Berlin (ABZ). – 700 Unternehmerinnen und Unternehmer aus ganz Europa setzen laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ein kraftvolles Zeichen, indem sie beim Europäischen Parlament der Unternehmen (EPdU) für einen Tag in einer simulierten Plenarsitzung die Rolle von Europaabgeordneten übernehmen und mit Vertretern aus Kommission und Parlament über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Europa diskutieren.
"Die Diagnose ist ernst", so der Verband – im globalen Standortwettbewerb gerate Europa zunehmend ins Hintertreffen. Hohe Energiepreise, überbordende Regulierung und Hemmnisse im Binnenmarkt lähmten die Wettbewerbsfähigkeit.
"Wir haben ein echtes Standortproblem", warnt Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und Leiter der 90-köpfigen deutschen EPdU-Delegation. "Europa braucht eine klare Agenda – Bürokratie abbauen, Binnenmarkt-Barrieren beseitigen, Energiepreise senken. Nur so bleiben wir im Rennen." Seine Forderung ist eindeutig: "Europa muss schneller, offener und praxisnäher werden. Unternehmen brauchen stabile Rahmenbedingungen und Raum für Innovation, keine Regelungsflut."
Vor dem Hintergrund zunehmender Regulierung auf europäischer Ebene warnt Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), vor einer wachsenden Entfremdung zwischen politischem Anspruch und betrieblicher Wirklichkeit und vor dem Risiko, dass die EU als Normenproduktionsfabrik statt als Friedens- und Wohlstandsgarant wahrgenommen wird. "Wir brauchen weniger, dafür klare, effiziente und praxisnahe Regeln, die sich an der Realität kleiner und mittlerer Betriebe orientieren."