Kempten (ABZ). – Das Kemptener Kommunalunternehmen (KKU) hat laut eigener Aussage sein bisher größtes Kanalbauprojekt erfolgreich abgeschlossen. Für die Erschließung des Baugebiets "Halde Nord" wurden in drei Jahren rund 9 km Kanalrohre verlegt und mehr als 700 Kunststoffschächte gesetzt.
"Im Grunde war das Projekt ,Halde Nord' eine normale Erschließung ohne riesige Rohrdurchmesser oder gewaltige Sonderbauwerke", erklärt Christian Lakeberg, technischer Leiter für Wasser und Abwasser beim KKU. "Die eigentliche Herausforderung war neben der Hanglage die schiere Größe der Baustelle." Organisation und Logistik seien komplex gewesen, da täglich Material termingerecht vor Ort sein musste.
Das KKU, ein kommunales Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen für die Stadt Kempten, arbeitet nach eigenen Angaben seit 15 Jahren mit dem Systemhersteller Rehau zusammen. Für Schmutz- und Mischwasserkanäle verwendet das Unternehmen ausschließlich PP- oder Glasfaserrohre.
Bei einem Durchmesser größer als DN 500 seien Glasfaserrohre laut Lakeberg meist die wirtschaftlichere Lösung. Da auf der "Halde Nord" kleinere Durchmesser ausreichten, wurden ausschließlich Kunststoffrohre eingesetzt.
Das Baugebiet umfasst eine Fläche von 100.000 m², auf denen 420 Wohneinheiten entstanden sind: Geschosswohnungsbau, Reihen- und Einfamilienhäuser sowie zwei Kindergärten und öffentliche Spielplätze. Für die Ableitung von Schmutz- und Regenwasser verlegte das Bauunternehmen Josef Hebel aus Memmingen ein Hochlast-Kanalrohrsystem auf einer Länge von 9 km. Zum Einsatz kamen Rohre vom Typ AWADUKT HPP SN16 mit einem Durchmesser von DN 160 bis DN 500 in den Farben orange für Schmutz- und Mischwasser sowie blau für Regenwasser. Durch die farbliche Kennzeichnung sollen sich bei einem Trennsystem Fehlanschlüsse vermeiden und die Wartung vereinfachen lassen, teilt der Hersteller mit. Zudem wurden rund 700 Kunststoffschächte vom Typ AWASCHACHT in den Nennweiten DN 800 und DN 1000 verbaut.
Das KKU setzt dabei auf ein durchgängiges System, bei dem nicht nur die Rohre, sondern auch die Schächte aus Kunststoff sind. In vielen Kommunen würden zwar bereits Kunststoffrohre verlegt, aber mit Betonschächten kombiniert.
Für die Rückhaltung und Behandlung des Straßenniederschlagswassers wurden 56 lokal angeordnete Tiefbeete mit darunterliegenden Blockrigolen vom Typ RAUSIKKO One angelegt. Die Speichermodule werden laut Hersteller bereits im Werk gefertigt und können auf der Baustelle als Plug & Play-Lösung eingebaut werden. Das Einschweißen der einzelnen Boxen vor Ort entfällt.
Ursprünglich war für das Projekt eine Bauzeit von vier Jahren veranschlagt. Tatsächlich konnte das Bauunternehmen die Arbeiten nach drei Jahren Ende 2023 abschließen. "Hier hat Rehau große Flexibilität bewiesen und sich dem gestrafften Zeitplan perfekt angepasst", lobt Lakeberg.
Rehau Industries ist auf der Messe RO-KA-TECH in Kassel in Halle 5 an Stand H5/B02 zu finden.