Ulm (ABZ). – Die Max Wild GmbH aus Berkheim übernimmt den Rückbau der Wallstraßenbrücke und der Blaubeurer-Tor-Brücke im Rahmen der B 10-Erneuerung in Ulm. Das Infrastrukturprojekt mit Gesamtkosten von über 200 Millionen Euro umfasst den Neubau der Wallstraßenbrücke, den Bau des Blaubeurer-Tor-Tunnels sowie den Umbau des Blaubeurer Ringverkehrs.
Die Wallstraßenbrücke führt über 13 Streckengleise und zahlreiche Oberleitungen der Deutschen Bahn, was besondere Anforderungen an den Rückbau stellt. Laut Angaben von Max Wild wird die Brücke im Bahnbereich mit einem individuell anpassbaren Traggerüst unterrüstet. Hierfür kommen rund 800 t Gerüstmaterial je Richtungsfahrbahn zum Einsatz.
"Der Rückbau der Wallstraßenbrücke und der Blaubeurer-Tor-Brücke in Ulm ist eines der größten Projekte in der Firmengeschichte von Max Wild", erklärt Markus Wild, Geschäftsführer der Max Wild GmbH. Das Unternehmen bringe seine Expertise im partnerschaftlichen Verfahren ein.
Der Rückbau der Wallstraßenbrücke erfolgt in zwei Bauabschnitten. Im ersten Bauabschnitt von Dezember 2025 bis April 2026 wird der westliche Überbau abgebrochen. Der östliche Überbau folgt von Dezember 2027 bis April 2028. Die neue Wallstraßenbrücke wird kürzer und schmäler als die bisherige Konstruktion.
Das Traggerüst besteht aus kleinteiligen Komponenten, um jedes Bahngleis und jede Oberleitung zu umbauen, erläutert Fabian Welte, Leiter Arbeitsvorbereitung Abbruch bei Max Wild. "Die Dimension, die das aber an der Wallstraßenbrücke erreicht, ist ein Novum für uns", so Welte. Hundert Gerüstbauer müssen das Material rund um die Uhr innerhalb kürzester Zeit auf- und wieder abbauen.
Den Rückbau hat Max Wild bis ins Detail in einem 3D-Modell geplant. Die Abbrucharbeiten finden unter Vollsperrung der darunterliegenden Bahnstrecken in einem engen Zeitfenster statt. Die Brücke wird gesägt und die einzelnen Segmente mittels Krantechnik ausgehoben. Der Rückbau der rund 320 m langen Brücke über dem Blaubeurer Tor soll ab April 2026 beginnen. Max Wild befindet sich derzeit in der Planungsphase und verfeinert das ursprüngliche Konzept. Eine Besonderheit bildet der Schutz des historischen Denkmals Blaubeurer Tor. "Das historische Denkmal bleibt erhalten und muss daher besonders geschützt werden. Dies erfordert den Einsatz verschiedenster Rückbautechnologien vom konventionellen Abbruch bis hin zum segmentweisen Kranaushub", erklärt Welte.
Das Ulmer Projekt wird im sogenannten "Partnering"-Verfahren umgesetzt. Laut Angaben der Stadt Ulm wird erstmals in Deutschland ein Infrastrukturprojekt dieser Art partnerschaftlich organisiert. In der Preconstruction-Phase arbeiten die Stadt Ulm als Auftraggeberin, eine Ingenieursgemeinschaft und die beteiligten Bauunternehmen die Planungen gemeinsam aus. "Das Konzept von Max Wild hat uns überzeugt. Es war das wirtschaftlichste und hat unsere zeitlichen Rahmenbedingungen beim Rückbau sogar übertroffen", erklärt Gerhard Fraidel, städtischer Projektleiter Erneuerung B 10. Daher habe man das ursprüngliche Konzept zum Brückenabbruch geändert und stehe in engem Austausch mit Max Wild.
Bis 2030 erhält die Verkehrsachse B 10 ein neues Aussehen. Östlich des Blaubeurer Tors entsteht ein etwa 200 m langer Tunnel, der die Brücke über das Blaubeurer Tor ersetzen wird. Der Ringverkehr wird aufgelöst und zwei mit Ampeln signalisierte Kreuzungen entstehen.
Das Land Baden-Württemberg fördert das kommunale Bauvorhaben mit 105 Millionen Euro. Die Arbeitsgemeinschaft für das Großprojekt besteht aus Leonhard Weiss aus Göppingen und Matthäus Schmid aus Mietingen-Baltringen. Mit Max Wild als Nachunternehmer für den Brückenrückbau übernimmt ein weiteres regionales Unternehmen einen Teil des Projekts.