Hampton/USA (ABZ). – Das Unternehmen Max Wild hat nach eigener Aussage bei seinem ersten Heavy-Move-Projekt in den USA eine 2500 t schwere Schildmaschine mit 14 m Durchmesser auf engstem Raum um 180 Grad gedreht.
Der Einsatz war Teil der Hampton Roads Bridge Tunnel Expansion in Virginia. Die Baustelle in Virginia ist Teil eines der größten Infrastrukturprojekte in den USA und umfasst die Erweiterung von Straßen, Brücken und einem Tunnel entlang des Highways I-64, der die Küstenhafenstädte Hampton und Norfolk verbindet. Parallel zu den zwei bestehenden Tunneln entstehen zwei weitere, rund 2,5 km lange Tunnel unterhalb des Gewässerbettes in gut 38 m Tiefe.
Das Gesamtbudget beläuft sich dem Unternehmen zufolge auf über 3,9 Milliarden US-Dollar. Bauherr ist das Virginia Department of Transportation (VDOT), beaufsichtigt wird das Projekt vom Bau-Joint-Venture Hampton Roads Connector Partners.
Um den neuen Zwillingstunnel anzulegen, bohrte sich die Tunnelbohrmaschine der Herrenknecht AG zuerst von Süd nach Nord, von Norfolk nach Hampton. Dort angekommen, musste der vordere Teil der TBM, die Schildmaschine, um 180° gedreht werden, um anschließend auf dem Rückweg den zweiten Tunnel zu bohren.
Als Spezialtechnik kamen insgesamt 16 Fluidts-Lastmodule von Max Wild zum Einsatz. "Mithilfe unseres einzigartigen Fluidts-Verschubsystems hat Herrenknecht die 14-Meter-Durchmesser große und 2500 Tonnen schwere Schildmaschine gedreht", erklärt Gerd Chmeliczek, Oberbauleiter Heavy Move bei Max Wild.
Das Besondere an der Fluidts-Verschubtechnik: Damit lassen sich nach Angaben des Herstellers tonnenschwere Maschinen, Geräte oder Bauteile mit einem Hub bis zu 25 cm anheben und direkt an Ort und Stelle verschieben. Das System besteht aus mehreren Lastmodulen. Jedes kann bis zu 250 t heben und setzt sich aus einem Lastzylinder und einer Lastplatte zusammen. Eine Membran in der Lastplatte wird mit Stickstoff gefüllt, wodurch die Last mit nur einem Prozent Reibung gleitet.
Bei engen Platzverhältnissen, wie im Schacht, spielt die Fluidts-Verschubtechnik ihre Vorteile aus. "Unser Equipment ist relativ kompakt. Andere Techniken haben im Schacht nicht genug Platz, um diese 180-Grad-Drehung der Schildmaschine zu leisten", so Chmeliczek.
Mittels der Fluidts-Verschubtechnik bewegt sich die Last mit 1 m/h. Die 180-Grad-Drehung der Schildmaschine nahm einen Tag in Anspruch, der gesamte Einsatz mit Vor- und Nachbereitung dauerte zwei Wochen.
"Unser erstes Heavy-Move-Projekt in den USA und dann gleich solch eine Baustelle. Das ist ein bisher einmaliges Erlebnis in unserer Firmengeschichte", sagt Markus Wild, einer der Geschäftsführer der Max Wild GmbH.