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"Mehr als ein Produktionsstandort"

Von ABZ
Bobcat Demo Days 2026 in Dobříš
Ein Blick über das Gelände von Babcat am tschechischen Standort Dobříš. | Foto: Cornelia Rachow

Dobříš (ABZ) | Mit einer Mischung aus Produktpremieren, Praxistests und exklusiven Einblicken hinter die Werkstore hat Bobcat auf den Demo Days 2026 am tschechischen Standort Dobříš sein aktuelles Maschinenprogramm vorgestellt.

Händler, Kunden und Fachjournalisten konnten mehr als 90 Maschinen und über 250 Anbaugeräte unter realen Einsatzbedingungen testen. Besonderes Interesse galt dabei den neuen Kompakt-Radladern L85 und L100, die erst zur GaLaBau offiziell auf den Markt kommen sollen.

Bevor die Maschinen draußen ihre Muskeln spielen lassen durften, versammelten sich die Teilnehmer zunächst im Schulungszentrum auf dem Dobříš-Campus. Während draußen bereits die Sonne über den weitläufigen Werksanlagen stand und die ersten Maschinen für ihre Auftritte vorbereitet wurden, gab Patrik Nátr, Product Marketing Manager bei Bobcat EMEA, einen Überblick über Unternehmen, Standorte und die aktuelle Produktstrategie.

Auf der Leinwand erschienen zunächst Zahlen, Karten und Standortübersichten. Schnell wurde deutlich, dass Bobcat längst weit mehr ist als der Hersteller der bekannten Kompaktlader. Mit einem weltweiten Umsatz von 6,18 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 und rund 2.500 Mitarbeitern in der EMEA-Region hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren deutlich breiter aufgestellt. Eine besondere Rolle spielt dabei der Standort Dobříš in Tschechien. Der Campus vereint EMEA-Hauptsitz, Innovation Center, Produktion, Schulungszentrum und Logistik an einem Ort. Rund 1.700 Mitarbeiter arbeiten hier, jährlich verlassen etwa 25.000 Maschinen die Fertigung. »Dobříš ist für uns weit mehr als ein Produktionsstandort. Hier sitzen Entwicklung, Fertigung und Management Tür an Tür«, erläuterte Nátr.

Während auf den Folien die weltweiten Standorte eingeblendet wurden, spannte Nátr den Bogen zum aktuellen Maschinenprogramm. Längst steht Bobcat nicht mehr ausschließlich für Kompaktlader. Minibagger, Teleskoplader, Verdichtungstechnik, Kompakttraktoren, Gabelstapler sowie mobile Stromerzeuger und Kompressoren gehören inzwischen ebenso zum Portfolio. Ziel sei es, Kunden in Bauwirtschaft, Landwirtschaft und Landschaftsbau für immer mehr Anwendungen Lösungen aus einer Hand anzubieten.

Besonderes Augenmerk legte Nátr auf die neue Generation der R-Series-Evolution-Lader. »Bei dieser Baureihe standen Fahrerkomfort und Übersichtlichkeit ganz oben auf der Agenda«, sagte er. Im Mittelpunkt stehen dabei ein verbessertes Bedienerlebnis, höhere Agilität und zusätzliche Technologien für den Fahrer. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein neues Acht-Zoll-Touchdisplay, zusätzliche Kameraansichten sowie individuell anpassbare Fahrmodi. Darüber hinaus stellte Nátr den neuen Kompakt-Raupenlader T650 vor, der speziell für Stage-V-Märkte entwickelt wurde und ohne AdBlue auskommt. Für besonderes Interesse sorgte schließlich ein Ausblick auf künftige Entwicklungen, die einen Eindruck davon vermittelten, wohin sich die Technik in den kommenden Jahren entwickeln könnte.

Nach der Präsentation der Unternehmenszahlen, Produktneuheiten und strategischen Ausrichtung verlagerte sich das Geschehen auf das Vorführgelände des Bobcat-Hauptsitzes. Dort wartete bereits der nächste Programmpunkt auf die Teilnehmer.

Vor der Tribüne präsentierte Bobcat sein aktuelles Maschinenprogramm in einer groß angelegten Vorführung. Während die Moderation die einzelnen Modelle ankündigte und technische Hintergründe erläuterte, fuhren die Maschinen nacheinander auf die Präsentationsfläche. Für die anwesenden Händler, Kunden und Fachjournalisten bot sich dabei ein eindrucksvoller Überblick über die Bandbreite des Programms. Mehr als 90 Maschinen sowie über 250 Anbaugeräte standen während der Demo Days zur Verfügung.

Begleitet von Lautsprecherdurchsagen, Motorengeräuschen und dem typischen Klang arbeitender Hydraulik entstand eine Atmosphäre, die eher an eine Live-Show als an eine klassische Pressekonferenz erinnerte. Eine Maschine nach der anderen fuhr auf das Gelände, während die Moderation die wichtigsten technischen Merkmale erläuterte. Die Vorführung war dabei weit mehr als eine reine Maschinenparade. Sie zeigte eindrucksvoll, wie breit Bobcat sein Programm inzwischen aufgestellt hat.

»Seit 15 Jahren veranstalten wir die Demo Days und sie haben sich als unverzichtbare Veranstaltungen für unsere Bobcat-Händler und deren Kunden erwiesen, um eine breite Auswahl an Maschinen und verschiedene Anbaugeräte unter realen Arbeitsbedingungen auszuprobieren. Zudem bieten sie die ideale Gelegenheit für Bobcat und seine Kunden aus der gesamten EMEA-Region, noch engere Beziehungen aufzubauen«, sagte Katinka Kincses, Produktmanagerin für Lader bei Bobcat.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand das Lader-Programm. Nachdem Bobcat im vergangenen Jahr vor allem neue Entwicklungen im Minibaggerbereich vorgestellt hatte, rückten diesmal die Kompaktlader, Kompakt-Raupenlader und Kompakt-Radlader in den Fokus. Zu den wichtigsten Neuheiten gehörten die Modelle der neuen R-Series Evolution. Präsentiert wurden die Kompaktlader S66-2, S76-2 und S86-2 sowie die Kompakt-Raupenlader T66-2, T76-2 und T86-2. Die neue Generation bietet unter anderem ein neues Acht-Zoll-Touchdisplay, individuell wählbare Fahrmodi sowie zahlreiche Verbesserungen bei Bedienkomfort, Leistung und Zuverlässigkeit. Für die Modelle S86-2 und T86-2 setzt Bobcat zudem auf einen neuen 115-PS-Motor.

Ebenfalls Teil der Vorführung war der neue Kompakt-Raupenlader T650. Das speziell für Stage-V-Märkte entwickelte Modell wird von einem 55-kW-Motor angetrieben und erreicht eine Nennbetriebslast von 1.192 kg. High-Flow-Hydraulik, Bob-Tach-Schnellwechselsystem und die Kompatibilität mit bestehenden Bobcat-Anbaugeräten sollen den T650 insbesondere für vielseitige Einsätze interessant machen.

Auf die Vorführung folgte ein Blick hinter die Kulissen. Jürgen Gremez, Training Director & Regional Sales Director für Frankreich und die Benelux-Staaten, führte die internationalen Fachjournalisten durch das Werk in Dobříš. Dabei ging es nicht um Hochglanzbroschüren oder Produktvideos, sondern um die Fertigung selbst.

Der Rundgang führte durch die Produktionsbereiche des Werks, in denen geschweißt, montiert und die Maschinen für die europäischen Märkte gefertigt werden. Immer wieder blieb Gremez stehen, um einzelne Fertigungsschritte zu erläutern und Fragen der Besucher zu beantworten. Dabei wurde deutlich, welche zentrale Rolle der Standort innerhalb der EMEA-Organisation von Bobcat spielt.

Dobříš ist weit mehr als ein reiner Produktionsstandort. Dort befinden sich das EMEA-Headquarter, Entwicklungsbereiche sowie die Fertigung unterschiedlicher Maschinenbaureihen. Für die Journalisten bot sich damit die seltene Gelegenheit, die Entstehung der Maschinen nicht nur auf Folien zu sehen, sondern unmittelbar in der Produktion.

Zum Abschluss der Werksführung versammelte sich die Gruppe im Eingangsbereich des Headquarters. Dort steht ein restaurierter historischer Bobcat-Lader, der an die Anfänge der Marke erinnert. Vor dem Fahrzeug schlug Gremez noch einmal den Bogen von den Ursprüngen des Unternehmens zu den aktuellen Entwicklungen, die zuvor in der Präsentation vorgestellt worden waren. Der historische Lader bildete damit einen passenden Schlusspunkt eines Rundgangs, der die Verbindung von Tradition, Produktion und Produktentwicklung am Standort Dobříš greifbar machte.

Während die Maschinen zunächst von der Tribüne aus beobachtet werden konnten, standen sie anschließend für praktische Testfahrten bereit. Auf den unterschiedlichen Testflächen des Geländes wechselten Kunden, Händler und Medienvertreter vom Zuschauer zum Fahrer. Die Maschinen konnten unter realen Bedingungen ausprobiert, Anbaugeräte getestet und technische Details direkt mit den Produktspezialisten diskutiert werden.

Bei sommerlichen Temperaturen herrschte auf dem Gelände reger Betrieb. Überall liefen Maschinen, wurden Schaufeln bewegt, Anbaugeräte gewechselt und technische Details diskutiert. Genau dieser direkte Kontakt mit den Produkten macht seit Jahren den Kern der Demo Days aus.

Besonders groß war das Interesse an den neuen Kompakt-Radladern L85 und L100. Die beiden Maschinen wurden von Bobcat erstmals einer breiteren Fachöffentlichkeit vorgestellt, obwohl ihre offizielle Markteinführung erst zur GaLaBau im September geplant ist. Entsprechend groß war die Aufmerksamkeit auf dem Testgelände. Viele Teilnehmer nutzten die seltene Gelegenheit, die Maschinen bereits Monate vor ihrer offiziellen Markteinführung selbst zu fahren.

An dieser Station stand Matyas Heuer, Senior Product Manager – LDR bei Bobcat, den Besuchern für Fragen zur Verfügung. Zwischen den Testfahrten erläuterte er die technischen Hintergründe der beiden Modelle und ging auf Rückmeldungen der Teilnehmer ein.

»Beide Modelle sollen unseren Kunden eine hohe Konfigurationsflexibilität bieten«, erläuterte Heuer. Der überarbeitete L85 verfügt über eine 0,8-Kubikmeter-Schaufel, während der neue L100 mit einer 1,0-Kubikmeter-Schaufel ausgestattet ist. Darüber hinaus stehen unterschiedliche Geschwindigkeitsvarianten mit 20, 30 oder 40 km/h zur Verfügung. Beide Maschinen können sowohl für klassische Load-and-Carry-Anwendungen als auch als Tool Carrier konfiguriert werden.

Technisch hat Bobcat die beiden Modelle in zahlreichen Details weiterentwickelt. Dazu zählen ein erhöhter Zusatzhydraulikdruck von bis zu 235 bar, eine optimierte Joystick-Abstimmung, eine verbesserte Ergonomie der Bedienelemente sowie eine höhere Anbaugerätekompatibilität. Gleichzeitig bleiben die Komfortmerkmale erhalten, die viele Anwender bereits von den bisherigen Maschinen kennen.

Gerade der neue L100 entwickelte sich auf dem Testgelände zu einem der Publikumsmagneten der Veranstaltung. Immer wieder bildeten sich kleine Gruppen um die Maschine, während die Besucher ihre Eindrücke austauschten und mit den Produktspezialisten diskutierten. Dass Bobcateine derart wichtige Neuheit bereits Monate vor ihrer offiziellen Markteinführung nicht nur zeigte, sondern auch für praktische Testfahrten freigab, unterstrich den besonderen Charakter der Demo Days.

Nach den Testfahrten führte der Rundgang schließlich durch das Innovation Center. Dort ging es weniger um spektakuläre Neuentwicklungen als um die Frage, wie bestehende Maschinen kontinuierlich verbessert werden können.

Auf den ersten Blick erinnern die Prüfstände und Messräume an ein technisches Labor. Tatsächlich werden dort unterschiedlichste Belastungsszenarien simuliert und analysiert. Wie reagiert eine Maschine auf starke Neigungen? Wie verändern sich Fahreigenschaften und Stabilität unter extremen Bedingungen? Welche Bauteile werden besonders beansprucht? Und wie lassen sich mögliche Schwachstellen bereits im Entwicklungsprozess erkennen und beheben?

Zu den Stationen gehörte ein Neigungsprüfstand, auf dem ein Kompakt-Radlader L85 unterschiedlichste Fahrsituationen simulierte. Solche Tests ermöglichen es den Ingenieuren, das Verhalten der Maschine unter reproduzierbaren Bedingungen zu untersuchen und Optimierungspotenziale frühzeitig zu identifizieren.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden Untersuchungen zu Haltbarkeit, Komfort und Zuverlässigkeit. Komponenten werden unter definierten Bedingungen getestet, Messergebnisse ausgewertet und mögliche Anpassungen bewertet. Ziel ist es, bestehende Maschinenkonzepte kontinuierlich weiterzuentwickeln und auf die Anforderungen der Anwender abzustimmen.

Beeindruckend war auch der Akustikbereich des Innovation Centers. In einer speziell ausgekleideten Messkammer werden Geräuschemissionen und Schwingungen analysiert. Die schallabsorbierenden Wandstrukturen verhindern störende Reflexionen und ermöglichen präzise Messungen. Auf diese Weise können Geräuschquellen exakt lokalisiert und gezielt reduziert werden.

Deutlich rauer ging es anschließend im Forstbereich zu. Nach den Testfahrten auf dem Werksgelände führte das Programm die Teilnehmer hinaus in den Wald. Hier standen nicht perfekt präparierte Vorführflächen im Mittelpunkt, sondern reale Einsatzbedingungen zwischen Bäumen, Ästen und Häckselgut.

Abseits der großen Demonstrationsflächen konnten die Teilnehmer erleben, wie sich die Maschinen in ihrem tatsächlichen Arbeitsumfeld schlagen. Zwischen Waldboden, Bewuchs und engem Baumbestand zeigten die Vorführungen eindrucksvoll, weshalb kompakte Maschinenkonzepte auch in der Forstwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Besonderes Interesse zog ein Kompakt-Raupenlader T86-2 auf sich, der mit einem Forstmulcher ausgerüstet war. Die Maschine demonstrierte eindrucksvoll, wie sich Bewuchs, Gehölze und Astmaterial direkt vor Ort zerkleinern lassen. Während die Raupenlaufwerke auch auf unebenem Untergrund für Traktion sorgen, ermöglicht der Mulcher die effiziente Bearbeitung von Flächen, die mit herkömmlichen Geräten nur schwer zugänglich sind.

Zwischen den Bäumen zeigte sich zudem einer der Vorteile kompakter Maschinenkonzepte: Trotz hoher Leistungsfähigkeit bleiben die Abmessungen überschaubar. Das erleichtert Arbeiten in beengten Bereichen ebenso wie den Einsatz entlang von Wegen, Böschungen oder Waldrändern.

Wie auf dem übrigen Gelände blieb es auch dort nicht beim Zuschauen. Die Besucher konnten die Maschinen aus nächster Nähe erleben, Fragen stellen und die Technik unter praxisnahen Bedingungen kennenlernen. Gerade dieser direkte Bezug zur späteren Anwendung machte den Reiz der Vorführungen aus.

Unter dem dichten Blätterdach des Waldes bildete dieser Abschnitt einen spannenden Kontrast zu den großen Präsentationsflächen auf dem Werksgelände. Während dort die Neuheiten des Jahres im Mittelpunkt standen, zeigte sich hier vor allem eines: wie vielseitig die Maschinen in der Praxis eingesetzt werden können.

Mit den Demo Days 2026 hat Bobcat gezeigt, dass die Veranstaltung weit mehr ist als eine klassische Produktpräsentation. Zwischen Maschinenparade, Werksführung, Innovation Center und Praxistests bot sich den Teilnehmern die Möglichkeit, das Unternehmen aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen. Genau diese Kombination aus Information, Praxis und persönlichem Austausch macht den besonderen Reiz der Bobcat Demo Days aus.

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