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"Die namhaften Hersteller werden vertreten sein"

NUFAM 2025 zeigt Innovationen bei Nutzfahrzeugen, Alternativen Antrieben und neuer Außenflächen. Die Branche bleibt kämpferisch trotz Herausforderungen.

Von ABZ
NUFAM 2025
Jochen Bortfeld von der Messe Karlsruhe ist Projektleiter der NUFAM. | Foto: Messe Karlsruhe/Sandra Jacques

Die Nutzfahrzeugmesse NUFAM hat sich für dieses Jahr einiges vorgenommen – unter anderem wird die neue Fläche im Außengelände genutzt. NUFAM-Projektleiter Jochen Bortfeld von der Messe Karlsruhe verriet im Gespräch mit ABZ-Chefredakteur Kai-Werner Fajga, was auf der Messe zu sehen sein wird.

ABZ: Herr Bortfeld, die Stimmung in der Nutzfahrzeugbranche wurde in den vergangenen Monaten stark durch die wechselhafte Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump beeinflusst. Wie nehmen Sie die Stimmung unter den Ausstellern der NUFAM 2025 wahr?

Bortfeld: Die Herausforderungen nehmen angesichts des Klimawandels und der notwendigen Antworten auf diesen, wegen der wirtschaftlich schwierigen Lage und natürlich auch wegen der wechselhaften Zollpolitik nicht ab – im Gegenteil. Dennoch oder vielleicht auch deswegen ist die Stimmung in der Branche kämpferisch. Die Verkaufszahlen schrumpfen. Den Akteuren ist klar, dass sie handeln müssen. Und genau das tun sie. Sie entwickeln sich fort, bringen Innovationen auf den Markt. Und zeigen diese bei der NUFAM.

ABZ: Wie würden Sie das aktuelle Marktszenario im Nutzfahrzeugmarkt skizzieren?

Bortfeld: Die CO2-Bepreisung um ein Beispiel herauszugreifen, erzeugt Druck, da die steigenden Betriebskosten meist erst zeitverzögert weitergegeben werden können. Umso wichtiger ist es für alle Beteiligten, Optimierungspotential im gesamten Strang der Wertschöpfungskette zu identifizieren und zu nutzen. Daneben sind Förderprogramm wie das Programm "Umweltschutz und Sicherheit" unsicher. Aus der Branche kommt die Kritik, dass es technische Probleme, zu kurze Umsetzungsfristen für Maßnahmen und auch eine vorzeitige Erschöpfung der Fördermittel gibt. All das macht die Situation für Transportunternehmen aktuell recht schwierig.

ABZ: Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für Marktteilnehmer?

Bortfeld: Es gibt einige Herausforderungen, die die Nutzfahrzeugbranche zu bewältigen hat. Da geht es einmal um die Frage, welche alternative Antriebe künftig Maschinen antreiben werden. Der Nutzfahrzeugsektor nimmt eine gewichte Rolle bei der Frage ein, wie wir den CO2-Ausstoß künftig reduzieren können. Dass es Lösungen gibt, zeigen unsere Ausstellenden in diesem Jahr auf beeindruckende Art und Weise. Die namhaften Hersteller werden vertreten sein und jeder wird neben konventionell angetriebenen Fahrzeugen auch solche mitbringen, die batteriebetrieben sind oder mit Wasserstoff funktionieren. Mein Eindruck ist, dass die Branche Antworten auf die Herausforderungen hat. Nun geht es darum, diese Antworten publik zu machen und in Einsatz zu bringen. Die NUFAM ist hierfür die ideale Plattform. Wir nehmen auch wahr, dass immer häufiger neue Player auf den Markt drängen. All das, gepaart mit den wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands, die die Nutzfahrzeugbranche als erstes treffen, gibt es viel zu tun für Herstellende, Dienstleistende und alle, die in der Branche aktiv sind.

ABZ: Sie haben mit Ihrem Team ein umfangreiches Programm für die NUFAM auf die Beine gestellt. Was erwartet die Besucher in diesem Jahr?

Bortfeld: Die Besuchenden erwarten alle für die Nutzfahrzeugbranche relevanten Themenbereiche. Präsentiert wird dabei ein umfassendes Portfolio aus allen Gewichts- und Ausstattungsklassen. Von der Lösung für die letzte Meile über Transporter bis hin zu schweren Lkw – Besuchende der NUFAM erhalten einen umfassenden Überblick über die aktuelle und künftige Technik. Alternative Antriebe spielen bei uns natürlich wieder eine besondere Rolle. Und ich in diesem Jahr haben wir einen noch genaueren Fokus auf den Wasserstoffantrieb. Die Allianz Wasserstoffmotor bringt an zwei Tagen eine Sonderschau mit. Gezeigt wird die komplette Wertschöpfung – von Baumaschinen und Baggern sowie möglichen künftigen Transportwegen, also die gesamte Wertschöpfungskette. Wir haben am digitalen NUFAM DAY ausführlich mit den Verantwortlichen darüber gesprochen. Darüber hinaus haben alle namhaften Hersteller alternative Antriebe mit im Portfolio und zeigen diese auf der NUFAM.

ABZ: Was sind die Highlights der diesjährigen Messe?

Bortfeld: Ich freue mich, dass der beliebte Unimog-Parcours wieder zurück ist. Nach einer Pause 2023 konnte wir ihn wieder zur NUFAM bringen. Ohnehin haben wir unser Angebot für Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer, Baumaschinen-Experten, kommunalen Entscheiderinnen und Entscheidern sowie deren Familien noch einmal ausweiten können. Wir haben die NUFAM Action Zone im Angebot, das Truck Driver Forum ist wieder am Start. Daneben bieten wir ein fachlich ausgezeichnetes Programm. An zwei Tagen erwarten die Besuchenden Telematikvorträge, am Messesamstag dreht sich bei Charging@NUFAM dann alles um die Ladeinfrastruktur.

ABZ: Die NUFAM bietet in diesem Jahr das erste Mal die Möglichkeit, ein neues Außengelände zu nutzen, das Peter-Gross-Bau Areal. Was wird dort geboten, beziehungsweise was sind die Besonderheiten dieser Ausstellungsfläche?

Bortfeld: Auf das PGBA sind wir alle gespannt. Schon im Vorfeld war es für uns eine Freude, die Messe im Außenbereich zu planen. Auf dem Areal wird der Demo-Park platziert sein. Auf dem zeigen Ausstellende ihre Fahrzeuge in Action. Alle Vorführungen sind moderiert. Auch die NUFAM Action Zone ist im Außenbereich untergebracht. Für die Besuchenden bietet das PGBA die beste Anbindung an die Bundesstraße mit tollen Parkmöglichkeiten. Weniger als zwei Wochen nach der NUFAM, findet auf dem PGBA die Recycling Activ & Tiefbau Live statt. Vor kurzem spielten AC/DC auf der Fläche. Das zeigt die Wandelbarkeit unseres neuen Außenbereichs.

ABZ: Das Thema Fachkräftemangel nimmt auch in der Nutzfahrzeugbranche weiterhin einen hohen Stellewert ein. Wie können sich Besucher über Themen wie Aus- und Weiterbildung auf der Messe informieren?

Bortfeld: Sie sagen es, das Thema ist in der Branche allgegenwärtig. Wir arbeiten diesbezüglich mit dem Zentralverband Karossiere- und Fahrzeugtechnik zusammen. Der ZKF hat einen Gemeinschaftsstand. Auf dem präsentieren sich 13 Mitgliedsbetriebe und Fördermitglieder auf rund 600 Quadratmetern. Auf einer angrenzenden Sonderfläche wird der Ausbildungsberuf des Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikers beziehungsweise der -mechanikerin präsentiert. Auf 120 Quadratmetern wird zusammen mit dem Landesinnungsverband Baden-Württemberg der vielseitige Beruf mit seinen drei Fachrichtungen Karosserieinstandhaltungstechnik, Karosserie- und Fahrzeugbautechnik sowie Caravan- und Reisemobiltechnik praxisnah vorgestellt.

ABZ: Die NUFAM bietet in diesem Jahr rund 90.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, auf der rund 400 Aussteller ihre Produkte und Dienste vorstellen. Welche Hilfestellung zur Orientierung bieten Sie für Fachbesucher an?

Bortfeld: Bei der Vielzahl unserer Ausstellenden und bei der Größe der Ausstellungsfläche kann man tatsächlich ein wenig den Überblick verlieren. Wir bieten aus dem Grund kostenfreie Führungen an, die über den Ticketshop online gratis dazugebucht werden können. Die Classic-Führung zeigt einen Gesamtüberblick über die Branche und die NUFAM. Bei "New Mobility" können Besuchende alles Wichtige zu alternativen Antrieben erfahren. Und der Treffpunkt Kommunal ist passgenau auf die Bedürfnisse und Interessen von kommunalen Vertreterinnen und Vertretern abgestimmt.

ABZ: In diesem Jahr feiert der NUFAM DAY seine bereits dritte Ausgabe – und zwar digital. Was steckt dahinter?

Bortfeld: Wir habend en NUFAM DAY vor zwei Jahren ins Leben gerufen, weil wir auch im Nicht-NUFAM-Jahr mit Ausstellenden, Pressemenschen und NUFAM-Interessierten zusammenkommen wollten. Im ersten und zweiten Jahr fand der NUFAM DAY – bestehend aus einer Podiumsdiskussion mit anschließender Ausstellung – in Präsenz statt. In diesem Jahr haben wir uns für die digitale Version in Form eines etwa 40-minütigen Videos entschieden. Unsere Ausstellenden haben mit NUFAM, den Herausforderungen der Branche und der bauma im vergangenen Jahr sehr viel zu tun. Da dachten wir, wir drehen den Spieß um und fahren zu einigen selbst zu deren Firmensitzen. Außerdem hatten wir nach einer Möglichkeit gesucht, unser neues PGBA bestmöglich vorzustellen. Die Drohnenaufnahmen und das Video waren da die beste Möglichkeit. Das Video ist auf unserem YouTube-Kanal anzusehen.

ABZ: Welchen Service bieten Sie für Interessierte, die nicht selbst nach Karlsruhe kommen können?

Bortfeld: Die NUFAM ist nicht mehr nur eine Messe, die alle zwei Jahre stattfindet. Wir verstehen und als 365-Tage-Plattform für die Nutzfahrzeugbranche. Deswegen bieten wir in unserem News-Bereich auf der Webseite regelmäßig interessante Nachrichten aus der Branche an. Seit gut einem Jahr haben wir auch den NUFAM-Podcast im Angebot. Und natürlich sind wir auch auf Social Media – Instagram, Facebook, LinkedIn – aktiv.

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