Burbach (ABZ). – Bei der Kanalerneuerung in Burbach haben die Gemeindewerke einen stark beschädigten gemauerten Schacht mit einem Preco-System saniert. Das neue, runde Schachtunterteil wurde dabei in das bestehende rechteckige Bauwerk eingepasst und mit Vergussmörtel fixiert..
In der Gemeinde Burbach laufen seit dem Frühjahr 2025 umfangreiche Tiefbauarbeiten zur Modernisierung der Infrastruktur. Betroffen sind unter anderem die Diesterwegstraße, die Jung-Stilling-Straße und die Stöckerstraße. Auf einem größeren Teilabschnitt wird ein modifiziertes Mischwassersystem in offener Bauweise installiert.
Ein besonderes Problem stellte das gemauerte Schachtbauwerk 822605 im Rechteckprofil in der Stöckerstraße dar. "Bereits die bestehende Übergangsplatte, die den Durchmesser zu den Schachtaufbauteilen reduziert, war von Rissen durchzogen", sagt Meik Pistor von der Gemeinde Burbach. Zusätzlich erschwerten Korrosion, lockere Klinker in der Berme und Grundwassereintritt über Mauerwerk und Gerinne die Funktionalität erheblich.
Teilsanierung verworfen
Da auch die darüberliegenden Schachtringe Risse aufwiesen, prüfte der Bauherr unterschiedliche Sanierungsvarianten. Eine ursprünglich geplante Teilsanierung mit Klinkererneuerung und Abdichtung erwies sich als unwirtschaftlich. Ein kompletter Neubau kam nicht in Betracht, da kreuzende Leitungen eine vollflächige Baugrubensicherung ohne aufwendige Umverlegungen ausschlossen.
Schließlich wurde die Entscheidung getroffen, mit dem PRECO-System zu sanieren. Dabei wurde das Schachtprofil von einem Rechteck 1500 x 1500 mm auf ein rundes Profil DN 1200 umgestellt. Der Zulauf DN 300 und der Ablauf DN 250 sind Teil des sanierten Bauwerks. Zusätzlich wurde ein blindes Zulaufgerinne integriert, um bessere Zugänglichkeit für Inspektionen in dem über 80° abgewinkelten Gerinne zu schaffen.
Spezialteile verwendet
"Hierbei handelt es sich um hochwertige Komponenten für Kanalschächte, die speziell für den Einsatz in Abwasser-Leitungssystemen entwickelt wurden", sagt Jörg Bückmann, Werkleiter Preco bei der ZNL P.V. Betonfertigteilwerke GmbH. Das System basiert auf Polyurethan (PUR), dass laut Hersteller extrem beständig gegen chemische Einflüsse wie Mineralsäuren, Basen und Salzlösungen ist.
Für den Schachtboden und die darüber liegenden Schachtringe kam die Ausführung PRECO-Konsequent PLUS zum Einsatz. Diese Version bietet nach Herstellerangaben zusätzlich zur Auskleidung auch eine Ummantelung der Spitzenden der Betonfertigteile. Dadurch entsteht laut Bückmann ein vollständig fugenloser Schutz von Rohranschluss zu Rohranschluss.
Die Arbeiten erfolgten auf einer Sohlentiefe von 3,5 m. "Nach dem Setzen und Ausrichten des Unterteils haben wir Absperrblasen in Zu- und Ablauf eingesetzt", erklärt Thomas Sy, Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice bei den Gemeindewerken Burbach. Anschließend wurde fließfähiger ombran MC FG plus Vergussmörtel bis zur Unterkante der Berme eingebracht.
Zusätzliche Aussparung
Nach einer Stunde war die Konstruktion hochfest und begehbar, sodass das Schachtrohr mit einer Höhe von 1,4 m aufgesetzt werden konnte. Nach dem kompletten Aufbau erreichte der Schacht eine Gesamthöhe von etwa 1,8 m. Danach wurden Betonschachtringe und der Konus aufgesetzt sowie eine Schachtleiter eingebaut.
Das blinde Zulaufgerinne wurde auf Wunsch des Bauherrn werkseitig eingebaut. "Da es im Schachtboden aufgrund der starken Abwinkelung in Richtung des Auslaufs nur schwer möglich gewesen wäre, Sanierungsgeräte oder Kamerasysteme einzuführen, wurde diese zusätzliche Aussparung geschaffen", sagt Pistor. Diese soll es ermöglichen, Geräte gezielt in den Ablauf einzuführen und bietet auch für eine geplante spätere Auskleidung des abgehenden Kanalrohres mit einem Schlauchliner ideale Voraussetzungen.