Hanau (ABZ). – Die Zeppelin Niederlassung Hanau hat ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Mit 60 Mitarbeitern und acht Auszubildenden präsentierte sich der Standort mit einer Leistungsschau, bei der Hightech-Baumaschinen neben historischen Exponaten standen. Gemeinsam mit Kunden, Geschäftspartnern und ehemaligen Mitarbeitern wurde das Jubiläum begangen.
Festredner Claus Kaminsky, Oberbürgermeister der Stadt Hanau, würdigte die Entwicklung der Niederlassung als Teil der Stadtgeschichte. Das Stadtoberhaupt bedankte sich beim Management für die Gewerbesteuereinnahmen und die geschaffenen Arbeits- sowie Ausbildungsplätze. Als Geschenk kündigte er an, für jedes Jahrzehnt des Bestehens einen Baum in der Gebrüder-Grimm-Stadt zu pflanzen. "Vertrauen, Qualität und Termintreue machen die wesentlichen Erfolgsfaktoren von Zeppelin in Hanau aus", so Kaminsky.
Entwicklung vom Servicewagen zur etablierten Niederlassung
Niederlassungsleiter Oliver Günther verdeutlichte die Entwicklung des Standorts. "Gerade einmal fünf Prozent aller Firmen können überhaupt 50-jähriges Bestehen feiern", zitierte er zur Einordnung des Jubiläums. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste sich Zeppelin nach dem Ende des Luftschiffbaus neu erfinden. 1954 unterzeichnete das Unternehmen mit Caterpillar auf dem Automobilsalon in Genf einen Händlervertrag.
Die Initialzündung für das Geschäftsmodell brachte laut Günther ein als mobile Werkstatt ausgestatteter Servicewagen. Zunächst wurden Kunden aus dem Raum Frankfurt von Alsfeld, Erlangen und Worms aus betreut. Das zunehmende Wirtschaftswachstum und die rege Bautätigkeit machten eine Anlaufstelle in der Rhein-Main-Region nötig.
Der Bau der Niederlassung verlief jedoch nicht wie geplant. "Es gab zunächst Probleme mit der Tragfähigkeit des Bodens", berichtete Günther. Die Baugenehmigung passte damals auf ein Blatt Papier im Format DIN A4. Ausgelegt war die Werkstatt auf zwei bis vier Maschinen, die aus Platzgründen längs hineingefahren werden mussten. Eine Erweiterung folgte bald, um sich an die steigenden Kapazitäten anzupassen. 2008 wurden Renovierungs- und Umbauarbeiten durchgeführt.
Erste Verkäufe und langjährige Kundenbeziehungen
"Anfangs tat man sich im Vertrieb nicht leicht, aber es ist gelungen, Kunden von der Marke Caterpillar und den Baumaschinen zu begeistern", so Günther. Die erste in Hanau verkaufte Maschine war ein Cat Radlader 930 für 99.999 DM. Einer der Kunden der ersten Stunde war Michel Bau, dessen Geschäftsführer Carl Pioch seine Oldtimer-Raupe, eine Cat D4D, zum Jubiläum zur Verfügung stellte. Das Modell war die erste in Hanau verkaufte Raupe.
Als besonderer Verkaufsschlager entpuppte sich in Hanau die 200-Serie an Kettenbaggern, die Ende der 70er-Jahre auf dem deutschen Markt eingeführt wurde. "Wir haben davon viele Einheiten verkauft und damit ging es Stück für Stück immer weiter bergauf", berichtete der Niederlassungsleiter.
Service als Erfolgsfaktor
Holger Schulz, Vorsitzender der Geschäftsführung von Zeppelin Baumaschinen, hob die Professionalität der Mitarbeiter hervor: "Man merkt, welch hohe Professionalität jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin in Hanau an den Tag legt, um für Kunden da zu sein." Serviceleiter Dominik Leber betonte: "Zufriedene Kunden sind die beste Werbung. Dadurch ist es uns gelungen, zum Start des neuen Ausbildungsjahres fünf Auszubildende begrüßen zu können."
Schulz gab auch einen Ausblick auf die Zukunft der Baumaschinen. Er erinnerte an die bauma, auf der zwei Fahrer einen Cat Kettenbagger 395 remote per Fernsteuerung Cat Command in einem Steinbruch knapp 300 Meter entfernt bewegten. Baumaschinen werden nach seinen Angaben weiter automatisiert arbeiten. "Erst mit Daten können Kunden ihr Geschäft effizient betreiben. Unser Ziel ist es, Kunden auf dem digitalen Weg zu begleiten und sie bestmöglich zu unterstützen."
Die Zeppelin Baumaschinen GmbH ist nach eigenen Angaben Europas führende Vertriebs- und Serviceorganisation der Baumaschinenbranche und seit 1954 in Deutschland Vertriebs- und Servicepartner von Caterpillar. Mit 1.941 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen 2024 einen Umsatz von rund 1,19 Milliarden Euro.