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MF Gabelstapler auf Innovationskurs

Sicherheit, Innovation und Wirtschaftlichkeit im Fokus: Im exklusiven Interview sprechen Dr. Alexander Fraß (Geschäftsführer der Firma MF Gabelstapler) und Stefan Ludwig (Verkaufsleiter) mit ABZ-Redakteurin Julia Bremer über die zukünftige strategische Rolle des Unternehmens als ganzheitlicher Full-

Von ABZ
Zwischen digitalem Staplerschein und Same-Day-Lieferung
Dr. Alexander Fraß verantwortet als Geschäftsführer die Geschicke von MF Gabelstapler. | Foto: MF Gabelstapler

Sicherheit, Innovation und Wirtschaftlichkeit im Fokus: Im exklusiven Interview sprechen Dr. Alexander Fraß (Geschäftsführer der Firma MF Gabelstapler) und Stefan Ludwig (Verkaufsleiter) mit ABZ-Redakteurin Julia Bremer über die zukünftige strategische Rolle des Unternehmens als ganzheitlicher Full-Service-Safety-Anbieter in der Intralogistik. Ebenso beleuchten sie, wie moderne digitale Schulungskonzepte , herstellerununabhängiger Service und innovative Produktneuheiten die Arbeitssicherheit und Effizienz in den Betrieben revolutionieren.

ABZ: Ende Juni begrüßten Sie die Fachvereinigung Arbeitssicherheit (FASI) zu einem Mitgliederseminar bei Ihnen vor Ort. Das Thema lautete »Sichere Instandhaltung an schwer zugänglichen Arbeitsplätzen«. Warum brennt dieses Thema der Branche aktuell besonders unter den Nägeln?

Ludwig: Das liegt überwiegend daran, dass in fast jedem Unternehmen nach wie vor Leitern im Einsatz sind. Leitern sind jedoch für einen Großteil der Arbeitsunfälle verantwortlich. Es passiert schnell, dass man auf einer Leiter steht, keinen optimalen Untergrund hat und dann noch Werkzeug mit hochschleppt. Vonseiten der Berufsgenossenschaften ist der Einsatz von Leitern für solche Tätigkeiten quasi verboten. Wenn man sich an deren Richtlinien halten will, braucht man Alternativen. Hier greift unsere Partnerschaft mit Elevah Faraone für kleine Arbeitsbühnen sowie mit Magni für sehr große Höhen.

ABZ: MF baut die Partnerschaften mit lokalen Verbänden wie dem VDSI massiv aus. Welche strategische Rolle möchte MF künftig im Bereich der Arbeitssicherheit für die Intralogistikbranche einnehmen?

Dr. Fraß: Wir wollen uns zum Full-Service-Safety-Anbieter entwickeln. Die Verantwortlichen für Arbeitssicherheit müssen sich heute um extrem viele Einzelbereiche kümmern: von Fahrerschulungen über jährliche Unterweisungen bis hin zur Prüfung von Rolltoren oder Ladungssicherung. Bislang müssen Unternehmen dafür oft mit vielen verschiedenen Dienstleistern kooperieren. Unser Ziel ist es, das Thema Sicherheit ganzheitlich abzubilden. Wir bieten einen herstellerunabhängigen Service aus einer Hand, um den administrativen Aufwand für die Betriebe drastisch zu senken.

ABZ: Wenn man sich das Programm der FASI-Veranstaltung anschaut: Was macht MF zu dem idealen Gastgeber und Partner für ein solches Fachseminar?

Dr. Fraß: Bei uns lassen sich Theorie und Praxis direkt vor Ort verbinden, ohne dass ein reiner Verkaufsaspekt im Vordergrund steht. Wir haben die Maschinen hier und die Teilnehmer können in realen Szenarien – etwa an unseren Hochregalen – alles direkt austesten. Zudem bietet unser Standort logistische Vorteile: Wir verfügen überSchulungsräume, eine hervorragende Verkehrsanbindung direkt an der A7 und ausreichend Parkplätze, was bei Veranstaltungen in Ballungsräumen wie Hamburg oft ein massives Problem darstellt.

ABZ: Ein großes Highlight bei Ihnen ist die Digitalisierung von Schulungen. Fahrerschulungen wie der Staplerschein und die jährlichen Sicherheitsunterweisungen funktionieren bei MF jetzt digital – von der Ladungssicherung bis zum Kranführer. Wie reagieren die Kunden auf diesen »Alles aus einer Hand, alles digital«-Ansatz?

Dr. Fraß: Die Reaktionen hängen stark von der jeweiligen Struktur des Kunden ab. In Großkonzernen mit hohem Digitalisierungsgrad wird der Ansatz extrem positiv aufgenommen. Bei kleineren Betrieben oder einer älteren Belegschaft spüren wir manchmal noch Skepsis. Oft fehlen im gewerblichen Bereich auch einfach die technischen Endgeräte. Da das digitale Angebot für uns eine Ergänzung und kein Ersatz ist, reagieren wir völlig flexibel. Wenn es die Gegebenheiten erfordern, führen wir die Schulungen wie gewohnt klassisch vor Ort beim Kunden durch.

ABZ: Das Thema Arbeitssicherheit ist hochsensibel. Wie stellen Sie bei einer rein digitalen Unterweisung sicher, dass die Qualität und die gesetzlichen Standards genauso hoch – oder vielleicht sogar höher – sind als bei einer Präsenzschulung?

Dr. Fraß: Hier müssen wir zwischen der Fahrerschulung und der jährlichen Unterweisung unterscheiden. Eine Fahrerschulung ist niemals rein digital möglich. Bei uns wird der gesamte Theorieteil digital absolviert. Die anschließende theoretische Prüfung sowie die praktische Ausbildung finden jedoch ausnahmslos vor Ort statt. Das entzerrt den Prozess für die Unternehmen und sorgt für ausgeruhte, konzentrierte Fahrer auf den Maschinen. Bei den jährlichen Unterweisungen hingegen, wo es um die reine Auffrischung von Lehrinhalten geht, ist das digitale Format ideal. Die Mitarbeiter können die Module flexibel dann absolvieren, wenn sie die nötige Konzentration dafür aufbringen. Das erhöht die tatsächliche Aufnahmequote der Sicherheitsvorschriften massiv.

ABZ: Kommen wir thematisch zu einem anderen Aspekt: Der Online-Handel boomt, aber MF verspricht beispielsweise beim vorrätigen Gabel-Hochhubwagen MSC 12 eine Same-Day-Lieferung. Wie logistisch sportlich ist dieses Versprechen für Ihr Team und wie schaffen Sie diese dauerhafte Sofort-Verfügbarkeit?

Ludwig: Logistisch ist das machbar, weil wir über einen eigenen Lkw und eigene Fahrer verfügen. Dadurch sind wir unabhängig von Fremdspeditionen und können im Notfall extrem schnell reagieren. Wenn bei einem Kunden morgens um 7 Uhr der einzige Stapler ausfällt und die Logistikkette stillzustehen droht, steht der Ersatzstapler meist am gleichen Tag auf dem Hof.

Dr. Fraß: Ergänzend dazu lagern wir standardisierte Produktkategorien wie den MSC 12 in verschiedenen Ausführungen direkt bei uns vor Ort. Kaum ein Händler geht heute noch das finanzielle Risiko ein, Neugeräte in dieser Menge auf Lager vorzuhalten. Wir tun es, um zeitliche Engpässe unserer Kunden sofort abzufedern. Die Maschinen sind fahrbereit und individuelle Nachrüstungen, wie Arbeitsleuchten oder Kabinen, baut unser Service auf Wunsch direkt beim Kunden an.

ABZ: Mit dem MXLG bringen Sie eine Produktneuheit von Yale auf den Markt: Ein Lithium-Ionen-Elektrostapler auf einem Verbrenner-Chassis mit großen Luftreifen. Warum ist das genau die Schnittstelle, auf die Kunden, die im Innen- und Außenbetrieb arbeiten, gewartet haben?

Ludwig: Traditionell galt die Trennung: Diesel für draußen, Elektro für drinnen. Reine Elektrostapler stoßen auf unebenen, harten Außenböden aufgrund ihrer Bauweise schnell an ihre Grenzen. Beim MXLG wurde das robuste, bewährte Chassis eines Verbrenners mit großen Reifen beibehalten, aber der Motor durch einen modernen Elektroantrieb mit Lithium-Ionen-Akku ersetzt.

Dr. Fraß: Das bringt vor allem mittelständischen Unternehmen enorme Flexibilität. Sie benötigen keine zwei unterschiedlichen Maschinen mehr, sondern können mit einem einzigen Fahrzeug emissionsfrei in der Halle arbeiten und direkt danach problemlos über den unebenen Außenhof fahren.

ABZ: Unterhalten wir uns noch über folgende Thematik: Die etablierten Hersteller rufen mittlerweile Reparatur-Stundensätze von mehr als 140 Euro auf. MF positioniert sich in Norddeutschland als erste Adresse für herstellerunabhängigen Service mit einem Stundensatz von 87,40 Euro. Wie schaffen Sie diesen Preisvorteil bei identischem Qualitätsniveau?

Dr. Fraß: Der entscheidende Faktor sind unsere schlanken Strukturen. Große Vertragshändler haben einen enormen administrativen Wasserkopf und immense Marketingkosten, die sie auf die Stundensätze umlegen müssen. Wir setzen stattdessen auf jahrzehntelang gewachsene, herstellerunabhängige Kompetenz im eigenen Haus. Während große Marken andere Fabrikate gar nicht reparieren wollen, ist die herstellerübergreifende Diagnose unsere Kernkompetenz. Wir verzichten auf teure Prestigeprojekte und investieren direkt in die Ausbildung unserer Techniker und effiziente sowie digitale Prozesse. Diese Effizienz geben wir preislich an unsere Kunden weiter.

ABZ: Zum Abschluss noch ein Blick auf die kommenden Monate: Werden Kundinnen und Kunden Sie in diesem Jahr wieder auf Messen antreffen können?

Ludwig: Ja, ein wichtiger Termin für uns ist auch in diesem Jahr wieder die NordBau in Neumünster. Wir nutzen die Messe gezielt, um unser Portfolio abzurunden und neue Zielgruppen anzusprechen. Neben unseren klassischen Staplern werden wir dort auch verstärkt das Sortiment der Magni-Teleskoplader präsentieren. Für unsere langjährigen Techniker und Kunden ist das eine tolle Erweiterung, die zeigt, dass wir mittlerweile die gesamte Bandbreite der intralogistischen und bautechnischen Höhenzugangstechnik auf höchstem Qualitätsniveau bedienen können.

ABZ: Das klingt nach einer spannenden Agenda! Dann wünsche ich Ihnen für die Messe alles Gute und bedanke mich für dieses informative Gespräch bei Ihnen beiden.

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