Leinfelden-Echterdingen (ABZ). – Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) sowie die Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben der Daimler Truck AG vor Kurzem Fördermittel in Höhe von insgesamt 226 Millionen Euro zugesagt, wie das Unternehmen mitteilt.
Die Gelder sind nach Angaben von Daimler Truck für die Entwicklung, die Kleinserienproduktion und den Kundeneinsatz (Betrieb und Wartung) von 100 Brennstoffzellen-Lkw bestimmt.
Die Lkw sollen einen CO2-neutralen Transport ermöglichen. Dr. Volker Wissing (Bundesminister für Digitales und Verkehr und Bundesminister der Justiz), Daniela Schmitt (Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz) und Dr. Andre Baumann (Staatssekretär für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg) haben im Test- und Entwicklungszentrum des Unternehmens in Wörth am Rhein den symbolischen Zuwendungsbescheid an Karin Rådström, CEO von Daimler Truck, überreicht.
Wissing sagte bei seinem Besuch: "Der nachhaltige Transport mit wasserstoffbetriebenem Lkw ist schon heute möglich. Daimler Truck produziert als erster europäischer Hersteller einen Serien-Lkw, bei dem flüssiger Wasserstoff eingesetzt wird – und gibt damit einen wichtigen Impuls für die gewerbliche Nutzung der Wasserstofftechnologie im Straßengüterverkehr."
Das Förderprojekt ist laut Daimler Truck im Rahmen des IPCEI- (Important Project of Common European Interest) Wasserstoff-Programms der Europäischen Union entstanden.
Neben der Entwicklung der Fahrzeuge und dem Aufbau und Betrieb der Brennstoffzellen-Lkw werden die Fördermittel auch für Machbarkeitsstudien in Bezug auf die Wasserstofflieferkette verwendet.
Ferner fließt das Geld in Produktionsanlagen und -prozesse in Vorbereitung einer geplanten Serienproduktion. Wichtige Komponenten sollen an verschiedenen deutschen Produktionsstandorten aufgebaut und für die Endmontage bereitgestellt werden, informiert Daimler Truck.
Beteiligt seien unter anderem die Werke Kassel (elektrische Antriebsachse) und Mannheim ("Tech-Tower"). Die Brennstoffzellen sollen Daimler Truck zufolge aus der Pilotproduktion von Cellcentric in Esslingen kommen und im Werk Gaggenau zu einem Brennstoffzellen-System montiert werden. Der Aufbau der auf Basis des Mercedes-Benz GenH2 Truck weiterentwickelten Sattelzugmaschinen soll im Mercedes-Benz Werk in Wörth stattfinden. Es ist geplant, dass die Fahrzeuge ab Ende 2026 bei verschiedenen Kunden in den Praxisbetrieb gehen.
Dem Zuwendungsbescheid ging eine umfangreiche Prüfung voraus, an der nach Unternehmensangaben auch die Europäische Kommission beteiligt war. Die Kommission habe den Einsatz von Flüssigwasserstoff-Technologie bei diesem Projekt als weltweit einzigartig angesehen. Dies sei im Prüfungsprozess im Rahmen der IPCEI-Kriterien auch positiv hervorgehoben worden.
Wasserstoff hat in flüssigem Zustand im Vergleich zu gasförmigem Wasserstoff eine deutlich höhere Energiedichte. Dadurch lässt sich mehr Kraftstoff transportieren, die Reichweite des wasserstoffbetriebenen Fahrzeugs erhöht sich. Nach Darstellung von Daimler Truck kann somit eine Leistungsfähigkeit wie bei einem konventionellen Diesel-Lkw erreicht werden. Demnach wäre ein Einsatz des Wasserstoff-Antriebs im Fernverkehr möglich.Daimler Truck hatte nach eigenen Angaben bereits 2021 einen Antrag zur Förderung von Brennstoffzellen-Lkw aus einer Kleinserie für den Fernverkehrseinsatz bei Kunden eingereicht.
Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn war Daimler Truck durch eine unverbindliche Inaussichtstellung der Fördermittel im Jahr 2022 ermöglicht worden.