Zwei Büros – ein Raum voller Möglichkeiten

Modern gestaltete Bürogebäude kehren ihr Inneres gekonnt nach außen

Deppe Backstein Mauerwerksbau
Die Klinkermanufaktur Deppe Backstein-Keramik GmbH hat für die Neubauten einen eigentlich herkömmlichen Lochziegel so angewendet, dass den Verantwortlichen zufolge eine besondere Ästhetik entsteht. Foto: André Sobott

Nordhorn/Bielefeld (ABZ). – An ihren Bürostandorten Nordhorn und Bielefeld hat die List Gruppe zwei neue Bürogebäude geplant und schlüsselfertig realisiert. Unterstützung in der Erarbeitung des Entwurfs beider Bürohäuser erhielt das Immobilienunternehmen durch das Architekturbüro RKW Architektur + aus Düsseldorf sowie brandherm + krumrey interior architecture, die für die Innenarchitektur verantwortlich waren.

Die flexiblen "Multispaces", wie List die Bürogebäude nennt, prägt ein modernes Inneres, aber vor allem eine spezielle Fassade, die in dieser Form bisher noch nicht umgesetzt wurde.

Die Klinkermanufaktur Deppe Backstein-Keramik GmbH aus der Grafschaft Bentheim hat hierfür einen eigentlich herkömmlichen Lochziegel gemeinsam mit dem Architektenteam von RKW Architektur + so angewendet, dass den Verantwortlichen zufolge eine besondere Ästhetik entsteht. Unter dem Namen "Our Office" bieten die zweigeschossigen quaderförmigen Gebäude seit wenigen Monaten rund 150 Mitarbeitenden in Nordhorn und etwa 100 Mitarbeitenden am Standort Bielefeld Raum für effizientes Arbeiten. In Bielefeld stellt das Bürohaus 50 Arbeitsplätze auch externen Unternehmen zur Verfügung.

Für die Innenraumplanung stand die Idee eines Hangars Pate: ein offenes Areal, in dem unterschiedliche Disziplinen an ihren Projekten arbeiten. So erhielten die Gebäude zwei hohe Stockwerke mit jeweils einer lichten Deckenhöhe von mehr als 6 m, die durch je einen großzügigen Luftraum und je eine freie Treppe verbunden wurden. Deckenhohe Wände entfallen vollends. Alle Funktionseinheiten wurden als Boxen in die Räume eingestellt.

Auch sind Treppenhäuser und Aufzug von den Fassaden losgelöst, sodass die im Wechsel aus Glas und Klinker bestehenden Fassadenbänder störungsfrei um das Gebäude laufen und dank bodentiefer Fenster für besonders viel Tageslicht sorgen. Bereits lange vor der eigentlichen Entwurfsphase hat sich Gerhard List, Vorstandsmitglied der List Gruppe, mit der Fragestellung auseinandergesetzt, was ein Bürogebäude heutzutage eigentlich mitbringen muss und wie es auch in Zukunft bestehen kann. Das menschliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Interaktion sowie das Potenzial, das ein persönlicher kreativer Austausch bietet, waren für ihn dabei die Schlüsselaspekte.

Das neue Bürogebäude sollte ein Ort der Begegnung, des Lernens, des Austausches und der Kommunikation sein. Ein Raum, der Erlebnis bietet und dabei die Unternehmenswerte und -kultur spür- und ablesbar werden lässt. Kurzum: Ein Raum der Möglichkeiten, der Mehrwerte für die Arbeit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden bietet.

Der industrielle Charakter der Außenfassade wurde durch die Anwendung von individuell entwickelten Klinkerriemchen erzielt. So kommen bei beiden Bürogebäuden keine herkömmlichen Riemchen zum Einsatz, sondern DF-Lochsteine, die durch die Lochung hindurch geschnitten und mit der Lochseite nach außen an der Fassade verarbeitet wurden.

Dadurch, dass die Schnittstelle genau durch die Lochungsstege verläuft, entwickelt sich eine besondere Oberfläche, die dem Blick auf das Gefüge des Materials preisgibt, ohne unfertig zu wirken. Die Riffelung erzielt eine ganz besondere Optik und auch Haptik, eine moderne Ornamentik. "Mit Deppe haben wir einen Partner gefunden, der unser Mindset geteilt hat. Wir wollten einerseits eine wertige Klinkerfassade zeigen, die aber gleichzeitig nicht im Traditionellen verhaftet bleibt.

Die gefundene Lösung nimmt den industriellen Charakter der Neubauten auf und wirkt sinnlich und grafisch zugleich – ohne jede Effekthascherei", erläutert List. Dabei gliedert sich die rund 14 m hohe Fassade in unterschiedliche Ebenen aus Glas und Klinkerriemchen, sodass die Riffelung im Kleinen als Schichtung im Großen Übersetzung findet.

Um für das festgelegte Gebäudemaß das entsprechende Fassadenbild zu realisieren, galt es, vom herkömmlichen Klinkerformat abzuweichen und das Lochbild im Ziegel anzupassen, um die entsprechende Ästhetik zu erreichen. Am Ende des Planungsprozesses konnten mit drei Schnitten je vier gleichwertige Riemchen aus nur einem Stein gewonnen werden.

Bei allen optischen Besonderheiten der Fassade bietet diese eine zugleich wirtschaftliche und ressourcenschonende Lösung heißt es seitens der Verantwortlichen. Denn oftmals entsteht bei der Produktion von Riemchen eine Menge Verschnitt. Bei den für die List-Bürogebäude entwickelten Steinen ergeben sich vier nutzbare Riemchen, es fällt kein nennenswerter Abfall an.

Die Produktion der Lochsteine konnte ohne Schwierigkeiten in die Abläufe der Klinkermanufaktur integriert werden, teilt Deppe mit. Die für List entwickelte Lösung in den Farben Rot und Schwarz ist auch in anderen Farben realisierbar. Hinzu kommt, dass das Team vor Ort die Fassade als Riemchen geklebt hat, sodass verschiedene Verlegekombinationen und individuelle Muster möglich sind.

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