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Fachmesse wächst

Von ABZ
Maschinenpraxis und persönlicher Austausch
Die OstBau bietet rund 40.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. | Foto: Hoffmann Baumaschinen

Börnicke (ABZ) I Wenn sich im Juni wieder schwere Baumaschinen über das Gelände in Börnicke bewegen, Hydraulikaggregate anlaufen, Radlader rangieren und Besuchergruppen zwischen Vorführflächen, Messeständen und Technikpräsentationen unterwegs sind, zeigt sich erneut, warum sich die OstBau innerhalb kurzer Zeit einen festen Platz im ostdeutschen Messekalender erarbeitet hat.

Vom 18. bis 20. Juni 2026 findet die Fachmesse bereits zum vierten Mal statt – und vieles deutet darauf hin, dass die Veranstaltung ihren Wachstumskurs fortsetzen will.

Dabei setzt die OstBau weiterhin bewusst auf einen Charakter, der sich spürbar von vielen großen internationalen Messeformaten unterscheidet. Statt auf maximale Inszenierung, gigantische Hallenkonstruktionen oder reine Marketingauftritte konzentriert sich die Veranstaltung vor allem auf Praxisnähe, Technik und den direkten Austausch zwischen Herstellern, Anwendern und Entscheidern der Bauwirtschaft. Genau diese Mischung scheint bei vielen Unternehmen auf Resonanz zu stoßen. Denn die Branche befindet sich weiterhin in einer Phase erheblicher Veränderungen. Digitalisierung, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit, Investitionsdruck, Energiefragen und der anhaltende Fachkräftemangel verändern Arbeitsabläufe und Unternehmensstrukturen spürbar. Gleichzeitig wächst in vielen Betrieben offenbar das Bedürfnis nach Veranstaltungen, die weniger theoretisch auftreten, sondern konkrete Lösungen und praxisnahe Anwendungen zeigen. Genau an dieser Stelle positioniert sich die OstBau.

Austragungsort bleibt erneut das Gelände der Hoffmann Baumaschinen GmbH in Börnicke bei Berlin. Dort entstand die Veranstaltung ursprünglich mit dem Ziel, eine eigenständige Plattform für die ostdeutsche Bauwirtschaft aufzubauen. Dass sich die Messe inzwischen deutlich über eine reine Regionalveranstaltung hinausentwickelt hat, zeigt bereits ein Blick auf die Zahlen der vergangenen Jahre. Nach Angaben der Veranstalter präsentierten zuletzt mehr als 90 Aussteller ihre Produkte, Dienstleistungen und Technologien auf rund 40.000 Quadratmetern Fläche. Auch für 2026 haben zahlreiche Unternehmen ihre Teilnahme bereits zugesagt. Darunter befinden sich sowohl langjährige Partner als auch neue Aussteller, die zusätzliche Impulse setzen sollen.

Die thematische Bandbreite bleibt dabei groß. Präsentiert werden unter anderem moderne Baumaschinen, Baustoffe, Umwelt- und Energietechnologien sowie digitale Werkzeuge für Baustellenprozesse. Gerade die Verbindung aus klassischer Maschinentechnik und digitalen Anwendungen dürfte auf der OstBau 2026 erneut stärker sichtbar werden, denn moderne Baumaschinen entwickeln sich zunehmend zu vernetzten Arbeitsplattformen. Sensorik, digitale Steuerungssysteme, Telematiklösungen oder Assistenzsysteme gehören inzwischen in vielen Bereichen längst zum Alltag. Gleichzeitig stehen Unternehmen unter wachsendem Druck, Prozesse effizienter zu gestalten und Ressourcen gezielter einzusetzen. Die OstBau greift diese Entwicklungen auf, bleibt dabei aber laut Veranstalter bewusst nah an der Baustellenrealität. Das zeige sich insbesondere bei den zahlreichen Live-Demonstrationen, die inzwischen zu den wichtigsten Bestandteilen der Veranstaltung gehören. Maschinen sollen nicht nur statisch präsentiert werden, sondern direkt im Einsatz erlebbar sein. Besucher können Arbeitsabläufe beobachten, Technik vergleichen und mit Herstellern unmittelbar ins Gespräch kommen. Gerade diese unmittelbare Verbindung aus Vorführung und persönlichem Austausch unterscheidet die OstBau aus Sicht vieler Beteiligter von klassischen Messeformaten.

Hinzu komme die besondere Atmosphäre der Veranstaltung. Während große Leitmessen häufig von dichtem Gedränge, festen Terminplänen und internationalem Messetrubel geprägt werden, soll die OstBau deutlich direkter und persönlicher wirken. Die Veranstalter beschreiben die Atmosphäre selbst als Mischung aus fachlicher Expertise und entspannter Gesprächskultur. Man kenne sich, spreche miteinander und diskutiere konkrete Herausforderungen ohne große Distanz.

Gerade für mittelständische Unternehmen scheint dieses Konzept attraktiv zu sein. Viele Besucher nutzen die Messe weniger für repräsentative Termine als vielmehr für konkrete Fachgespräche. Dabei gehe es häufig um sehr praktische Fragen: Welche Maschine eignet sich für bestimmte Einsätze? Welche digitalen Werkzeuge lassen sich sinnvoll integrieren? Wie können Prozesse effizienter gestaltet werden? Welche Lösungen helfen angesichts steigender Kosten und wachsender Anforderungen im Baustellenalltag tatsächlich weiter?

Ein weiterer Schwerpunkt bleibt das Thema Nachhaltigkeit. Ressourcenschonende Baustoffe, energieeffiziente Technologien und moderne Umweltlösungen gewinnen in der Bauwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig zeigt sich, dass Nachhaltigkeit in der Branche längst nicht mehr ausschließlich als Imagefrage betrachtet wird. Vielmehr geht es zunehmend auch um wirtschaftliche Faktoren, Energieverbrauch, Materialeinsatz und langfristige Investitionssicherheit.

Die OstBau versucht deshalb, diese Themen nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern unmittelbar sichtbar zu machen. Hersteller präsentieren neue Technologien, Anwender berichten aus der Praxis und Besucher erhalten die Möglichkeit, unterschiedliche Ansätze direkt miteinander zu vergleichen. Gerade dieser praxisorientierte Zugang zieht sich durch das gesamte Konzept der Messe. Das gielte auch für den Bereich Digitalisierung. Während auf vielen Veranstaltungen vor allem abstrakte Zukunftsszenarien dominieren, will sich die OstBau stärker auf konkrete Anwendungen konzentrieren. Digitale Werkzeuge sollen dort nicht als Selbstzweck erscheinen, sondern als praktische Unterstützung für Baustellenorganisation, Maschinenmanagement oder Arbeitsprozesse. Damit richtet sich die Messe bewusst an Unternehmen, »die weniger an Schlagworten interessiert sind als an tatsächlich nutzbaren Lösungen«.

Ein weiteres großes Thema bleibt laut Veranstalter die Fachkräftesicherung. Die Bauwirtschaft sucht weiterhin intensiv nach qualifiziertem Personal. Gleichzeitig verändert sich das Berufsbild vieler Tätigkeiten durch neue Technologien erheblich. Moderne Maschinen erfordern zunehmend digitale Kompetenzen, während gleichzeitig erfahrene Fachkräfte in vielen Bereichen fehlen. Auch diese Entwicklung soll auf der OstBau sichtbar werden.

Dass die Messe inzwischen weit über den ursprünglichen regionalen Rahmen hinaus wahrgenommen wird, zeigt sich, so die Organisatoren, auch an ihrer Entwicklung seit der Premiere. Innerhalb weniger Jahre entstand aus einer vergleichsweise jungen Veranstaltung ein Branchentreffpunkt mit wachsender Reichweite. Für viele Unternehmen ist die OstBau inzwischen offenbar deutlich mehr als nur eine Produktschau. Vielmehr dient sie als Plattform für Netzwerke, Gespräche und zukünftige Projektec.Der Standort in Börnicke unterstütze dieses Konzept zusätzlich. Das weitläufige Gelände ermöglicht nicht nur großzügige Ausstellungsflächen, sondern auch realitätsnahe Vorführungen großer Maschinen und Fahrzeuge, heißt es. Dadurch entsteht ein Messecharakter, der bewusst stärker auf Bewegung, Technik und Anwendung setzt als auf reine Standarchitektur.

Wenn die OstBau#4 im Juni 2026 erneut ihre Tore öffnet, dürfte deshalb erneut genau jene Mischung im Mittelpunkt stehen, die die Veranstaltung seit ihrer Gründung prägt: moderne Technik, praxisnahe Demonstrationen und persönliche Gespräche über die Zukunft des Bauens. Oder, wie es die Orbanisatoren selbst formulieren: »Inspirieren. Erleben. Bewegen.«

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