Der Industrie hofft auf vereinfachte Baustandards und kostengünstige Methoden wie den 3D-Druck-Hausbau.
Potsdam (dpa). – Der wirtschaftliche Druck auf die kriselnde Baubranche wächst. Laut Bauindustrieverband Ost setzte sich der negative Trend bei den Auftragseingängen fort.
Zudem stieg die Zahl der Insolvenzen im ersten Vierteljahr dieses Jahres. Hoffnungen setzt die Branche auf einen einfacheren und kostengünstigeren Wohnungsbau.
Das Bundesbauministerium ermögliche es Planern und Bauherren, sich auf niedrigere Baustandards zu einigen. Dies sei ein wichtiges Signal für die Branche, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost, Robert Momberg, gegenüber Medien. "Positiv zu bewerten ist, dass der Gebäudetyp E hier eine dringend benötigte Flexibilität im Bauprozess bietet."
Wohnungsbauverbände hatten beklagt, es werde oft nach Goldstandard gebaut, weil man andernfalls rechtliche Probleme fürchte. Zudem fordert der Verband eine Offensive zur Entbürokratisierung und sieht keinen flächendeckenden Einsatz von 3D-Druckern für Hausbau.
"Die Entwicklung des 3D-Drucks als Bauverfahren ist grundsätzlich begrüßenswert, wird jedoch das traditionelle Bauen nicht ablösen", meinte Momberg. Unterschiedliche Bauordnungen in den Bundesländern dürften einen flächendeckenden Einsatz erschweren.
Entspannung ist laut Verband beim kriselnden Wohnungsbau kaum in Sicht. Baukosten seien mittlerweile so hoch, dass etwa viele Wohnungsgenossenschaften und kommunale Unternehmen neue Projekte auf Eis gelegt hätten. Das Gesamtvolumen der Auftragseingänge von Januar bis Mai 2024 sank in Ostdeutschland laut Verband insgesamt nominal um0,9 Prozent auf 7,53 Milliarden Euro.
"Damit wurde der bereits niedrige Wert des Auftragseinganges des Jahres 2023 nochmals leicht unterschritten" (7,6 Milliarden Euro), so Momberg. Beim Hochbau setzten sich massive Rückgänge fort.