Barum (ABZ). – Das Behr Lohnunternehmen aus Barum hat sich als Dienstleister zwischen Agrar- und Bauwirtschaft positioniert. Mit einem Maschinenpark von 240 Fahrzeugen und 45 festangestellten Mitarbeitenden bedient der Familienbetrieb beide Sparten zu gleichen Teilen. Die Geschäftsführer Carsten und Sven Behr übernahmen 2010 den 1989 von ihrem Vater gegründeten Betrieb und entwickelten ihn zu einem Full-Liner weiter.
"Es gibt wenig Firmen, die beides in dieser Stärke und Vielfalt anbieten", sagt Geschäftsführer Carsten Behr. Während Sven den kaufmännischen Bereich leitet, ist Carsten für die Technik zuständig.
Das Leistungsspektrum reicht vom Agrarservice über Erd- und Abbrucharbeiten bis hin zu Baustellendienstleistungen wie Bodenaufbereitung und Transporte. Hinzu kommen Landschaftspflege sowie Kommunal- und Winterdienst. Neu dazugekommen ist der Wegebau mit Pflege und Sanierung von Forst- und Wirtschaftswegen.
"Was die landwirtschaftlichen Dienstleistungen betrifft, konzentrieren wir uns auf Mais und Getreide, da es sich für viele einzelne Unternehmen nicht lohnt, die kostenintensive Erntetechnik anzuschaffen", erklärt Sven. In der Erntesaison kann das Unternehmen auf rund 100 Aushilfskräfte zugreifen. Die geografische Lage des Firmensitzes prägt laut Angaben der Geschäftsführer auch die Auftragslage.
"Mit Baggern sind wir mehr in Richtung Hamburg und mit Mähdreschern mehr in Richtung Lüneburg unterwegs", betont Sven.
Universell im Einsatz
Für die technische Ausrüstung gilt nach Angaben des Unternehmens der Grundsatz, dass sie flexibel und universell einsetzbar sein muss. Bei Baggern wie einem neuen Cat 323 bedeutet das, dass er sowohl Aufgaben im Erdbau als auch im Abbruch übernehmen muss. Dafür erhält er ein geteiltes Abbruchgitter im Verhältnis 70:30 vor der Frontscheibe der Kabine. Ein hydraulischer Schnellwechsler ermöglicht den Einsatz verschiedener Anbaugeräte wie Löffel, Scheren, Stemmhämmer, Verdichterplatten oder Mulcher.
"Das macht auch eine hohe Hydraulikleistung nötig, die wir einfordern", erklärt Carsten. Bei Kettenbaggern werden Laufwerke mit 60 oder 70 cm Breite gewählt. Die zehn Lkw des Fuhrparks sind ausnahmslos mit Allradantrieb ausgestattet und weisen eine hohe Bodenfreiheit sowie große Hydraulikleistung für Anbaugeräte auf. Bis zu zwölf Schlepper mit Muldenkippern können flexibel mit Kehrbesen oder Wasserwagen ausgerüstet werden. Seit 2016 digitalisiert das Unternehmen seine Prozesse mit der Betriebssoftware Agrarmonitor. Über das System werden Arbeitszeiten erfasst, der Fuhrpark verwaltet und Mitarbeitende samt Maschinen disponiert.
"Darüber werden Mitarbeiter den Aufträgen zugewiesen, ohne dass jemand doppelt verplant wird", erläutert Carsten. Standard ist ein Tablet pro Fahrzeug, mit dem die Mitarbeiter ihre Daten zeitnah in der Fahrerkabine erfassen können. Bei der Maschinensteuerung von Kettenbaggern wie zwei Cat 323 und einem Cat 320 sind 3D-Steuerungen im Einsatz. Geländemodelle werden per Aufmaß in 3D modelliert.
Aktuelles Projekt Windpark
Ein aktuelles Beispiel für die Vielseitigkeit ist die Baustelle für einen Windpark in Kloddram. Das Lohnunternehmen übernimmt dort mit Kettenbaggern und Radladern die Erschließung für neun geplante Windkraftanlagen. Dabei wird Mutterboden abgetragen und 120.000 t Schottermaterial eingebaut. Zusätzlich werden eine Lagerfläche, eine Montagefläche und Fundamente erstellt.
Für Wartung und Reparatur verfügt das Unternehmen über eine eigene Werkstatt. Eine neue Maschinenhalle mit Waschplatz und Tankstelle, ausgestattet mit einer Photovoltaikanlage, befindet sich im Bau.