VDBUM-Seminar 2017

Schwerpunkte rund um die Baustelle 4.0

Für den Straßenbauzyklus bietet die Wirtgen Group Komplettlösungen – vom Brechen von Gestein über das Aufbereiten von Asphalt bis zum Einbau, Verdichten und Sanieren von Fahrbahnaufbauten aller Art. Auf dem Großseminar des Verbandes der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e. V. (VDBUM) 2017 präsentiert sich das Unternehmen als ein Schwerpunktpartner. Experten der Wirtgen Group Produktmarken werden in Willingen über künftige Anforderungen sowie maschinen- und verfahrenstechnische Trends für alle Prozessschritte im Straßenbau referieren.

Willingen (mm). – Die Unternehmen Liebherr, Wirtgen und JCB unterstützen das 46. VDBUM-Großseminar in diesem Jahr als Schwerpunktpartner. Teilnehmer dürfen sich auf ein spannendes Programm freuen, das von Digitalisierung über Forschung und Praxis bis hin zu Antriebs- und Informationstechnologie reicht. Am Eröffnungstag, dem 14. Februar 2017, stimmt Stefan Heissler, Mitglied des Direktoriums der Liebherr-International AG mit Sitz in Bulle (Schweiz), die Teilnehmer mit seinem Vortrag "Liebherr – ein Familienunternehmen macht sich fit für die Zukunft" auf die Veranstaltung ein.Vor dem Hintergrund, dass Firmen heute vielfältigen Herausforderungen gegenüberstehen – z. B. kürzeren Konjunkturzyklen, einer gestiegenen Volatilität der Märkte sowie dem Wettbewerb um Talente und technologische Ansprüche wie die Digitalisierung von Produkten und Fertigungsprozessen –, geht Heissler der Frage nach, wie ein Unternehmen diesen Anforderungen erfolgreich begegnen kann. Generell sieht Liebherr sich hier gut aufgestellt, denn immer wieder neue Wege zu beschreiten, ist ein Prinzip, das schon Hans Liebherr umgesetzt hat.

Der Unternehmensgründer erfand 1949 den ersten mobilen Turmdrehkran. Er war davon überzeugt, dass diese Entwicklung helfen würde, das vom zweiten Weltkrieg zerstörte Deutschland schneller wieder aufzubauen. Zudem scheute sich der junge Unternehmer nicht, auch in andere Branchen einzusteigen und investierte z. B. in die Entwicklung von Kühlschränken.

IT-Tools zur Unterstützung

Inzwischen ist die Firmengruppe Liebherr auf 130 Gesellschaften angewachsen und steht mit ihrer Diversifikationsstrategie hinsichtlich Märkten und Produktbereichen auf stabiler Basis. Die Firmengruppe Liebherr umfasst elf Sparten: Erdbewegung, Mining, Fahrzeugkrane, Turmdrehkrane, Betontechnik, Maritime Krane, Hausgeräte, Werkzeugmaschinen und Automationssysteme, Aerospace und Verkehrstechnik, Komponenten und Hotels.

Alle Sparten arbeiten an außergewöhnlichen Technologien mit. Im Baubereich geht es etwa um die Planung und Überwachung von Baustellen durch Bauunternehmen. Liebherr arbeitet hier als Systemanbieter daran, die einzelnen Prozesse am Bau über passende IT-Tools zu unterstützen. Besondere Aktualität erfahren derzeit die Themen Digitalisierung, Automatisierung, Energieeffizienz und Leichtbau. Bei allem Fortschritt und intensiver Forschung möchte Liebherr jedoch die Werte Verlässlichkeit, höchste Qualität und Verantwortung stets im Auge behalten – denn dies bleiben ebenfalls Aspekte, die über die Zukunft des Unternehmens entscheiden.

Kurz darauf übernimmt die Wirtgen Group den Staffelstab: Bernd Holl, Produktmanager Kaltfräsen bei Wirtgen, erläutert, wie entsprechende, dem effizienten Abtrag von Asphalt- und Betonflächen dienende Fräsen eine profilgerechte, ebene Basis für den Neueinbau von Deckschichten gleichmäßiger Stärke erschaffen. Der schichtweise Ausbau ermöglicht zudem die Trennung und selektive Rückgewinnung nach Mischgutarten.

Das Kaltfräsen ist ein weltweit anerkanntes Bauverfahren und Wirtgen sieht seine Aufgabe darin, das Einsatzspektrum von Kaltfräsen kontinuierlich zu erweitern. In diesem Vortrag werden daher die Kerntechnologien, Anwendungsmöglichkeiten sowie Einsatzbedingungen – auch im Hinblick auf die steigenden Anforderungen der Zukunft – skizziert und durch geschilderte Praxiseinsätze veranschaulicht: Dazu gehören u. a. das Grundkonzept der Kaltfräsen sowie Wirtgen-Maschinentypen und -Leistungen, die Beschreibung der Kerntechnologie (Schneiden, Nivellierung und Maschinensteuerung), die Berechnung der Fräsleistung und -qualität sowie Umwelt- bzw. Zukunftsperspektiven.

Lösungen für Straßenbau

Zu beobachten sei auch, dass die Nachfrage nach Ressourcen schonenden Technologien in jüngster Zeit enorm gestiegen ist. Martin Diekmann, Produktmanager Kaltrecycling bei Wirtgen, wird in seinem Vortrag zeigen, dass sich im Straßenbau das Kaltrecyclingverfahren bewährt hat. Hintergrund sei, dass steigende Rohstoff- und Energiepreise das kostengünstige Verfahren zur strukturellen Instandsetzung von Straßen immer mehr in den Mittelpunkt von Straßenbaubehörden und Bauunternehmen rücken. Wirtgen bietet das Verfahren seit den 80er-Jahren an und hat mit "in-situ" und "in-plant" unterschiedliche Maschinen und Anlagen für Kaltrecycling im Portfolio.

Aus dem Vortrag soll deutlich werden, wie Unternehmen hochwertige Fräsergebnisse erzielen und dabei dennoch Kosten einsparen können oder wie das Kaltrecycling "in-situ" neben der Umwelt auch den Geldbeutel schont. Z. B. sind beim Kaltrecycling geringe Mengen neuer Baustoffe erforderlich: Das kann Ressourcen schonen und kann die Anzahl der Transporte zur Baustelle reduzieren. Mit Kaltrecyclern lassen sich mehrere Arbeitsschritte in einem Übergang erledigen: Sie granulieren, bauen aus, mischen und bauen das neue Baustoffgemisch wieder ein. Durch das moderne Bindemittel Schaumbitumen lässt sich auch ein Baustoff erzeugen, der dazu beiträgt, dass sich das Verfahren auf hochbelasteten Strecken bewähren kann. strÜber die Bedeutung des Dünnschichteinbau-Verfahrens bei der Sanierung von Asphaltstraßen und wie der Vögele RoadScan Einbauqualität mess- und beweisbar macht, berichten Einbau-Spezialisten aus Ludwigshafen. Intelligente Lösungen im Asphalt- und Erdbau präsentiert Hamm u. a. mit dem Bedienkonzept Easy Drive und verschiedenen Assistenzsystemen.

Die positiven Auswirkungen der mehrstufigen mobilen Aufbereitungstechnik von Kleemann für die effiziente Herstellung normgerechter Zuschlagstoffe und das Mischanlagen-Recycling im Gegenstrom mit indirekter Erhitzung von Benninghoven runden die Vortragsreihe der Wirtgen-Group-Experten ab.

Neben dem Anwendungs-Know-how für den gesamten Straßenbauzyklus bietet der Unternehmensverbund in seiner Maschinenausstellung auch Technik zum Anfassen: An den Exponaten auf dem Außengelände wie auch auf dem Infostand können die Fachbesucher ausgiebig in den Dialog mit den Anwendungsspezialisten von Wirtgen, Vögele, Hamm, Kleemann und Benninghoven treten.

Innovationsgeist ungetrübt

Anschließend lädt Frank Zander, Geschäftsführer JCB Deutschland GmbH, Teilnehmer ein, mit auf Entdeckungsreise zu gehen. Denn: Würde man alle jemals von JCB produzierten Maschinen hintereinander aufreihen, ergäbe das mittlerweile eine Maschinenkette von England bis Australien.

Der englische Baumaschinenhersteller feierte kürzlich sein 70-jähriges Bestehen – eine gute Gelegenheit also, um unter dem Titel "JCB: Von der Werkstatt zum Weltkonzern" auf die Firmengeschichte, besondere Ereignisse und bahnbrechende Produkteinführungen einzugehen. Gegründet 1945 von Joseph Cyril Bamford in einer kleinen Werkstatt in Uttoxeter, Staffordshire, verfügt das Unternehmen JCB heute als nach eigenen Angaben weltweit drittgrößter Baumaschinenhersteller über 22 Produktionsstätten auf verschiedenen Kontinenten wie Großbritannien, Indien, Brasilien, USA und China.

Der Blick ist in die Zukunft gerichtet, aber nicht nur: Im Jahr 2011 feierte JCB seine Unternehmensgeschichte z. B. mit der Eröffnung der "Story of JCB" – einer Dauerausstellung über die Entwicklung von JCB und die Wurzeln der Familie Bamford in der Maschinenbaubranche. 2013 strahlte die Botschaft eines Meilensteins klar und deutlich über die Glasfront des Headquarters im englischen Rochester, Staffordshire: Ein 900 m² großes Banner mit der Aufschrift "JCB feiert die millionste Maschine" erstreckte sich über insgesamt 207 Fenster. Mit insgesamt 22 Werken, mehr als 300 verschiedenen Modellen und über 12 000 Mitarbeitern rund um den gesamten Globus verteilt möchte JCB seiner Leidenschaft und seinem Innovationsgeist nach wie vor treu bleiben.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 06/2017.

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