Nussbaumen/Schweiz (ABZ). – "Hands on the future": Auf einer Fläche von rund 14.000 m² zeigt Liebherr auf der diesjährigen bauma 2025 nach eigener Aussage 70 zukunftsträchtige Exponate aus den Produktsegmenten Erdbewegung, Materialumschlag, Mining, Mobil- und Raupenkrane, Turmdrehkrane, Spezialtiefbau, Betontechnik und Komponenten.
Daneben präsentiert die Firmengruppe unter diesem Motto, wie sie zukünftige Herausforderungen schon jetzt angeht und als verlässlicher Partner Hand in Hand mit Kunden Lösungen erarbeitet. Themenpavillons und ein "InnovationLab" geben weitere Einblicke in die Technologie- und Innovationswelt. Die Zukunft gehört denen, die sie mitgestalten. Mit dieser Haltung präsentiert sich Liebherr auf einer Standfläche von rund 14.000 m² mit mehr als 70 Exponaten und diversen Technologien und Lösungen für die Branche.
Erstmals in der Öffentlichkeit
Besucherinnen und Besucher erleben verschiedene Neuheiten – oftmals handelt es sich um Maschinen und Innovationen, die Liebherr zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert, erläutert das Unternehmen. Unter anderem feiert das Produktsegment Erdbewegung mit dem T 38-7s, der neuen Generation 6 der Teleskoplader, auf der bauma Weltpremiere und setzt laut Liebherr neue Maßstäbe im Segment bis 4,2 t. Zudem steigt Liebherr mit dem neuen Modell T 48-8s erstmals in die 8-Meter-Klasse ein und erweitert das Portfolio im Industriesegment. Darüber hinaus soll es weitere Weltpremieren aus den Produktbereichen Mobil- und Raupenbagger, Mobil- und Raupenkrane, Spezialtiefbau sowie Materialumschlagmaschinen geben. Auf dem Freigelände im Bereich Betontechnik präsentiert Liebherr der Öffentlichkeit zum ersten Mal die neue Mobilmix-Baureihe. Die größte Variante mit einem 4-Kubikmeter-Doppelwellenmischer zählt demnach auch als absolute bauma-Neuheit. Durch das modulare Bausystem haben Kunden mehr Freiheit bei der Anlagenkonfiguration, kürzere Lieferzeiten, eine schnellere Montage sowie eine hohe Teileverfügbarkeit, erläutert der Hersteller. Verbesserungen an den Antrieben verringern den Stromverbrauch um bis zu 30 % und erhöhen die Wiegegenauigkeit, sodass pro Kubikmeter Beton bis zu 8 kg Zement eingespart werden können.
"InnovationLab"
Für zukunftsgerichtete Technologien der Firmengruppe steht vor allem das "InnovationLab" im Freigelände am Stand 810 bereit. Interessierte können ausgeklügelte Technologiekonzepte aus unterschiedlichen Produktsegmenten "hands-on" selbst auszuprobieren. Im "InnovationLab" zeigt Liebherr zum Beispiel die Entwicklung und Implementierung von Objekterkennung durch Maschinen, die mit entsprechenden Kamerasysteme und Sensorik ausgestattet sind. Sie sind Voraussetzung, um fortschrittliche Assistenzsysteme und autonome Maschinenoperationen sowie eine vorausschauende Wartung zu ermöglichen. Darüber hinaus präsentiert Liebherr als Technologiepartner effiziente und zugleich umweltverträgliche Produkte und Lösungen aus den Bereichen Digitalisierung und Antriebe, die teilweise bereits zum Einsatz kommen. "Die Digitalisierung zählt zu den bedeutendsten Handlungsfeldern unserer Zeit. Häufig wirkt sie zwar abstrakt und technologieorientiert, doch im Mittelpunkt stehen stets die Menschen und der reale Mehrwert. Unser Ziel ist es, über Wertschöpfungsketten hinweg praktischen Nutzen zu stiften. Daher gestalten wir Maschinen und Lösungen so, dass sie nachhaltig die Bedürfnisse unserer Kunden und Partner optimal erfüllen", betont Marcel Flir, Head of Digital Business and Strategy bei Liebherr.
Weg zur Maschinenautonomie
Eine autonom fahrende Maschine, teilautomatisierte Hübe und komplett digitalgesteuerte Produkte: all dies erwartet Besucherinnen und Besucher am Liebherr-Stand. Liebherr versteht die Digitalisierung als einen weitsichtigen, kontinuierlichen Prozess, den das Unternehmen in den kommenden Jahren weiter vorantreiben wird. Künstliche Intelligenz und das Internet of Things sollen zum Beispiel zukünftig stärker in sämtliche Maschinen und Arbeitsprozesse integriert werden. Zudem wird der Ausbau der Cloud-Infrastruktur vorangetrieben, um die wachsenden Datenmengen effizient zu verarbeiten und neue datengetriebene Geschäftsmodelle zu ermöglichen.
Auf der diesjährigen bauma spielen dabei die Aspekte intelligente Maschinensteuerungen, Assistenzsysteme und (teil-)autonome Abläufe eine besondere Rolle, auch weil sie die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine sowie zwischen Maschine und Maschine optimieren. Das reduziert wiederum zum Beispiel den Energieverbrauch sowie Stilstandzeiten der Maschine bei den Kunden – und stellt damit einmal mehr einen der für Liebherr wichtigsten Aspekt in den Fokus: die Kundenzentrierung und letztendlich das Erfüllen der Kundenbedürfnisse.
Moderne Assistenzsysteme und (teil-)autonome Funktionen erhöhen die Sicherheit und die Effizienz auf der Baustelle. Aus dem Produktsegment Turmdrehkrane wird auf der Messe die Schnelleinsatzkran-Serie K mit verbessertem Leistungsniveau, moderner Steuerung und neuem Betriebssystem zu sehen sein. Die vier Krane sind ausgestattet mit neuen, intelligenten Liebherr-Bedienerassistenzsystemen. Smarte Funktionen wie pendelfreies Anheben der Last ohne Schrägzug erhöhen die Sicherheit für Personen und empfindliche Bauteile. Außerdem sorgen sie bei teilautomatisierten Hüben für einen hohen Bedienkomfort. Aus dem Produktsegment Mobil- und Raupenkrane zeigt Liebherr dazu sieben Mobilkrane mit neuen Fahrassistenzsystemen wie Totwinkelassistent (Blindspot Information System, BSIS) und Anfahr-Informationssystem (Moving Off Information System, MOIS).
Sicheres Arbeiten im Bergbau
Weitere Neuheiten zeigt Liebherr aus dem Produktsegment Mining: Mit der digitalen Lösung IoMine für die Bergbauindustrie, erhöht das Unternehmen nach eigener Aussage das Sicherheits- und das Produktivitätsniveau bei den Betriebsabläufen in der Mine, reduziert mit der Echtzeit-Überwachung die Ausfälle von Maschinen und verlängert somit deren Lebensdauer. Dafür kombiniert die moderne Technologie das Internet of Things, Datenanalyse und Automatisierung, um eine intelligente und vernetzte Bergbauumgebung zu schaffen.
Daneben ermöglichen digitale Lösungen grundsätzlich das Sammeln relevanter Maschinen- und Prozessdaten. Die Analyse und Auswertung tragen dazu bei, die Maschineneinsätze und -wartung basierend auf den modernen Technologien präziser vorherzusagen und zuverlässiger zu planen. Auf der bauma zeigt die Produktsparte Komponenten dazu den "Energy Planner". Dabei handelt es sich um eine browserbasierte Software zur ganzheitlichen Planung des Leistungs- und Energiebedarfs einer Baustelle. Das Tool leitet aus jeder Bauphase zu den konkreten Maschinen, die sich verbrauchsbezogen in der App adaptieren lassen, die Energiebedarfe und die Ladephasen ab.
Ebenfalls auf dem Freigelände führt Liebherr eine Live-Demonstration eines autonom arbeitenden Radladers durch. Basis hierfür ist das selbst entwickelte autonome Fahrsystem "Liebherr Autonomous Operations", das erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die autonome Lösung, die sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befindet, ermöglicht einen komplett fahrerlosen Betrieb. Ebenso ist der batterieelektrische und autonome Mining-Muldenkipper der Bezeichnung T 264 auf der Messe mit von der Partie. Außerdem können Interessierte erleben, wie Liebherr mit dem Liebherr Remote Control System (LiReCon) für Planierraupen den Arbeitsalltag auf der Baustelle revolutioniert: Mit dem System lässt sich die neue 70-Tonnen-Planierraupe des Typs PR 776 G8 flexibel aus der Ferne steuern.
Zu weiteren Lösungen, die Liebherr auf der bauma zeigt zählen unter anderem Liebherr-Connect und das MyLiebherr-Kundenportal. Mit der neuen Version des mobilen Energiespeicher Liduro Power Port (LPO) der Baureihe 100 und dem Prototypen eines stationären Energiespeichersystems LPO 600 zeigt das Produktsegment "Komponenten" Möglichkeiten zur lokal emissionsfreien Energieversorgung von Baustellen in Verbindung mit einer elektrischen Maschine. Die mobile Stromtankstelle LPO 600 hat einen Bruttoenergiegehalt von 564 kWh und kann ausreichend Energie für große Maschinen beziehungsweise Flotten auch in Gelände ohne entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen.
Ein Highlight aus dem Bereich Wasserstoff ist der erste Prototyp eines Liebherr-Großradladers mit Wasserstoffmotor, verspricht der Hersteller. Wasserstoff sei gut geeignet, um große, schwer elektrifizierbare Fahrzeuge CO2-frei zu betreiben. Auf dem Freigelände präsentiert Liebherr den Prototyp. Gemeinsam mit Partnern entwickelt das Unternehmen innovative Lösungen für die mobile Betankung und die zuverlässige Versorgung mit grünem Wasserstoff. Die Bandbreite der alternativen Antriebstechnologien, an denen Liebherr technologieoffen arbeitet, ist groß und umfasst neben elektrischen Lösungen mit Batterie- oder Netzbetrieb auch alternative Kraftstoffe wie HVO (Hydrated Vegetable Oil, Hydratisiertes Pflanzenöl) sowie wasserstoff- oder ammoniakbasierte Antriebe – einige davon sind auf der bauma live zu entdecken.