Finanzamt mit Fassade aus Architekturbeton umgesetzt

Nachhaltigkeit galt als Hauptkriterium

Karlsruhe (ABZ). – Ganz bewusst einen ruhigen, eher gleichförmigen Baukörper erzeugen – mit dieser Absicht konzipierte das Stuttgarter Büro Wittfoht Architekten den Neubau des Finanzamts Karlsruhe. Geschaffen wird die rationale und klare Optik durch eine Architekturbetonfassade aus Fertigteilen mit Dyckerhoff Weiss.
Dyckerhoff Baustellen
Bewusst ruhig und gleichmäßig realisiert: Die Architekturbetonfassade des Finanzamtes Karlsruhe besteht aus Betonfertigteilen mit Dyckerhoff Weiss. Foto: Brigida Gonzales

Die von den Architekten gewünschte Präzision und Scharfkantigkeit habe sich hervorragend mit Betonfertigeilen realisieren lassen. Um eine noch größere Gleichmäßigkeit zu erreichen, wurde die Oberfläche der Fassadenelemente gestrahlt. Den Auftrag für Herstellung, Lieferung und Montage der aus Außenschale und tragender Innenschale bestehenden Fassade konnte sich die Firma Dreßler Bau sichern. Alle Elemente wurden im Fertigteilwerk in Stockstadt am Main produziert und, mit einer inneren Dämmung versehen, als Sandwichteile zusammengefügt.

Nachhaltigkeitsaspekte spielten eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für eine Gebäudehülle aus Architekturbeton. Durch die Kompaktheit der Betonfertigteile wird die Energieeffizienz gesteigert, sodass das Finanzamt über Passivhausqualität verfügt. Auch in Bezug auf Unterhalt und Wartung sollte das Gebäude substanziell und somit ressourcenschonend sein. Dies erfüllt der Baustoff Beton, da er verglichen mit anderen Fassadensystemen eine lange Lebensdauer hat. Ein zusätzlicher Beitrag zum Klimaschutz wird auf dem begrünten Dach des Gebäudes geleistet. Dort steht eine Photovoltaikanlage, die im Durchschnitt 50.000 kWh Strom pro Jahr produziert. Insgesamt wurden im Fertigteilwerk 261 Sandwichelemente hergestellt, die Vorsatzschalen sowie weitere 264 Vorhangfassadenplatten jeweils auf Basis von Dyckerhoff Weiss.

Da die Fassade eine gewisse Wärme ausstrahlen sollte, wurden Sande und Körnungen aus Jura gelb beigemischt. Die eher schmalen Fenster wechseln sich mit 70 cm tiefen und 65 cm breiten Stützen ab, die alle den gleichen Abstand zueinander haben. Durch die mit 40 cm sehr tiefen Fensterlaibungen entsteht eine sehr plastische Wirkung. Als Oberflächenschutz wurde im Erdgeschoss-Bereich ein Graffitischutz aufgebracht und ab dem ersten Obergeschoss eine Hydrophobierung. Der quaderförmige Bau ist bei einer Höhe von 19 m etwa 64 m lang und 17,5 m breit. 5700 m² Nutzfläche verteilen sich auf sechs Ober- und zwei Untergeschosse. Es wurde Platz für ein Kundenzentrum im Erdgeschoss sowie für 300 Arbeitsplätze geschaffen. Das neue Finanzamt befindet sich in der Karlsruher Oststadt, einem gründerzeitlichen Stadtgebiet mit Blockrandbebauung. Bauherr ist das Amt Karlsruhe des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg.

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