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Ressourcenschonende Innovation für nachhaltiges Wohnen

Im Donnersbergkreis entstand ein nachhaltiges Holzhaus konstruiert, das sich in 24 Stunden um 360° drehen kann - mit Antriebstechnik von SEW-Eurodrive.

Von ABZ
Drehbares Haus mit nachhaltiger Technik
Auf dem Dach ist ein kleines Windrad angebracht, das der Stromerzeugung – vor allem im Winter – dient. Eine weitere Energiequelle ist eine Photovoltaikanlage, die auf einer Wellblechgarage montiert wurde. | Foto: SEW/Schiwek

Bruchsal (ABZ). – Ein Lehrer aus dem Donnersbergkreis hat ein nachhaltiges Holzhaus konstruiert, das sich um 360° drehen kann. Die Antriebstechnik von SEW-Eurodrive ermöglicht eine komplette Umdrehung in 24 Stunden oder auf Wunsch auch in einer Stunde.

Olaf Schiwek, Lehrer für Geografie und Biologie, verwirklichte in Winterborn seinen Traum vom runden, drehbaren Wohnhaus. Das Gebäude mit 130 m² Wohnfläche steht auf einem Fundament von nur 5 m² und kann sich kontinuierlich um die eigene Achse drehen.

Die Drehfunktion ermöglicht verschiedene Ausblicke und die Nachführung der Solarkollektoren zur Optimierung der Stromerzeugung. "Dadurch sind wir hier von März bis Oktober energetisch autark", erklärt Schiwek. In den Wintermonaten wird bei Bedarf mit einem Holzofen geheizt, der dem Hausbesitzer zufolge maximal vier Festmeter Holz für die gesamte Heizperiode benötigt.

Für die technische Umsetzung seines Hauses wandte sich Schiwek an die Firma Wilbert TowerCranes. Das Unternehmen stellte die zentrale Stahlkrone zur Krafteinleitung in das Großwälzlager her. Die eingesetzte Kugeldrehverbindung stammt von Liebherr und wird normalerweise in Windkraftanlagen verwendet. Diese Konstruktion ermöglicht es, das bis zu 180 t schwere Gebäude sicher zu drehen.

Die geringe Geschwindigkeit von einer Umdrehung in 24 Stunden stellte laut den Projektverantwortlichen eine besondere Herausforderung dar. SEW-Eurodrive wählte einen dreiphasigen Stirnrad-Doppelgetriebe-Asynchronservomotor mit hoher Gesamtübersetzung aus insgesamt sechs Getriebestufen.

In Verbindung mit dem Frequenzumrichter Movidrive entsteht ein für die Anwendung geeignetes Antriebssystem mit größtmöglicher Laufruhe. Der Getriebemotor ist im Kellergeschoss installiert. Eine regionale Elektrofirma übernahm Einbau und Inbetriebnahme. Später mussten aufgrund von Motorgeräuschen einige Umrichterparameter angepasst werden. Der SEW-Service optimierte die Reglereinstellungen per Fernwartung. Im Maschinenraum, der über eine Luke im Fußboden erreichbar ist, befindet sich die Antriebstechnik. Beim Öffnen der Luke wird automatisch ein Sicherheitselement aktiviert, das den Safe Torque Off (STO) im Frequenzumrichter bedient und unkontrollierte Bewegungen verhindert.

Das Gebäude besteht vollständig aus Holz mit abgerundeten Holzbalken als Basis. Die Innenverkleidung besteht aus OSB-Holzleichtbauwänden mit 2 % Leimanteil. Die Wände wurden mit Lehm verputzt, gekalkt und mit Eisenoxid als Pigment versehen.

Das Dach ist mit Blühpflanzen begrünt, die für Kühlung durch Wasserverdampfung sorgen. Die Bewässerung erfolgt über Regenwasser aus einer sieben Kubikmeter fassenden Zisterne. Ein kleines Windrad ergänzt die Stromerzeugung. Für die Wartung der technischen Bauteile fallen Liebherr und SEW-Eurodrive zufolge praktisch keine Kosten an. Die Beanspruchung sei vernachlässigbar, weshalb eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer erwartet wird.

Das Projekt kostete etwa 300.000 Euro, zuzüglich Grundstückskauf bei hohem Eigenleistungsanteil. Schiwek plant, sein Konzept als Beratungsleistung weiterzugeben.

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