickgelenkte Bell B45E 4x4 im sächsischen Kalkwerk Ostrauer Kalkwerke. Er sichert Transport, spart 25 % Kraftstoff.

Von ABZ
Knickgelenkter Muldenkipper
Der knickgelenkte Muldenkipper kommt im Zusammenspiel mit einem Hitachi-Großbagger zum Einsatz. | Foto: Bell

Ostrau (ABZ). – Seit Anfang 2025 ist ein knickgelenkter Muldenkipper Bell B45E 4x4 als neue Schlüsselmaschine im Dolomit-Abbau der Ostrauer Kalkwerke im Einsatz. Als Teil einer Systemlösung des Bell-Vertriebspartners Kiesel sichert der Allrad-Zweiachser jetzt den Transport in Produktion, Flächenerschließung und -verfüllung, informiert der Hersteller.

Der Abbau und die Verarbeitung von Dolomit als natürlicher Grundstoff für die mineralische Optimierung von Böden in der Land- und Forstwirtschaft haben eine lange Tradition in Sachsen. Alleine in der Region Döbeln – auf halber Strecke zwischen Leipzig und Dresden – wurde das kalzium- und magnesiumhaltige Mineral bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts in gleich mehreren Betrieben abgebaut. Letzter verbliebener Produzent sind die Ostrauer Kalkwerke im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Jahnatal, die nach der Privatisierung im Zuge der Wende von den heutigen Eigentümern um Geschäftsführer Ulrich Dürasch übernommen wurden.

Heute arbeiten insgesamt 35 Menschen im Unternehmen, das parallel zu großen Investitionen in Aufbereitungstechnik und Logistik über die vergangenen Jahre auch sein Lieferprogramm deutlich ausweitete. Neben Dolomitkalkprodukten für die Landwirtschaft, die über Vertriebspartner deutschlandweit und ins angrenzende Ausland geliefert werden, kam eine eigene Linie an Stallhygiene-Produkte hinzu.

Der Plattendolomit in Ostrau weist Mächtigkeiten von 10 bis 20 m auf. Er wird im Sprengverfahren selektiv abgebaut. Zuvor allerdings muss die bis zu 25 m hohe Überdeckung aus Oberboden und mergelhaltigen Material abgetragen und im Zuge der fortlaufenden Rekultivierung nach Plan verfüllt werden. Bei weiterlaufender Produktion der auf max. 300 t/h ausgelegten Aufbereitung sind dafür mehrere Monate in der absatzärmeren Wintersaison veranschlagt.

Förderkette neu aufgezogen

Rund 200.000 m³ Abraum auf gut 1,5 ha Fläche fielen für die Kampagne 2025 von Januar bis Mitte April an. In diesem Jahr setzten die Ostrauer Kalkwerke erstmals auf den knickgelenkten Allrad-Zweiachser Bell B45E 4x4. Der 41-Tonner kam im Zuge eines Feldtests Anfang Januar nach Ostrau, bei dem seine Eignung als Ganzjahres-Allrounder innerhalb einer Systemlösung des Bell-Vertriebspartners Kiesel auszuloten war. Gemeinsam mit einem bestehenden 35-Tonnen-Starrrahmenkipper als Backup soll er im Zusammenspiel mit einem Hitachi-Großbagger sowie einem 4,5-Kubikmeter-Radlader Hitachi ZW310 die Versorgung der meist im Zwei-Schichtbetrieb arbeitenden Aufbereitung übernehmen.

"Die Integration des Bell B45E 4x4 in die Ostrauer Produktionsabläufe verlief wie erwartet problemlos", berichtet Walter Michels, Kiesel Product Manager Muldenkipper. "Alle Parameter passten: Beginnend mit der Ladeleistung ab Haufwerk, wo die mit Muldenerhöhung und Heckklappe gehäuft rund 28,5 m³ fassende Gesteinsmulde einen sehr guten Füllgrad gewährleistet und damit die Chargenleistung immer bei den nominellen 41 Tonnen des Bell B45E 4x4 hält." Auch auf den rund 2000 m langen Umläufen mit Steigungen bis 20 % spielt der Bell-Zweiachser seine Stärken voll aus. "Der Allrad-Antrieb und die vollautomatische Retarder-Funktion an allen vier Rädern bieten auf der Strecke ein Sicherheitsplus, das sich gerade im Ostrauer Kalkwerk mit seinem ganzjährigen Mehrschichtbetrieb direkt in eine garantierte Verfügbarkeit übersetzen lässt."

Bei feuchter Witterung

Auch der Abraum-Einsatz wurde nach Aussage von Michels in die Berechnungen einbezogen. "Auf dem Papier stimmte wiederum alles – unsere ersten Eindrücke vor Ort ließen jedoch durchaus Zweifel an der hundertprozentigen Eignung des Allrad-Zweiachsers aufkommen." Bei extrem feuchter Witterung gruben sich selbst 6x6-Dumper auf besonders lehmig-sandigen Passagen regelrecht ein. Auch bei ständigem Wechsel der Fahrspuren wurden diese Stellen oft so schwer passierbar, dass ein produktiver Transport kaum mehr möglich war, informiert der Hersteller.

Dennoch nahm das Ostrauer Team um Werkstattleiter Enrico Hoffmann die Herausforderung an. Mehr noch: Aufgrund des Nutzlast- und Volumen-Vorteils des Bell B45E 4x4 schickte man nicht wie bisher vier Mulden ins Rennen, sondern stellte dem Zweiachser lediglich zwei angemietete 6x6-Dreißigtonner zur Seite. Durchschnittlich rund 44 t der stark bindigen Fracht wies die serienmäßige Onboard-Waage des Bell-Zweiachsers aus – mit 17,5-Kubikmeter-Mulden kamen die eingesetzten Dreißigtonner auf Einzelchargen von knapp über 28 t.

Auch auf den im Abraum knapp 1000 m langen Umläufen mit Steigungen bis 20 % soll sich der Bell-4x4 bewährt haben. Die 390 kW seines Mercedes-Benz Sechszylinder bringt die Baumaschine über eine Allison-Siebengang-Automatik und ein Kessler-Verteilergetriebe mit automatischer Differenzialsperre an beide Achsen. Dort sorgen Traktionskontrollen für den sicheren Vortrieb.

25 Prozent Kraftstoff einsparen

Die Verbrauchsdaten sind mehr als befriedigend: Durchschnittlich 20,6 l/h zeigte die Bordelektronik für den Bell B45E 4x4 nach knapp 1200 Betriebsstunden im Abraum mit Maximallasten bis 44 t. Im direkten Vergleich lagen die beiden eingesetzten Dreißigtonner mit Einzelchargen 28 bis 29 t bei 17 l – auf die Tonne umgerechnet ein Vorteil von 25 % für den Bell-Zweiachser, sagt der Hersteller.

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