In 2017

JCB startet groß angelegte Produktoffensive

Von Robert Bachmann

Traditionell begrüßte Firmeninhaber Lord Bamford persönlich die Teilnehmer der internationalen Pressekonferenz.

Rocester/Großbritannien . – Nicht lang ist es her, da feierte der britische Baumaschinenhersteller JCB seinen 70. Geburtstag. Dass dort an Altersmüdigkeit nicht zu denken ist, bewies das Unternehmen auch im Jahr 2017 wieder mit einer groß angelegten Neuheiten-Schau am Unternehmenssitz in Rocester. Überraschend gab JCB dabei auch seinen Einstieg in den Markt für Arbeitsbühnen bekannt. Erst im vergangenen Jahr präsentierte JCB mit dem Hydradig ein völlig neues Mobilbagger-Konzept. Doch auch im Nach-bauma-Jahr 2017 geizt der britische Baumaschinenhersteller nicht mit neuen Entwicklungen. So zeigte das Unternehmen im Rahmen einer internationalen Presseveranstaltung Anfang Februar zahlreiche Neuheiten aus seinen unterschiedlichen Produktsparten. Die wohl auffälligste Neuerung im Hause JCB ist der Vorstoß in einen völlig neuen Markt, den der Industriebühnen.

So gab JCB gleich zu Beginn des Presseevents die Neugründung der Division JCB Access bekannt. Unter Geheimhaltung wurde dort in den vergangenen Jahren eine Reihe elektrischer Scherenarbeitsbühnen entwickelt und konstruiert (die ABZ berichtete: Ausgabe 6/2017). Die ersten elf Modelle konnten vor Ort bereits in Augenschein genommen werden und werden noch Anfang des Jahres an den Start gehen. Bis Ende 2017 sollen insgesamt 27 neue Plattformen – elektrisch sowie dieselbetrieben – auf dem britischen, deutschen und dem nordamerikanischen Markt verfügbar sein.

Das finale Produktangebot soll schließlich neun elektrische und drei dieselbetriebene Scherenhebebühnen im Bereich zwischen 4,6 m und 13,8 m umfassen. Hinzu kommen fünf Gelenkausleger – vier dieselbetriebene und ein elektrischer – zwischen 14,9 m und 24,6 m sowie zehn dieselbetriebene Teleskopausleger zwischen 20,6 m und 41,6 m. Die Scherenhebebühnen wiegen zwischen 1330 kg und 3366 kg. Die Plattformen der beiden kleinsten Modelle (S1530e und S1930e) sind 1,64 m lang und 0,76 m breit. Die Plattformen aller größeren Modelle haben eine Länge von 2,5 m, ausgenommen die des größten Modells, des S4550E, mit einer Länge von 2,64 m. Die Nenntragfähigkeit der Maschinenkörbe liegt zwischen 227 kg und 550 kg. Die elektrischen Scherenhebebühnen werden mit vier Batterien zu 6 V oder 12 V hydraulisch betrieben. Drei Diesel-Modelle sollen noch im Laufe dieses Jahres eingeführt werden. Die Produktreihe von JCB Access ist TÜV-zertifiziert und entspricht den neuesten Vorgaben nach ANSI und CSA.

Überraschend gab JCB die Neugründung der Division JCB Access bekannt: Mit insgesamt 27 neu entwickelten Modellen will das Unternehmen bis Ende des Jahres den Markt für Industriebühnen erobern.

JCB stößt damit in einen Markt vor, in dem nach Angaben des Unternehmens rund 130 000 Einheiten pro Jahr verkauft werden (ca. 8 Mrd. Dollar). Man sei sich durchaus darüber bewusst, dass JCB sich dabei in einen hart umkämpften Wettbewerb begebe. Als Großkonzern mit gut ausgebautem Händler- und Servicenetzwerk sieht sich das Unternehmen jedoch gut gewappnet, wie auch Firmeninhaber Lord Bamford betonte: "Dieser Markt für Zugangsausrüstung ist in der Tat global und bietet JCB enorme Wachstumschancen. Der Markt ist reif für einen neuen Anbieter, der rund um die Uhr branchenführenden Support anbieten kann. JCB kann mit 770 Händlern und 2200 Depots den Support bieten, den Kunden weltweit erwarten."

Auch außerhalb der neuen Geschäftseinheit, JCB Access, gab es Neuigkeiten. So geht es für JCB nicht nur aufwärts, sondern auch in die Breite. Etwa bei der Motorenfertigung: Mit dem vollkommen neu konzipierten JCB 430 Dieselmax-Motor mit 3 l Hubraum schreibt das Unternehmen die Erfolgsgeschichte der vor elf Jahren eingeführten, hauseigenen Motorenfertigung weiter fort. Dieser soll laut Hersteller ganze 30 % leichter sein als der beliebte JCB EcoMax-Motor mit 4,4 l Hubraum. Der neue Motor ist bereits für die EU Stufe 5 konzipiert und soll in weiteren Leistungsklassen lieferbar sein.

Von der hauseigenen Motorenproduktion soll auch der im letzten Jahr vorgestellte Hydradig profitieren. Dieser wird ab sofort mit JCB EcoMax-Motor nach EU Stufe 4 ausgeliefert. Bei einem AdBlue-Bedarf von lediglich 2 % spare die Maschine noch einmal 4 % Kraftstoff, so das Unternehmen. "Die Nachfrage nach dem Hydradig ist seit der ersten Präsentation auf der bauma 2016 ungebrochen, freut sich Tim Burnhope, Chief Innovation & Growth Manager von JCB. "Mit dem EU Stufe 4-Motor wird der Hydradig jetzt noch umweltfreundlicher und effizienter."

Ebenfalls mit frischer Motorentechnik ausgestattet wurden die Raupenbagger der JS-Serie. So sind die Modelle JS300, JS330 und JS370 mit dem MTU-Motor 6R1000 ausgerüstet. Laut Hersteller soll sich das in einem 5 bis 10 % geringeren Kraftstoffverbrauch sowie einem geringeren AdBlue-Verbrauch auswirken.

JCB hat außerdem zwei seiner mittelgroßen Radlader aufgerüstet. So verfügen beide Modelle nun über die neue CommandPlus-Kabine und neue Motoren. Der JCB 411 und 417, nun von JCB 444 Motoren mit EU Stufe 4 und ohne teuren Dieselpartikelfilter (DPF) angetrieben, übernehmen viele der Merkmale, die zunächst beim JCB Flaggschiff 457 vorgestellt worden sind.

Zum 40-jährigen Jubiläum der Produktsparte Teleskopen hatte JCB abschließend noch eine Weltpremiere im Gepäck: das DualTech VT-Getriebe für Teleskoplader sowie das gänzlich neue Modell 540-180 HiViz.

Gänzlich neu wurde der JCB 403 vorgestellt. Der neue Kompaktradlader hat ein Betriebsgewicht von 2,5 t und ist mit Knicklenkung ausgestattet. Dabei hat der Kunde die Wahl zwischen zwei Hubgerüsten: eine Allround-Kombination von max. Ausbrechkraft und Hubkapazität sowie Überladehöhe von 2,6 m in der Standardausführung und 2,8 m Hubhöhe zum Laden in Container. Ausgerüstet mit einem 4-Zylinder-Kubota-Motor verfügt das Modell über 26 kW/36 PS sowie 92 Nm Drehmoment. Mit seinen kompakten Abmessungen und seiner hohen Wendigkeit soll sich der JCB 403 als ideales Gerät auf engstem Raum anbieten.

Zum 40-jährigen Jubiläum der Produktsparte Teleskopen hatte JCB abschließend noch eine Weltpremiere im Gepäck: das DualTech VT-Getriebe für Teleskoplader sowie das gänzlich neue Modell 540-180 HiViz.

Das DualTech VT-Getriebe ist eine Eigenentwicklung von JCB und laut Hersteller weltweit das erste Getriebe, welches die Eigenschaften eines Hydrostat-Antriebs mit den Vorteilen eines Lastschaltgetriebes vereint. Im hydrostatischen Antrieb bewegt sich die Maschine äußerst feinfühlig stufenlos von 0 bis 19 km/h.

Ab 19 km/h schaltet das Getriebe automatisch auf ein elektronisch moduliertes Lastschaltgetriebe mit drei Schaltstufen. Das sorge für maximale Effizienz bei höherer Geschwindigkeit, während sich der Fahrer voll auf seine Arbeit konzentrieren könne, betont JCB. Damit biete sich das Modell als ideale Mietmaschine an.

In Zusammenhang mit dem neuen DualTech-Getriebe präsentierte JCB auch den neuen 540-180 HiViz Teleskoplader. Bei nur 2,35 m Breite und 6,26 m Länge kommt die neue Maschine auf ganze 18 m Höhe. Die Produktreihe umfasst damit nunmehr 30 Teleskopen.

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