Mit PlanRadar hat sich eine weitere digitale Lösung für die Baubranche etabliert. Was dieses System von anderen "digitalen Helferlein" unterscheidet, was es besonders macht und in welchen Bereichen auch Nachteile für Nutzerinnen und Nutzer liegen könnten, darüber haben sich PlanRadar-Gründer Domagoj Dolinsek und ABZ-Redakteurin Julia Bremer ausgetauscht..
ABZ: Herr Dolinsek, Sie haben mit PlanRadar eine weitere Lösung für den digitalen Baubereich entwickelt. Was genau hat es mit diesem System auf sich?
Dolinsek: PlanRadar ist eine digitale Plattform zur Dokumentation, Kommunikation und Berichterstellung in der Bau- und Immobilienbranche. Die cloudbasierte Lösung ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzern, direkt vor Ort per Smartphone, Tablet oder Desktop Daten zu erfassen – von Mängeln über Fortschrittsberichte bis hin zu Übergabeprotokollen. Die Besonderheit liegt dabei in der strukturierten Arbeitsweise: Tickets werden auf Bauplänen oder BIM-Modellen verortet, sofort am Eingabegerät mit relevanten Informationen und Fristen versehen, den Verantwortlichen zugewiesen und in Echtzeit mit Projektbeteiligten geteilt.
Zusätzlich lassen sich sämtliche Informationen nahtlos in Berichte überführen, was die Nachverfolgung und Auswertung von Bau- und Immobiliendaten deutlich vereinfacht. Die Plattform unterstützt den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes – vom Bau über die Instandhaltung bis hin zur Sanierung. Der Vorteil: weniger Kommunikationsfehler, mehr Transparenz und nachweislich gesteigerte Effizienz. So geben 91 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer an, durch PlanRadar effizienter zu arbeiten.
ABZ: Verstehe. Aber was macht diese Lösung so besonders?
Dolinsek: Was PlanRadar von vielen anderen Lösungen abhebt, ist die hohe Flexibilität und Anpassbarkeit. Formulare zur Datenerfassung können individuell gestaltet werden – von einfachen Checklisten über umfangreiche Prüfprotokolle bis hin zu Baudokumentation. Auch Dashboards, Filter und automatisch generierte Berichte lassen sich exakt auf die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens oder Projekts abstimmen.
Darüber hinaus bietet die Plattform mehr als 200 Integrationsmöglichkeiten, via 'PlanRadar Connect' oder durch API-Anbindungen an gängige ERP-, DMS- oder BIM-Systeme. So lässt sich PlanRadar mühelos in bestehende IT-Landschaften integrieren. Auch bei der Nutzerführung punktet das System, denn die intuitive Bedienung ermöglicht ein Onboarding in wenigen Minuten. Für Subunternehmerinnen und -unternehmer oder externe Partner ist die Nutzung der Plattform kostenfrei – so lassen sich selbst große Projektteams effizient digitalisieren, ohne langwierige und aufwendige Schulungen.
ABZ: Welche Funktionen stufen Sie als sehr hilfreich ein?
Dolinsek: PlanRadar bietet eine Vielzahl von Bauexperten durchdachter Funktionen, die den Arbeitsalltag aller Baubeteiligten erheblich erleichtern. So ermöglicht die Plattform das Erfassen digitaler Unterschriften direkt vor Ort auf mobilen Endgeräten, was Zeit spart und Prozesse vereinfacht. Tickets können mit Fristen, Prioritäten und Kommentaren versehen werden, wodurch automatisch Benachrichtigungen an die zuständigen Personen ausgelöst werden und eine reibungslose Kommunikation gewährleistet ist. Besonders innovativ ist die BIM-Integration, die es erlaubt, Tickets direkt auf 3D-Modellen zu platzieren, was die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdisziplinen erleichtert. Mithilfe von der Planvergleichsfunktionen lassen sich Änderungen zwischen verschiedenen Planversionen schnell und unkompliziert erkennen.
Zudem können komplexe Aufgaben durch die Verwendung von Subtickets übersichtlich strukturiert werden. Die Offline-Funktionalität sorgt unter anderem dafür, dass auch in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung problemlos gearbeitet werden kann, während die mehrsprachige Benutzeroberfläche die Zusammenarbeit internationaler Teams unterstützt. Darüber hinaus können Wartungsobjekte und technische Anlagen mithilfe von QR-Codes oder NFC-Tags eindeutig identifiziert werden. Diese Kombination aus praktischer Anwendbarkeit und technologischer Raffinesse macht PlanRadar zu einem vielseitig einsetzbaren Werkzeug, das sowohl für kleinere Handwerksbetriebe als auch für große, internationale Baukonzerne bestens geeignet ist.
ABZ: Was unterscheidet PlanRadar von den Lösungen anderer Unternehmen – die es ja mittlerweile auch zu Hauf gibt?
Dolinsek: Unser PlanRadar-System ist heute in mehr als 75 Ländern im Einsatz und zählt mehr als 170.000 aktive Nutzerinnen und Nutzer. Dieser internationale Erfolg ist nicht zuletzt auf die technische Stabilität und Skalierbarkeit der Plattform zurückzuführen. Während viele Systeme bei großen Datenmengen oder komplexen Projekten an ihre Grenzen stoßen, bleibt PlanRadar leistungsfähig und zuverlässig – auch bei tausenden Tickets, umfangreichen Plänen oder mehreren parallelen Projekten. Die Plattform ist damit ideal geeignet für Unternehmen, die mehrere Standorte oder Projektteams gleichzeitig steuern.
Darüber hinaus zeichnet sich PlanRadar durch seinen universellen Einsatzbereich aus – von Bauunternehmen und Projektentwicklern über Architektinnen und Architekten und Ingenieurinnen sowie Ingenieuren bis hin zu Immobilienverwaltern und Facility-Management-Teams nutzen unterschiedlichste Akteure dieselbe Plattform. Dies vereinfacht die Abstimmung miteinander erheblich. Die Cloud-Lösung ist DSGVO-konform, kann lokal gehostet werden und bietet höchste Sicherheitsstandards.
ABZ: Gibt es auch Nachteile?
Dolinsek: Unsere Lösung ist umfangreich und wird ständig weiterentwickelt, sodass damit umfangreiche Prozesse abgebildet werden. Wer bei Bauprojekten nur eine bestimmte (Teil-) Tätigkeit digitalisieren möchte, ist mit schlankeren Lösungen eventuell besser beraten. Wer ausschließlich eine sehr begrenzte Aufgabe digitalisieren will, etwa die reine Mängelerfassung auf kleinen Baustellen, könnte mit spezialisierten Nischenlösungen auch zum ähnlichen Ziel kommen. Der geringe Aufwand mit PlanRadar anzufangen zahlt sich jedoch rasch und langfristig für jeden Nutzer durch schlankere Prozesse und bessere Datenqualität aus.
ABZ: Wie sieht die Zukunft aus – wohin entwickelt sich PlanRadar insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz?
Dolinsek: Die Weiterentwicklung von PlanRadar konzentriert sich derzeit stark auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in verschiedenen Bereichen. So wird beispielsweise an der automatischen Analyse von Baustellenfotos gearbeitet, um aus den Bildern relevante Informationen wie den Baufortschritt, Abweichungen oder Sicherheitsverstöße zu erkennen und auszuwerten.
Auch die Textanalyse spielt eine wichtige Rolle, etwa bei der automatisierten Auswertung von Mängelbeschreibungen, Kommentaren oder Protokollen, wodurch sich die Verarbeitung großer Datenmengen deutlich erleichtert. Darüber hinaus weist die KI-unterstützte Anomalie-Erkennung frühzeitig auf potenzielle Risiken oder Abweichungen im Bauprozess hin. All diese Entwicklungen bauen auf den strukturierten Daten auf, die durch die tägliche Nutzung von PlanRadar entstehen.
So bildet die Plattform nicht nur aktuelle Abläufe ab, sondern schafft zugleich die Grundlage für eine zunehmend vorausschauende und intelligente Steuerung von Bau- und Immobilienprojekten. Bereits jetzt werden KI-Algorithmen in Pilotprojekten getestet, mit dem Ziel, menschliche Entscheidungen zu unterstützen und die Effizienz auf ein neues Niveau zu heben.
PlanRadar ist weit mehr als nur eine digitale Mängel-App: Die Plattform hat sich zu einem umfassenden Werkzeugkasten für die Digitalisierung von Bau- und Immobilienprozessen entwickelt. Ihre größte Stärke liegt in der Kombination aus hoher Anpassbarkeit, starker technischer Performance und einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse der Praxis, sowie der Datensicherheit. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung – insbesondere im Bereich KI – wird PlanRadar auch künftig ein entscheidender Innovationstreiber der Branche bleiben. Unternehmen, die heute auf diese Lösung setzen, profitieren nicht nur von Effizienzgewinnen im Hier und Jetzt, sondern sichern sich zugleich die Basis für zukunftssichere Prozesse im Bau- und Gebäudemanagement.