Berlin (ABZ). – Das Bundesbauministerium hat nach eigenen Angaben die Zinskonditionen für die Neubauförderprogramme "Klimafreundlicher Neubau (KFN)" und "Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment (KNN)" verbessert.
Die attraktiveren Konditionen sollen den Wohnungsbau ankurbeln. Für beide Programme gelten ab sofort deutlich günstigere Zinskonditionen. Das Ministerium will damit noch in diesem Jahr einen Impuls für klimafreundlichen sowie flächeneffizienten und bezahlbaren Wohnraum setzen. Beim Programm KNN waren bereits zuvor Verbesserungen bei der Baukostenobergrenze und der Wohnflächengrenze umgesetzt worden.
"Viele Messpunkte deuten auf eine Erholung im Wohnungsbau hin. Diesen Aufschwung wollen wir befeuern", erklärt Bundesbauministerin Verena Hubertz. "Wir ziehen deshalb den wichtigen Hebel der Zinsverbilligung für Bauherrinnen und Bauherren noch ein gutes Stück nach oben, damit noch mehr bezahlbarer und klimafreundlicher Wohnraum entstehen kann."
Das Programm KFN zählt zu den wichtigsten Neubauprogrammen des Bundes. Seit 2023 konnten bereits rund 115.000 klimafreundliche Wohneinheiten gefördert werden. Mit dem Programm können der Neubau und der Ersterwerb klimafreundlicher und energieeffizienter Wohn- und Nichtwohngebäude gefördert werden. Investoren, Genossenschaften, Unternehmen und Privatpersonen können die Förderung durch zinsverbilligte Kredite bei ihrer Hausbank beantragen. Kommunen können Zuschüsse erhalten.
Eine größere Unterstützung gibt es für Gebäude, die zusätzlich das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) erreichen. Beim Programm KNN hatte es bereits Anfang des Monats Konditionsverbesserungen gegeben. Küchen und Wohnküchen werden künftig als Aufenthaltsräume gewertet. Das Programm wurde damit an die Baupraxis angepasst, die häufig bei kompakten Wohnungen die Küche offen gestaltet. Die Flexibilität der Wohnraumgestaltung wurde dadurch erhöht.
Zusätzlich war die Baukostengrenze angehoben worden. Durch die Anhebung sind mehr Projekte als zuvor innerhalb der Kostengrenze realisierbar. Das Programm KNN fördert klimagerechte und flächeneffiziente Neubauvorhaben. Über eine Baukostenbegrenzung soll bezahlbarer Wohnraum entstehen. Ebenso kann der Kauf neuer Gebäude, die bereits gebaut wurden und die Vorgaben erfüllen, gefördert werden. Die Förderung für Investoren, Genossenschaften, Unternehmen und Privatpersonen erfolgt mittels zinsverbilligter KfW-Kredite. Kommunen können Zuschüsse erhalten.
Dazu Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe: "Mit den neuen Förderkonditionen sinken die Zinsen im Neubauförderprogramm Klimafreundlicher Neubau (KFN) um 0,6 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent; im Programm Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment (KNN) sogar von 2,2 auf 0,8 Prozente. Jede Wachstumsinitiative ist ein Schritt in die richtige Richtung – aber die Senkungen müssen aber dauerhaft abgesichert werden. Nur so werden potentielle Häuslebauer wieder Vertrauen fassen und investieren."
Zudem müssten weitere Maßnahmen folgen. Das im Koalitionsvertrag vereinbarte EH55-Programm müsse endlich starten und im Bundeshaushalt 2026 solide und attraktiv ausgestattet werden.
Pakleppa: "Eigentlich ist alles klar: Die Menschen wollen bauen und die Bauunternehmen stehen bereit. Jetzt muss die Politik die Voraussetzungen schaffen."