Oldenburg (ABZ). – Das Institut für Rohrleitungsbau (iro) hat kürzlich vier Seminare zu den Schwerpunktthemen Wasserstoff, Digitalisierung, Kabelleitungsbau und Sanierung durchgeführt. Dem Institut zufolge orientierten sich die ein- bis zweitägigen Vorträge an den geplanten Präsentationen des abgesagten Oldenburger Rohrleitungsforums.
"Das Forum-Programm war bei der kurzfristigen Absage bereits fertiggestellt und die Vorbereitungsarbeiten erledigt", erläutert iro-Vorstandsmitglied und iro GmbH Oldenburg-Geschäftsführer Prof. Thomas Wegener. "Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, einzelne, thematisch zueinander passende Vortragsblöcke aus dem Programm auszuwählen und der interessierten Fachöffentlichkeit in Online-Seminaren anzubieten."
Unter Energieexperten zählt der Wasserstoff dem iro zufolge nach wie vor zu den Hoffnungsträgern beim Energiemix der Zukunft. Allerdings gebe es hier noch einiges zu klären. Viele technische Details, die mit den verwendeten Materialien und den zu erwartenden Betriebszuständen zusammenhängen, sind derzeit in der Diskussion und Ausarbeitung. Hinzu kommen Fragen übergeordneter strategischer Weichenstellungen sowie rechtliche Aspekte, die im Zusammenhang mit dem Thema Wasserstoff zu diskutieren sind.
Die Vorträge stellten anwendungsbezogene Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung vor und gingen unter anderem auf Aspekte der Zertifizierung der Wasserstoffverträglichkeit mit Blick auf die "H2-Readiness" oder die Umstellung und den Neubau der Wasserstoffinfrastruktur ein. Zudem gaben sie einen Überblick über den aktuellen Stand der Regelwerke.
Beim Thema Digitalisierung ging es um Chancen für die Neugestaltung planerischer, baulicher und betrieblicher Prozesse im Sinne ressourcensparender Anwendungen. Weitere inhaltliche Schwerpunkte bildeten Ausführungen über effiziente Maßnahmensteuerung in Rohrnetzen im Rahmen eines integrierten Asset-Managements sowie über die Vermessung mit Smartsphone-Apps oder die Vorstellung des Digitalen Monteurs.
Der Punkt Kabelleitungsbau nahm die geplanten und teilweise im Bau befindlichen großen Energietrassen in den Fokus. Thematisch ging es vom Erdkabelleitungsbau in Planung und Genehmigung über die Auswirkung der Energiewende auf Strom- und Rohrleitungsnetze bis hin zu den Herausforderungen an das deutsche Übertragungsnetzwerk.
Wie die Nutzungsdauer einer Rohrleitung mit ausgeklügelten Techniken und Systemen im Sinne des Ressourcenschutzes und der Nachhaltigkeit um Jahrzehnte verlängert werden kann, zeigte das Seminar zum Schwerpunkt Sanierung. Das Institut plant das nach wie vor 35. Oldenburger Rohrleitungsforum im nunmehr dritten Versuch für den 30. und 31. März 2023 in den Weser-Ems-Hallen in Oldenburg.