Frankfurt am Main (ABZ). – Mit dem neuen Terminal 3 hat die Fraport AG den Flughafen Frankfurt um ein weiteres Terminalgebäude mit 361.000 m² Bruttogrundfläche erweitert. Zum Bauwerk gehören das Hauptterminal, die Flugsteige G, H und J sowie die Anbindung an die neue Sky Line-Bahn. Für den baulichen Brandschutz wurden nach Angaben der clauss markisen Projekt GmbH textile Rauch- und Brandschutzsysteme installiert.
Das Terminal ist für bis zu 19 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt. Für die clauss markisen Projekt GmbH mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen handelt es sich nach Unternehmensangaben um das bislang größte Projekt der Firmengeschichte.
„Es war für uns alles andere als ein Standardprojekt. Gerade bei einem Terminal dieser Größe zeigt sich, wie wichtig saubere Schnittstellen und eine enge Abstimmung mit Bauherr, Planer und Bauleitung für das gewünschte Ergebnis sind“, sagt Uwe Neudeck, Geschäftsführer der clauss markisen Projekt GmbH.
Die Planung des Terminal 3 erfolgte durch Christoph Mäckler Architekten aus Frankfurt am Main. Das Gebäude ist durch offene Raumfolgen, große Sichtachsen und Tageslicht geprägt. Nach Angaben der Fraport AG orientiert sich das Konzept an urbanen Strukturen mit klar gegliederten Verkehrs- und Aufenthaltsbereichen. Einen gestalterischen Schwerpunkt bildet die Markthalle mit einer Decke des Architekturbüros LAVA aus Stuttgart.
Die offenen Hallenstrukturen und Verkehrsbereiche stellen hohe Anforderungen an den baulichen Brandschutz. Laut Unternehmen wurden deshalb textile Rauch- und Brandschutzlösungen eingesetzt, die sich in die Architektur integrieren lassen und gleichzeitig die brandschutztechnischen Anforderungen erfüllen.
Rauch- und Brandschutzsysteme installiert
Im gesamten Terminal installierte cm Projekt nach eigenen Angaben 150 gerollte Rauchschürzen des Typs RSR, 20 gefaltete Rauchschürzen mit Längen von bis zu 70 m, 45 gerollte Rauchabschlüsse des Typs S200 sowie neun gerollte Feuerschutzabschlüsse des Typs EIXL.
Die Rauchschürzen dienen dazu, Rauch im Brandfall in definierten Bereichen zu halten und gezielt zu lenken. In Verbindung mit natürlichen oder maschinellen Rauch- und Wärmeabzugsanlagen soll so eine kontrollierte Rauchableitung ermöglicht werden. Die Rauch- und Feuerschutzabschlüsse schließen im Brandfall Öffnungen automatisch ab.
Nach Herstellerangaben benötigen die gerollten Systeme nur wenig Platz und lassen sich dadurch in unterschiedliche architektonische Konzepte integrieren. Die Steuerungen werten Branderkennungssignale aus und aktivieren die Systeme automatisch.
Installiert wurden die Anlagen unter anderem in offenen Bereichen, vor Fahrtreppen sowie an weiteren sicherheitsrelevanten Übergängen. Zusätzlich realisierte cm Projekt den innenliegenden Blend- und Sonnenschutz in den Shop- und Mieterflächen.
Umfangreiche Planung und Koordination
Die Planung für das Projekt begann nach Unternehmensangaben im Oktober 2021. Insgesamt entfielen rund 12.000 Stunden auf die Projektvorbereitung.
„Hinter dem Projekt stehen nicht nur viele Abstimmungen auf der Baustelle, sondern auch rund 12.000 Planungsstunden seit Oktober 2021. Diese Tiefe in der Vorbereitung war entscheidend, damit die Umsetzung ab Herbst 2023 im laufenden Bauprozess sauber greifen konnte“, sagt Uwe Neudeck.
Regelmäßige Baustellenbegehungen sowie Abstimmungen mit Bauherrschaft, Bauleitung und weiteren Projektbeteiligten begleiteten den Bauablauf bis in das zweite und dritte Quartal 2025. Mit der brandschutztechnischen Abnahme wurde laut Unternehmen ein wesentlicher Meilenstein für die Inbetriebnahme erreicht.
Die Fraport AG sprach zur Eröffnung des Terminal 3 im April 2026 von einer Fertigstellung im vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmen.