Września/Polen (ABZ) | Volkswagen Nutzfahrzeuge hat bei der Erweiterung seines Werks im polnischen Września das Richtfest für zwei neue Hallen gefeiert. Mit dem Anbringen des Richtkranzes wurde laut Unternehmen die Stahlkonstruktion der Gebäude fertiggestellt. Die Erweiterung schafft die Voraussetzungen für die Produktion der nächsten Generation des vollelektrischen Crafter von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Der Ausbau soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen werden.
Die beiden neuen Hallen umfassen zusammen rund 60.000 Quadratmeter. In einem Gebäude soll künftig die Bodenplatte für das Fahrzeug gefertigt werden. Die zweite Halle ist als Batterielager und Logistikbereich vorgesehen. Nach Angaben von Volkswagen wird die Erweiterung bei laufender Fahrzeugproduktion umgesetzt.
Der Umfang der Bauarbeiten zeigt sich auch an den eingesetzten Mengen. Rund 270 Menschen arbeiten derzeit täglich auf der Baustelle. Während der Bauphase wurden an einem Tag mehr als 600 Kubikmeter Beton verarbeitet. Bislang kamen rund 70 t Bewehrungsstahl zum Einsatz.
Für die elektrische Infrastruktur werden nach Angaben des Unternehmens mehr als 20 km Nieder- und Mittelspannungskabel verlegt. Zur Vorbereitung des Baugeländes wurden zudem rund 20.000 m3 Schotter auf der Schiene angeliefert.
Die Erweiterung erfolgt parallel zum laufenden Produktionsbetrieb. Richard Slovak, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen Poznań, erklärt: „Wir investieren heute, um die Zukunft des Werks, seine Wettbewerbsfähigkeit und seinen Platz im globalen Produktionsnetzwerk von Volkswagen zu sichern. Die neue Generation des elektrischen Crafter ist ein wichtiger Bestandteil dieser Transformation.“
Auch die Koordination von Bau- und Produktionsabläufen spielt nach Angaben des Unternehmens eine Rolle. Marzena Pillich-Grońska, Leiterin des Werks in Września, sagt: „Wir bauen die beiden neuen Hallen, ohne die Produktion zu unterbrechen. Das erfordert Zusammenarbeit, Verantwortungsbewusstsein und ein hohes Maß an Aufmerksamkeit für die Sicherheit.“
Das Richtfest fällt mit dem zehnjährigen Bestehen des Standorts zusammen. Das Werk Września nahm 2016 den Produktionsbetrieb auf. Heute verfügt der Standort nach Angaben von Volkswagen über mehr als 630 Roboter, eine KI-gestützte Qualitätssicherung und eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 18,3 MW.
Mit der Erweiterung soll die bestehende Produktionsinfrastruktur um Bereiche für die nächste Generation des vollelektrischen Crafter ergänzt werden. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen.