Klebstoff auf Mistelbasis? Das klingt ja fast wie ein Weihnachtswunder. Wer hätte gedacht, dass die gute alte Mistel nicht nur für romantische Küsse, sondern auch für eine starke Haftung zuständig sein kann. Der Mistel-Klebstoff haftet auf Holz, Metall, Glas und sogar auf Teflon – also dort, wo viele Kleber vermutlich beleidigt den Dienst quittieren. Wird er erhitzt, aufgetragen und kurz zusammengedrückt, hält er nach wenigen Minuten bombenfest.
Ein Quadratzentimeter Klebefläche trägt bis zu 100 Kilogramm. Das würde selbst den stärksten Weihnachtsmann ins Schwitzen bringen. Und das Beste? Wenn dir der Kleber irgendwann auf die Nerven geht, einfach wieder erhitzen und zack – alles ist wieder auseinander. Auch eisige Temperaturen bis -150 Grad Celsius übersteht der Super-Kleber. Damit wäre er sogar für Raumfahrtprojekte interessant – vielleicht künftig zum Befestigen von Werkzeugen oder besonders störrischen Sandwiches.
Zudem zeigte der Kleber im Labor antibakterielle Eigenschaften, was medizinische Anwendungen ermöglichen könnte. Da heißt es dann: »Kleben Sie einfach Ihre Wunde zu, und die Mistel kümmert sich um den Rest« – das könnte der neue Trend in der Erste-Hilfe sein. Bisher muss die Herstellung allerdings direkt mit Mistelbeeren erfolgen. Forschende wollen deren Prinzipien jedoch nachahmen und den Klebstoff künftig künstlich und in großen Mengen herstellen. Wer weiß, vielleicht bringt uns der Weihnachtsmann das Rezept dafür.