Seevetal (ABZ). – An einem Wohnhaus im niedersächsischen Seevetal waren innerhalb der Dachkonstruktion die vor dem eigentlichen Steildachbereich befindlichen Flachdachbereiche nicht mehr funktionstüchtig und mussten erneuert werden.
Von der Sanierung betroffen waren nicht genutzte, einschalige Dämmdächer sowie ein als Dachterrasse genutzter Teilbereich.
Mit den Dachsanierungsarbeiten wurde die Firma B & F Bedachungen GmbH im benachbarten Stelle beauftragt. Zuerst mussten alle Einzelschichten der Flachdächer, die dazugehörigen An- und Abschlüsse sowie die Einbauteile komplett entfernt werden. Im Rahmen des Neuaufbaus wurde zunächst auf der mit einem Kaltbitumenvoranstrich vorbehandelten Betontragschicht eine Elastomerbitumenschweißbahn mit Trägerlage aus Aluminium-Polyester-Kombination und Glasvlies als Dampfsperre aufgeschweißt. Darüber wurde eine Gefällewärmedämmung aus trittfesten Polystyrol-Hartschaumplatten (EPS) aufgeklebt.
Die Baubeteiligten hatten sich nach Berücksichtigung aller Randbedingungen für eine elastomere Abdichtungsbahn auf Basis des Synthesekautschuks EPDM als neue Abdichtung entschieden. Dieser Materialtyp steht in stofflicher Hinsicht vorrangig für ein dauerelastisches Verhalten in Verbindung mit einer sehr hohen Alterungs- bzw. Witterungsbeständigkeit. Daraus resultiert für derartige Dachabdichtungen eine überdurchschnittlich hohe Nutzungsdauer. Das unabhängige Prüfinstitut Süddeutsches Kunststoffzentrum (SKZ) bescheinigt dem Material eine Gebrauchsdauer von mehr als 50 Jahren.
EPDM-Abdichtungsbahnen können vielseitig eingesetzt werden, sowohl für den Neubau als auch für die Sanierung von genutzten und nicht genutzten Dächern, jeweils in einlagiger Verlegeweise. Der gewählte Bahnentyp des Herstellers Carlisle Europe mit der Bezeichnung RESITRIX SK W Full Bond ist mit einer innenliegenden Verstärkung aus Glasgelege ausgerüstet und unterseitig zusätzlich mit selbstklebendem Polymerbitumen beschichtet, informiert der Hersteller. Gemäß DIN 18531 besitzt diese Bahn die Eigenschaftsklasse E1 als einlagige Abdichtung und erfüllt mit einer EPDM-Dicke von 1,6 mm die höchste Anwendungskategorie K2.
Aus Sicht der Verlegefirma kamen noch weitere Vorteile für die beschriebene Abdichtungsbahn in Betracht: RESITRIX SK W Full Bond wird ohne Einsatz einer offenen Flamme verlegt und somit ohne Brandgefahr. Das betrifft nicht nur die Untergrundverklebung, sondern auch die Nahtfügung, die ausschließlich mittels Heißluftverschweißung erfolgt. Dabei wird die unterseitige Selbstklebeschicht aus Elastomerbitumen in den Schweißvorgang integriert. Somit können alle Bahnen angeschnitten und zielgerichtet weiter verwendet werden, bei dem vorhandenen kleinflächigen Dachgrundriss ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Alle An- und Abschlüsse werden mit dem gleichen Material ausgebildet, wobei auch hier individuell angepasste und zugeschnittene Bahnenabschnitte verwendet werden konnten. Die Verlegung erfolgt in gleicher Weise wie im Flächenbereich. Für eine windsogsichere Verbindung mit dem Untergrund konnten die Bahnen nach dem Auftrag des Systemprimers FG 40 direkt auf die unkaschierte EPS-Wärmedämmung geklebt werden. Ebenso in Bereichen des Attikaabschlusses am Dachrand sowie am Übergang zum vorhandenen Dachpfannen-Steildach. Zusätzliche Bitumenbahnkaschierungen oder andere Vordeckungen wurden daher nicht benötigt.
Die Dachterrasse wurde zur Schaffung einer begehbaren Nutzung zusätzlich mit einer Schutzlage aus Bauschutzplatten und abschließend mit einem WPC-Belag auf der Unterkonstruktion belegt. Die Eindichtung der in diesem Bereich befindlichen Brüstungsstützen sowie die Anschlüsse an die Fenster- beziehungsweise Türfront konnten handwerkerfreundlich mit der zum System gehörigen Flüssigabdichtung LIQUISEAL 1C SF ausgeführt werden. Innerhalb der nicht genutzten Flächenbereiche wurden zusätzlich nach Vorgabe des allgemeinen technischen Regelwerkes Sekuranten eingebaut und mit passgerechten Manschetten überstülpt.
Die wasserdichte Verbindung der Flächenabdichtung mit diesen Manschetten wurde mittels Heißluftverschweißung hergestellt. Für die Haupt- und Notentwässerung wurden Einzelgullys sowie Attikagullys, jeweils aus Edelstahl, verwendet. Die Flächenabdichtung konnte auch hier mit den werkseitig vorhandenen RESITRIX Anschlussmanschetten mittels Heißluft verschweißt werden. Insgesamt stellt die beschriebene Dachsanierung ein gelungenes Beispiel für eine dauerhaft funktionssichere und nachhaltige Lösung dar.
Nicht zuletzt auch wegen der objektspezifischen, fachgerechten Schulung der Mitarbeiter der Verlegefirma durch die Carlisle Anwendungstechnik konnte das Bauvorhaben erfolgreich abgeschlossen werden.