Hannover (ABZ) I Seit 2023 ist die Hagedorn Unternehmensgruppe am Großprojekt Südschnellweg in Hannover beteiligt. Gemeinsam mit den Projektpartnern der Arbeitsgemeinschaft Südschnellweg setzt das Unternehmen zentrale Maßnahmen im Rückbau, Erdbau und Spezialtiefbau um.
Das Infrastrukturprojekt mit einem Gesamtvolumen von rund 400 Millionen Euro ist bis etwa 2030 angelegt und zählt zu den bedeutendsten Verkehrsmaßnahmen der Region.
Ein zentraler Meilenstein wurde mit dem Rückbau der rund 484 m langen Bestandsbrücke im Frühjahr des vergangenen Jahres erreicht. Seither konzentrieren sich die Arbeiten auf die Herstellung der Baugruben sowie die Vorbereitung des Tunnelbaus.
Auf der Südseite wurde unter anderem die Schlitzwand als wesentlicher Bestandteil der Baugrubensicherung hergestellt. Parallel dazu erfolgte der Rückbau der Bestandsgründung. Aufgrund von Kampfmittelverdacht kamen hierbei besonders präzise Verfahren wie Seilsägen zum Einsatz.
Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt auf umfangreichen Aushubmaßnahmen: In einem Bauabschnitt wurden rund 55.000 m3 Boden trocken bis in eine Tiefe von etwa 13,5 m unter Geländeoberkante ausgehoben. In anderen Bereichen erfolgte der Aushub unter Wasser – hier wurden etwa 35.000 m3 Material mithilfe von Geräten auf schwimmenden Pontons bewegt.
Das anfallende Material wird dabei gezielt weiterverwendet: Rund 15.000 m3 konnten zur Dammerweiterung eingesetzt werden. Parallel dazu laufen vorbereitende Arbeiten für die Herstellung von Verankerungen, unter anderem durch Voraushubmaßnahmen.
Besonders anspruchsvoll sind die Arbeiten in den tunnelnahen Bauabschnitten, in denen Hagedorn den Aushub unter anstehendem Grundwasser ausführt. Während zentrale Bereiche der Baustelle trockenen Fußes bearbeitet werden können, gleichen die Baugruben an den Tunnelenden zeitweise großen Wasserbecken, informiert das Unternehmen.
Ein bedeutender Fortschritt wurde demnach mit der Herstellung der ersten Unterwasserbetonsohle erreicht. Diese bildet die tragende und abdichtende Grundlage für den späteren Tunnelbau.
Die Betonage erfolgte unter Wasser durch ein abgestimmtes Zusammenspiel aus Tauchern, Betonpumpen und Logistik: Der Beton wird kontinuierlich eingebracht und gezielt verteilt, sodass eine homogene, stabile Schicht entsteht. Entscheidend ist dabei ein unterbrechungsfreier Materialfluss, um die Qualität des Betons sicherzustellen.
Für einen Bauabschnitt wurden rund 1.600 m3 Beton in einem durchgehenden Prozess eingebracht – unter anspruchsvollen Witterungsbedingungen und mit hoher logistischer Präzision.
»Die Arbeiten am Südschnellweg zeigen, wie komplex moderner innerstädtischer Infrastrukturbau ist. Besonders der Nassaushub und die Betonage unter Wasser erfordern präzise Planung, eingespielte Abläufe und höchste technische Expertise«, sagt Anton Bartel, Projektleiter bei Hagedorn.
