Korntal-Münchingen (ABZ). – Die Jebens GmbH feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen. Das 1950 in Stuttgart gegründete Unternehmen hat sich vom kleinen Familienbetrieb für Stahlhandel zu einem Systemlieferanten für schwere Brennteile und geschweißte Konstruktionen entwickelt.
Heute verarbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben jährlich rund 60.000 Tonnen Stahl zu Komponenten mit Stückgewichten von bis zu 160 Tonnen.
Seit 1990 gehört Jebens zur Dillinger Hüttenwerke AG. 1963 verlegte das Unternehmen seinen Sitz von Stuttgart nach Korntal-Münchingen und erweiterte in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich die Lager- und Hallenflächen sowie die Produktionskapazitäten. 2015 eröffnete der Brennteilspezialist ein zweites Werk in Nördlingen. 2024 übernahm Jebens die Vaas Großmechanik GmbH in Altlußheim vollständig und baute damit die Kompetenzen in Großmechanik und Montage aus.
Das Unternehmen beschäftigt rund 150 Mitarbeiter und verfügt laut eigener Darstellung über eines der größten Blechlager in Europa für hochqualitative Stähle im Dickenbereich von 100 bis 300 Millimetern. Das Lager führe auch hochfeste Güten wie S690 oder ASME-zertifizierte Materialien in extremen Dicken.
In bis zu siebenstufiger Fertigung verarbeitet Jebens Stahl im Dickenbereich von acht bis 1.100 Millimetern, mit Breiten bis zu 8.000 und Längen bis 20.000 Millimetern. Die Produktpalette reicht vom einfachen Brennteil bis zur einbaufertigen Baugruppe für Anwendungen im Maschinen- und Anlagenbau, Pressen-, Kran- und Spritzgussmaschinenbau.
"Ohne den Schritt von Brennteilen zu einbaufertigen Schweißbaugruppen wäre Jebens als Lieferant für Liebherr uninteressant geworden. Dieser Schritt hat eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte in der Zusammenarbeit nach sich gezogen", erklärt Thomas Hecht vom strategischen Einkauf bei Liebherr, Werk Ehingen.
Die ganzheitliche Kundenberatung umfasst nach Herstellerangaben Fragen zu Konstruktion, Prüfungen, Dokumentationen und Beschichtungsvorschriften. Dazu gehöre die schweißtechnische Beratung im Projektstadium ebenso wie das Aufzeigen von Möglichkeiten, teure Fräszeiten durch Brennen zu ersetzen.
"Durch die konsequente Weiterentwicklung unserer Fertigungsprozesse und des Know-hows unserer Belegschaft - von der Schweißtechnik über Wärmebehandlung bis zum autogenen Brennschneiden in Bereichen bis 750 Millimetern Dicke - haben wir Standards gesetzt, die uns Wettbewerbsvorteile sichern", erklärt Geschäftsführer Marcel Pfahl.
Mit den zwei Werken verfüge Jebens über die nötige Flexibilität, bei Engpässen an einem Standort eine Ausweichmöglichkeit zu haben. Werk II in Nördlingen ist durch größere Kabinen zum Strahlen und Grundieren auf höhere Stückgewichte im Komponentenbau ausgelegt. Damit einher ging die Erweiterung des Dienstleistungsportfolios um Montage von Elektrik und Hydraulik an komplexen Baugruppen.
"Jebens ist seit Jahren ein verlässlicher Partner für die Entwicklung und Herstellung komplexer Stahlgegengewichte aus Feinkornstahl für Mobilkrane. Das Insourcing weiterer Bearbeitungsschritte hat die Lieferkettenstabilität und damit die Attraktivität von Jebens als Full-Service-Supplier deutlich gesteigert", bestätigt Ole Ehrt, Commodity Manager Weldments bei Manitowoc Cranes, Wilhelmshaven.
Für die Zukunft plant das Unternehmen weitere Digitalisierung der Prozesse von der Beschaffung über die Fertigung bis zur Qualitätssicherung und Automatisierung. "Die kommenden Jahrzehnte werden bei uns durch weitere Digitalisierung der Prozesse geprägt sein, um unsere Position im internationalen Wettbewerb weiter auszubauen", sagt Marcel Pfahl.
Geschäftsführerin Susanne Britz, die seit zwei Jahren gemeinsam mit Marcel Pfahl die Doppelspitze bildet, ergänzt: "Über den Erfolg werden die Verfügbarkeit von hochwertigen Stählen, die Sicherung stabiler Lieferketten und die Flexibilität in der Produktion entscheiden."