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Neubauvolumen stark eingebrochen

Seit 2022 ist das Neubauvolumen um 47 Prozent eingebrochen, während Sanierungen am Bestand zunehmen, um Wohnraumknappheit entgegenzuwirken. Grundstückspreise treiben diese Entwicklung an.

Von ABZ

Berlin (ABZ). – Die Bauwirtschaft erlebt einen drastischen Umbruch: Seit 2022 ist das Neubauvolumen für Wohnraum bundesweit um fast 47 Prozent eingebrochen– eine Entwicklung, die nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftspolitische Fragen aufwirft, so die Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken.

Die Auswertung der Gütegemeinschaft der letzten zehn Jahre zeige auch, dass das Bauen am Bestand gleichzeitig zunehmend an Bedeutung gewinne. In vielen Bundesländern wachse auch der Anteil an genehmigten Sanierungen deutlich. Vor dem Hintergrund explodierender Grundstückspreise und schrumpfender Wohnungsgrößen rücke die effiziente Nutzung bestehender Bausubstanz in den Fokus. Bezahlbarer Wohnraum ist demnach Mangelware.

Für die Schaffung von mehr Wohnfläche spielen Neubauten eine zentrale Rolle. Gleichzeitig ist die Sanierung bestehender Bausubstanz (Bauen am Bestand) ein wichtiger Beitrag, um brachliegenden Wohnraum nutzbar zu machen. Angesichts steigender Grundstückspreise wächst die Bedeutung von Sanierungen von Bestandsbauten.

Die Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken hat die Entwicklung des Bauvolumens von sowohl Bauen am Bestand als auch Neubauten anhand der erteilten Baugenehmigungen für Wohngebäude seit 2014 untersucht.

Grundsätzlich ist das Bauvolumen in allen Bundesländern für Neubau deutlich größer als das vom Bauen am Bestand. Gemessen an der geschaffenen Wohnfläche beträgt der Anteil von Baugenehmigungen für Bauen am Bestand im Schnitt 14 Prozent im vergangenen Jahrzehnt. Allerdings ist dieser Anteil seit 2014 von bundesweit 13 Prozent auf über 19 Prozent im Jahr 2024 angestiegen.

Der wachsende Anteil des Bauens am Bestand an den gesamten Bautätigkeiten erklärt sich auch mit der Entwicklung des Neubauvolumens. In den vergangenen zehn Jahren ist die durch Neubau geschaffene Wohnfläche in allen Bundesländern gesunken, nach 2022 regelrecht eingebrochen.

Dagegen unterliegt der Umfang der sanierten Flächen bei den erteilten Baugenehmigungen für Bauen am Bestand im Untersuchungszeitraum starken Schwankungen. In der Hälfte der Bundesländer wächst die Fläche des sanierten Wohnraums – den größten Anstieg hat Bremen (+ 131 Prozent), danach folgen Nordrhein-Westfalen (+ 37 Prozent), Schleswig-Holstein (+ 21 Prozent) und Bayern (13 Prozent), Baden-Württemberg (6 Prozent), Saarland (+ 14 Prozent) sowie Niedersachsen (2 Prozent).

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