Berlin (ABZ) | Der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (FVHF) hat im Deutschen Architektur Zentrum in Berlin den 16. Deutschen Fassadenpreis verliehen. Ausgezeichnet wurden fünf Projekte in vier Kategorien. Das Spektrum reicht von der Sanierung von Bestandsgebäuden über ein Biotechnologiezentrum bis zu Wohn- und Sozialbauten.
In der Kategorie »Bauen im Bestand« erhielt das Büro Voigt den Preis für die sanierten Theaterwerkstätten Eisenach. Die bestehende Putzfassade wurde zusätzlich gedämmt und mit einer horizontalen Holzschalung versehen. Fenster und Sonnenschutzelemente blieben erhalten.
Riehle Koeth wurde für das Biotechnologiezentrum Tübingen in der Kategorie »Das besondere Detail« ausgezeichnet. Die Fassade aus Lisenen und gewelltem Aluminiumlochblech übernimmt zugleich Sonnen- und Sichtschutzfunktionen und integriert die dezentrale Lüftung.
Der Preis für die »VHF-Funktionsfassade« ging an augustinundfrank/Winkler Architekten für die Schulmensa mit Stadtteilzentrum Pasewalk. Die Trapezblechfassade unterstützt solare Gewinne, natürliche Nachtauskühlung und sommerlichen Wärmeschutz.
Den erstmals vergebenen Sonderpreis »VHF-Holzbekleidung« erhielten zwei Projekte: das »Haus im Park« in Berlin von Modersohn & Freiesleben Architekten mit rot lasierter Lärchenholzfassade sowie das Wohn- und Büroensemble »Vinzent« in München von allmannwappner mit vorgefertigten hinterlüfteten Holzfassaden und integrierter Begrünung.
FVHF-Vorstandsvorsitzender Tom Clayton betonte die Bedeutung des Zusammenspiels von Gestaltung, Planung, Material und Ausführung. Auch Ressourcenschonung und die Weiterentwicklung des Gebäudebestands gewinnen laut Verband an Bedeutung.
FVHF-Geschäftsführer Wolfgang Häußler erklärte: »Die Fassade entwickelt sich zunehmend zur Funktionsfassade.« Vorgehängte hinterlüftete Fassaden könnten Energie erzeugen, Begrünung integrieren und Gebäude vor Hitze und Witterung schützen. Der nächste Deutsche Fassadenpreis wird 2028 verliehen.
