Cham/Schweiz (ABZ). – Nach viereinhalb Jahren ist der Einsatz zweier Turmdrehkrane vom Typ WOLFF 1250 B am Schweizer Grimselpass beendet. Die Krane waren beim Bau der Ersatz-Staumauer Spitallamm auf knapp 2000 m Höhe im Einsatz.
Im Juni wurde die neue Staumauer offiziell eingeweiht. Laut Angaben des Herstellers bewegten die beiden XXL-Wippkrane während der Bauzeit rund 500.000 t Beton in insgesamt etwa 32.000 Hüben. Aufgrund der hohen Arbeitsfrequenz musste pro Saison an jedem Kran zweimal das Hubseil gewechselt werden.
Für den Einsatz am Grimselpass entwickelte Wolffkran eigens das XXL-Turmelement TV 60 mit 6 m Seitenlänge. Es bildete die untere Basis für die knapp 100 m hohen Krane, die beide auf einem über 1500 t schweren Betonfundament ruhten – im Schnitt zehn Mal schwerer als ein herkömmliches Fundament.
"Standardtürme und -fundamente hätten den extremen Wetterbelastungen nicht standgehalten. Mit dem TV 60 konnten die Wölffe freistehend arbeiten", erklärt Ralph Stump, Managing Director Wolffkran Schweiz AG.
Die kurze Bauphase von Mai bis Oktober machte einen 24/7-Betrieb in drei Schichten notwendig. Sechs Kranführer – zwei Frauen und vier Männer – arbeiteten nach dem Schema sieben Tage arbeiten, drei Tage frei, acht Stunden pro Schicht auf dem Kran.
Zusätzlich erschwerten die Gebirgsbedingungen den Einsatz: dichter Nebel innerhalb weniger Minuten, meterhoher Schnee über Nacht, Lawinen und Stürme. Trotz der Anforderungen sei die Nachfrage nach diesem Einsatz hoch gewesen, berichtet das Unternehmen.
Für die Wintermonate entwickelte Wolffkran ein spezielles Überwinterungskonzept. Jeder Kran wurde in der Wintersaison drei Mal täglich automatisch bewegt. Hubwinde, Winde des Einziehwerks sowie der Schaltschrank wurden mit Spezialmatten eingepackt.
Der Abbau begann im Oktober 2024, im Juni 2025 wurden die letzten Teile ins Tal transportiert. Insgesamt umfasste der Transport 4205 m³ Kranvolumen mit 1281 t Gesamtgewicht, verteilt auf über 60 Lkw-Fahrten, teils mit Überbreite.
Die beiden Krane werden nach Angaben von Wolffkran direkt zur nächsten Baustelle transportiert: dem Prince-Mohammed-Bin-Salman-Stadion in Qiddiya in Saudi-Arabien. Auch dort soll das TV 60 freistehende Turmhöhen von rund 100 m ermöglichen.
Das Interesse an dem Krankonzept sei über die gesamte Bauzeit sehr groß gewesen, berichtet Stump. Zahlreiche Fachleute und Vertreter von Bauunternehmen, Planer und Fachingenieure hätten die Baustelle besucht. Das Unternehmen führe bereits Gespräche über mögliche Folgeprojekte.