Berlin (ABZ | Beschäftigte, die im Freien arbeiten, sind während Hitzeperioden einem erhöhten Gesundheits- und Unfallrisiko ausgesetzt. Darauf weist die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) hin und appelliert an Unternehmen, rechtzeitig Maßnahmen zum Hitzeschutz umzusetzen. Unterstützung bieten nach Angaben der BG Bau Hitzeaktionspläne sowie ergänzende Informationsmaterialien.
»Die hohen Temperaturen im Juni haben die Beschäftigten der Bauwirtschaft enorm belastet«, sagt Björn Kass, Präventionsleiter der BG Bau. »Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen sich für die nächsten Hitzeperioden wappnen und Vorkehrungen zum Schutz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen. Dazu zählen Verschattungen, ausreichend Trinkwasser, zusätzliche Pausen und klare Abläufe für Notfälle.«
Nach Angaben der BG Bau unterstützen Hitzeaktionspläne für den Innen- und Außenbereich sowie Checklisten Unternehmen dabei, Gefährdungen zu beurteilen, Zuständigkeiten festzulegen und Schutzmaßnahmen für heiße Arbeitstage vorzubereiten. Neben hohen Temperaturen stelle auch ultraviolette (UV-)Strahlung eine erhebliche Belastung für Beschäftigte im Freien dar.
Vorrang hätten technische Maßnahmen, die Belastungen möglichst direkt an der Quelle reduzieren. Dazu zählen beispielsweise Wetterschutzzelte, Sonnensegel oder klimatisierte Pausenbereiche. Ergänzend empfiehlt die BG Bau organisatorische Maßnahmen wie angepasste Arbeitszeiten, zusätzliche Pausen, Trinkregeln, klare Zuständigkeiten und vorbereitete Notfallabläufe. Persönliche Schutzausrüstung wie UV-Schutzkleidung, Schutzbrillen, Kopfbedeckungen, Sonnencreme oder Kühlwesten könne diese Maßnahmen ergänzen, sie jedoch nicht ersetzen.
Nach Angaben der BG Bau sollten Beschäftigte Anzeichen einer hitzebedingten Überlastung kennen. Dazu gehören Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, ungewöhnliche Erschöpfung, Verwirrtheit oder Koordinationsprobleme. Zudem sei es wichtig, auch auf den Gesundheitszustand von Kolleginnen und Kollegen zu achten.
Treten entsprechende Beschwerden auf, sollte die betroffene Person aus der Hitze gebracht und Erste Hilfe geleistet werden. Bei schweren oder anhaltenden Symptomen ist nach Angaben der BG BAU der Rettungsdienst zu verständigen. Klar geregelte und allen Beschäftigten bekannte Notfallabläufe sollen dazu beitragen, im Ernstfall schnell reagieren zu können.
Die BG Bau unterstützt Unternehmen nach eigenen Angaben zudem mit finanziellen Anreizen für Investitionen in den Sonnen- und Hitzeschutz. Förderfähig sind unter anderem Kühlwesten, UV-Schutzkleidung und geeignete UV-Schutzbrillen. Ziel ist es laut BG Bau, Unternehmen zu motivieren, Präventionsmaßnahmen frühzeitig umzusetzen.