Blaustein (ABZ). – Ist die Sicht frei? Benötigt der Fahrer einen Einweiser, ist die Zeichensprache soweit geklärt?
Wie hoch ist die Tragfähigkeit des Fällaggregats, sind die Absperrmaßnahmen, der Untergrund und die Abstützplatten getestet? Die Liste der Punkte, die man bei Baumfällarbeiten beachten muss, ist lang.
Um die Wichtigkeit der Maßnahmen zu unterstreichen, nutzte die AST GmbH & Co. KG ein Seminar zur Trainerausbildung für Teleskopstapler ganz gezielt, um für die Stufen 2 und 3 des DGUV Grundsatzes 308-009 einen inhaltlichen Rahmen zu stecken – anhand eines praktischen Fällbeispiels am bewaldeten Rand auf dem Ausbildungsgelände Campus M.
AST-Akademieleiter Matthias Müller: "Die im Team geschaffene Zusatzqualifikation 2c für Fällaggregate an Teleskopstaplern ist nur in Verbindung mit den unterschriebenen Anhängen der Stufe 3 gültig, die für die betrieblichen beziehungsweise baustellenbezogenen Unterweisungen steht."
Qualifizierung mit starrem Aufbau
Dabei ist auch die bestimmungsgemäße Verwendung des Anbaugeräts Fällgreifer an ein Teleskopstapler mit zu berücksichtigen. Die Qualifizierung für Teleskopstapler gliedert sich im Wesentlichen in die Stufe 1: Allgemeine Qualifizierung mit starrem Aufbau, Stufe 2a als Zusatzqualifizierung mit drehbarem Oberwagen sowie in die Stufe 2b als Zusatzqualifizierung für den Einsatz als Hubarbeitsbühne.
Ohne Theorie keine Praxis. Und so nutzten die bereits seit Jahren praxiserfahrenen Teilnehmer nach Angaben des Veranstalters diese AST Trainer-Schulung, um eine situativ erstellte Checkliste 2c für alle Unternehmer zu kreieren, die Baumfällarbeiten in Auftrag geben müssen. Denn das Bedienen von Teleskopstaplern und das Wissen über Steuerung, Lenkungswahl, Funktionen des Oberwagens oder über die Verfahren zum Beenden von Grenz-Überlastsituation ist fest in ihrem täglichen Tun verankert.
Echte Herausforderung
Wer auf der Baustelle arbeitet, muss Wind, Regen, Eis und Schnee berücksichtigen, wissen, wie man Störungen durch Ast- und Baumteile beseitigt oder wie man erste Schnitte bewusst nutzt, um das spezifische Holzgewicht zu überprüfen.
"Eventuell können weitere spezielle einsatzbezogene Punkte bei der Gefährdungsbeurteilung dazu kommen", so Matthias Müller.
Trotz all der Routine ist auch bei allen Teilnehmern eine Erkenntnis gereift. "Dinge, die man Tag für Tag schon immer so gemacht hat, in Worten zu beschreiben, ist eine echte Herausforderung", so Arne Neuendorff von Neuendorff Consulting in Holzminden. Sie wurde im Endeffekt von allen Teilnehmern gut gemeistert: "Dieser Austausch innerhalb des AST Seminars war sehr wertvoll."
Am Ende der mehrtägigen Schulung war der Baum endgültig weg, das Fachwissen aller Teilnehmer war jedoch gewachsen. Die Ausbildungsprogramme der AST Akademie sind nach ISO 9001 zertifiziert. Qualifizierende und zur Prüfung befähigte Personen können die AST Personenzertifizierung nach DIN EN ISO 17024 nutzen.
Weitere Infos erhalten Interessierte unter www.ast-safety.com.