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Mit der siebten Generation kommt Ökostrom nach Hannover

Volkswagen Nutzfahrzeuge feiert 2025 "40 Jahre Allradantrieb" mit Allrad-Bullis und setzt auf erneuerbare Energien. Werk Hannover läuft nun komplett mit Ökostrom.

Von ABZ
40 Jahre Nutzfahrzeuge
Der ID. Buzz GTX ist ein starker Serien-Allrad-Bulli und elektrisch unterwegs. | Foto: Volkswagen Nutzfahrzeuge

Bremen (ABZ). – Die Bremen Classic Motorshow öffnete am 31. Januar ihre Tore. Damit startete die automobile Klassik-Saison 2025. Und Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer nahm sogar mit besonderen Allrad-Schätzen daran teil: einem frisch restaurierten T3 syncro 16 Zoll Pritschenwagen und einem T4 Multivan syncro Rekordwagen. Mit diesen Fahrzeugen feiert Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) 2025 "40 Jahre Allradantrieb".

Dabei haben der T3 und T4 syncro sowie später der T5 und T6 4MOTION einen starken Beitrag dazu geleistet, dass der "Bulli" zur Ikone der Globetrotter wurde. In Bremen blickte Volkswagen Nutzfahrzeuge aber auch nach vorn. Denn auch die siebte Generation des Bulli – Multivan, California, Transporter, Caravelle und ID. Buzz – gibt es mit Allradantrieb.

Der erste T3 syncro ging 1985 in Serie. Doch die Story der Allradabenteuer mit dem Bulli begann früher – in den 70er-Jahren mit dem Entwicklungschef der Transporter Baureihe Gustav Mayer. Der liebte das Reisen und zog immer wieder mit einem T2 in die Sahara. Den gab es bekanntlich erst nur mit Heckantrieb. Da Gustav Mayer aber irgendwann seinen Bulli in den Wüsten Nordafrikas vom Sand nicht mehr freischaufeln wollte, konstruierte er mit seinem Team einen Allrad-T2, der als T3 einen Allradantrieb erhielt.

1985 debütierte dann der T3 syncro. Er war von Beginn an nicht nur als Nutzfahrzeug, sondern immer auch als Werkzeug für die großen Reisen rund um den Globus gedacht. Die Bodenstruktur des 1979 zuerst mit Heckantrieb vorgestellten T3 sah deshalb von Beginn an Platz für eine Kardanwelle sowie ein Vorderachsdifferenzial und damit für einen Allradantrieb vor. Doch die Entwicklung bis zur gewünschten Perfektion brauchte ihre Zeit. 1985 war es soweit – die ersten Transporter und ersten Caravelle syncro kamen auf den Markt.

Der T3 syncro hatte keinen zuschaltbaren Allradantrieb, sondern – viel komfortabler – eine via Kardanwelle permanent eingebundene Vorderachse. Für ihre Integration war eine Viscokupplung zuständig. Sie erwies sich als sehr robust und zeigte unter nahezu allen Bedingungen eine perfekte Performance. Ein weiterer Vorteil der Viscokupplung war, dass auf das sonst übliche Zwischendifferenzial, das die Drehzahlendifferenzen zwischen Vorder- und Hinterachse ausglich, verzichtet werden konnte. Auch diesen Job übernahm die silikonölgefüllte Kupplung.

Für extremste Geländeeinsätze gab es den T3 syncro ab 1987 sogar mit 16 Zoll großen Rädern und umfangreichen Modifizierungen am Fahrwerk und an der Karosserie, größer dimensionierten Bremsen und einer serienmäßigen Hinterachssperre.

1993 komplettierte Volkswagen das Programm um den neuen T4 syncro, dessen Viscokupplung jetzt für die Kraftübertragung von vorn nach hinten sorgte. Dass Volkswagen Nutzfahrzeuge mit dem allradgetriebenen T4 erneut eines der weltweit besten Abenteuerfahrzeuge im Programm hatte, manifestierte der Erfinder des Bulli im Jahr 1999 mit der Weltrekordfahrt von Alaska nach Feuerland.

2004 kam der T5 als 4MOTION auf den Markt. 2010 wurde dieser elektronisch und debütierte mit einer neuen Lamellenkupplung und einer nun elektronisch gesteuerten Hochdruckpumpe, die in einem Reservoir ständig einen Öldruck von 30 bar bereitstellte. Interessant vor allem: Die Kraft an den Rädern stand sofort zur Verfügung.

Aufgrund völlig neuer Anforderungen an die Antriebsvielfalt und die Einsatzszenarien gliedert sich die aktuell siebte Generation des Bulli heute in drei Baureihen: den Multivan inklusive des darauf basierenden neuen California, den rein elektrischen ID. Buzz inklusive der Nutzfahrzeugversion ID. Buzz Cargo sowie den neuen Transporter inklusive des als Shuttle konzipierten Caravelle.

Volkswagen Nutzfahrzeuge bietet eigenen Angaben zufolge verschiedene Derivate aller drei Baureihen auch als Allradversionen an: Der Multivan und California sind seit Herbst 2024 mit dem neuen und ersten Plug-in-Hybrid-Allradantrieb (eHybrid 4MOTION) von Volkswagen Nutzfahrzeuge erhältlich; hier wird die Hinterachse als Novum rein elektrisch angetrieben. Per elektronisch gesteuertem Differenzial wird die Hinterachse der neu entwickelten Transporter TDI 4MOTION und Caravelle TDI 4MOTION eingebunden. Und im Fall der Allradmodelle ID. Buzz Cargo Pro 4MOTION und ID. Buzz GTX werden alle vier Räder rein elektrisch angetrieben.

Als Meilenstein in der aktuellen Produktion bezeichnet es der Hersteller, dass das Werk von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover ausschließlich mit Strom aus regenerativen Quellen versorgt wird. Bis 2040 sollen alle Produktionsstandorte bei VWN bilanziell klimaneutral produzieren. Die Umstellung auf Naturstrom erfolgte nach Angaben des Konzerns für das Werk in Hannover-Stöcken zum Jahreswechsel.

Dort werden unter anderem alle Varianten des vollelektrischen ID. Buzz für Deutschland und alle internationalen Märkte gefertigt. Die ebenfalls zur Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge gehörenden Werke von Volkswagen Poznan´ sind bereits seit 2019 komplett auf Grünstrom umgestellt; das Caddy-Werk Poznan´ bereits seit 2018, das Werk Wrzes´nia, in dem unter anderem der Crafter gebaut wird, seit 2019.

Langfristig hat sich Volkswagen Nutzfahrzeuge zusammen mit den anderen Marken des Volkswagen-Konzerns das Ziel gesetzt, dass alle Produktionsstandorte bilanziell klimaneutral produzieren. Dieses Ziel soll bis zum Jahr 2040 erreicht werden.

ABZ

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