Markkleeberg (dpa). – Die Agra-Brücke südlich von Leipzig muss wegen erheblicher Mängel abgerissen und neu gebaut werden. Die jüngst durchgeführten Untersuchungen hätten gravierende Schäden im Spannstahl der Brücke gezeigt, wie Sachsens Infrastrukturministerium mitteilte.
Stahlproben von der Oberseite der Brücke seien zuvor entnommen worden. "Die ursprünglich noch angenommene Lebensdauer von zehn Jahren ist nicht mehr ansatzweise haltbar", sagte Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) laut der Mitteilung. Schon seit vielen Jahren gibt es Diskussionen um den Zustand der Agra-Brücke. Sie wurde 1976 erbaut und enthält sogenannten Hennigsdorfer Spannstahl – ein Material, das auch bei der eingestürzten Carolabrücke in Dresden verwendet worden war. Die Agra-Brücke ist seither eine von 19 Brücken in Sachsen, die unter besonderer Beobachtung stehen. Bereits vor knapp einem Jahr waren laut Ministerium an der Unterseite der Brücke Stahlproben entnommen worden. Diese hätten ergeben, dass das Material vorgeschädigt war. Seit dem 7. November war die Brücke genauer untersucht worden. Jetzt sei klar: Eine Instandsetzung ist nicht mehr möglich. Die 357 Meter lange Agra-Brücke auf der Bundesstraße 2 ist ein Nadelöhr für den Verkehr, der aus südlicher Richtung nach Leipzig einfährt. Dem Ministerium zufolge passieren täglich rund 30.000 Fahrzeuge die Brücke. Schon lange darf sie nur mit Tempo 60 befahren werden.
