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Flack Holzbau: Mit attraktivem Klima Fachkräfte halten

Das Holzbau-Unternehmen Flack hält Fachkräfte durch hohes Ausbildungsengagement, ein attraktives Azubi-Programm und ein gutes Betriebsklima.

Von ABZ
Azubi-Programm zieht Nachwuchs an
Das schwäbische Holzbau-Unternehmen Flack hat aufgrund seiner Nachwuchsförderung keine Personalsorgen. | Foto: Holzbau Flack

Ammerbuch (ABZ). – Die Suche nach neuen Mitarbeitern ist schwierig – auch im Bauhandwerk. Doch es gibt Betriebe, denen neue Azubis und andere Mitarbeiter gleichsam in den Schoß fallen. Das schwäbische Holzbau-Unternehmen Flack gehört zu diesen Betrieben.

"Junge Leute ziehen junge Leute", erklärt Christian Flack, warum seine Firma keine Nachwuchssorgen hat. Der Stamm an guten Mitarbeitern rekrutiert sich zum großen Teil aus dem Nachwuchs.

"Natürlich kommt es heute wesentlich häufiger vor als früher, dass ein Auszubildender nach dem dritten Lehrjahr aussteigt, um noch ein Studium draufzusatteln oder ganz etwas anderes zu probieren", sagt der Firmenchef. "Das müssen wir dann natürlich auffangen, indem wir die entstehenden Lücken mit neuen Azubis füllen. Das gelingt uns erfreulicherweise ganz gut." Hinzu kommt ein Betriebsklima, in dem sich die Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz und in ihrem Team wohl fühlen.

Vor gut 14 Jahren war Christian Flack nach seiner Lehre als Zimmermann und dem Studium als Bauingenieur bei der Zimmerei Karl eingestiegen, dem Vorläuferbetrieb seines Unternehmens. "Schon dort war die Ausbildungsquote relativ hoch. Zwei Azubis pro Lehrjahr waren üblich, also insgesamt sechs Azubis – und das bei einer 14-köpfigen Belegschaft."

Das ausbildungsfreundliche Klima hat er nach der Übernahme des Betriebs bewusst weiter ausgebaut. "Wir haben uns intensiv Gedanken darüber gemacht, was uns für junge Leute und Ausbildungswillige attraktiv macht." Ein Firmenprofil sei aus harten und weichen Faktoren erarbeitet worden. Aus mehreren Komponenten wurde ein ganzes Azubi-Programm zusammengestellt, berichtet der Geschäftsführer.

Dazu gehören regelmäßige Azubi-Tage, zum Beispiel gleich zu Beginn des neuen Lehrjahres im September. "Da laden wir alle unsere Azubis und deren Eltern ein. Wichtig ist dabei, dass sich bei dieser Gelegenheit die älteren und die ganz frischen Auszubildenden beschnuppern können und kennenlernen." Für die Neulinge und deren Eltern gibt es nach eigenen Angaben eine Betriebsführung, die Azubis im zweiten und dritten Lehrjahr bauen an diesem Tag ein Modell, um zu zeigen, was man in diesem Beruf lernen kann.Dazu gehören auch spezielle Azubi-Ausflüge, in der Regel über zwei Tage.

"Dabei besuchen wir gemeinsam mit unseren Ausbildungsmeistern einen unserer Lieferanten, wo's eine Werksführung und eine Produktschulung gibt." Nicht zu vergessen das Rahmenprogramm, etwa ein GoKart-Rennen, und das abendliche Zusammensein in der Hotelbar. Wer heute eine Ausbildung beginne, stelle recht hohe Ansprüche an seinen Ausbildungsbetrieb. Dem müsse man gerecht werden, so Christian Flack. "Da muss nicht nur die Stimmung in der Firma gut sein, die jungen Leute wollen in aller Regel auch wirklich was lernen. Deshalb haben wir schon vor Jahren bei uns die Funktion des Ausbildungsmeisters eingeführt, üblicherweise sind das Jungmeister."

Das hat mehrere Vorteile: Der Altersunterschied zwischen Azubis und Meistern ist vergleichsweise gering, die Auszubildenden haben einen vertrauten Ansprechpartner bei Problemen oder technischen Fragen, und die Jungmeister sind dafür verantwortlich, dass die Azubis sich gut aufgehoben fühlen und gute Arbeit abliefern.

Ein weiteres Element des Azubi-Programms bei Flack ist die Azubi-Woche. "Dafür suchen wir uns Kundenprojekte, die von unseren Azubis umgesetzt werden – unter Anleitung ihrer Ausbildungsmeister, versteht sich." Das kann etwa ein Terrassenbau sein oder eine Pergola, eine Dachsanierung oder ein Carport.

Das Prinzip dieser Projekte: Der Kunde erklärt sich einverstanden, dass sein Projekt von den Flack-Azubis umgesetzt wird, dafür bekommt er einen Nachlass. Üblicherweise erfordern diese Projekte etwa zwei Tage Vorarbeit in der Halle und zwei Tage Montage vor Ort.

Hinzu kommt der richtige Umgang mit den Mitarbeitern. "Man muss sich einfach auf die jungen Leute einlassen, muss sie ernst nehmen und mit ihnen auf Augenhöhe kommunizieren", erklärt Christian Flack.

Heute zählt Christian Flack 44 Beschäftigte in seinem Unternehmen, davon 14 Azubis – das entspricht einer Ausbildungsquote von rund 32 Prozent. "Gerade bei Handwerksbetrieben ist ein ganz wichtiger Effekt die Mund-zu-Mund-Propaganda in der Region. Das heißt, es spricht sich einfach rum, dass bei uns ein gutes Klima herrscht, dass man bei uns was lernt und einen soliden, sicheren Arbeitsplatz hat. Kurz, dass wir ein ,cooler' Betrieb sind."

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