Frankfurt/Main (ABZ). – Die Nachfrage nach bahnenförmigen Abdichtungen 2023 ist im Vergleich zum Vorjahr um circa 17 Prozent gesunken. Dieser Rückgang folgt dem Trend der Baubranche.
So weist der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (bbs) – in den Produktionsdaten für 2023 einen Rückgang der Baustoffproduktion um 16,7 Prozent aus, basierend auf Daten des Statistischen Bundesamtes. Demgegenüber verzeichneten Ziegel mit minus 40 Prozent oder Kalksandstein mit minus 30 Prozent deutlich größere Rückgänge. Dieser Trend verläuft parallel zur sinkenden Zahl der genehmigten Wohnungen, für die der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie am Ende des Jahres 2023 ein Minus von 26,6 Prozent ermittelte.
60 Millionen Quadratmeter Flachdachfläche
Während die Hersteller bahnenförmiger Abdichtungen 2022 sowohl Lieferengpässe bei Rohstoffen, Energiepreisexplosionen und weltweite Unsicherheiten erfolgreich überbrücken konnten, schlagen diese Einflüsse 2023 in einer vergleichsweise moderat geringeren Nachfrage durch. Und weil die Hersteller von Abdichtungsbahnen die Menge der Produktions- und Lieferkapazitäten seit 2022 konstant aufrechterhalten haben, konnte im Jahr 2023 der Bedarf des Handwerks demzufolge vollständig gedeckt und die Arbeitsfähigkeit der Unternehmen damit sichergestellt werden. Ausgeliefert wurden dabei gut 132,4 Millionen Quadratmeter an Abdichtungsbahnen, mit denen in etwa 60 Millionen Quadratmeter Flachdachfläche abgedichtet werden konnte.
Überlappungen und Verschnitt
Einlagig verarbeitete Kunststoff- und Elastomerbahnen haben daran einen Anteil von circa 36 Prozent, auf zweilagig verarbeitete Polymerbitumen- und Bitumenbahnen entfällt der Anteil von etwa 64 Prozent. Basierend auf den Daten des vdd Industrieverband Dach- und Dichtungsbahnen e. V. wurden 2023 insgesamt 132,4 Millionen Quadratmeter Abdichtungsbahnen verkauft, davon 23 Millionen Quadratmeter Kunststoff- und Elastomerbahnen sowie 76,2 Millionen Quadratmeter Polymerbitumenbahnen. Dabei werden Überlappungen und Verschnitt sowie zwei- beziehungsweise einlagige Verarbeitung berücksichtigt. Davon ausgehend, dass der vdd 95 Prozent des Marktes kennt, läge der berechnete Gesamtflachdachmarkt 2023 bei 63,2 Millionen Quadratmeter.