Großhelfendorf (ABZ). – Das Thema "Geruchsbeseitigung von kommunalem Abwasser" steht auf vielen Tagesordnungen von Städten und Gemeinden. Gehäufte Anwohnerbeschwerden und das Bewusstsein, dass die belastenden Gerüche die Gesundheit der Mitarbeiter negativ beeinflussen können, zieht vielerorts Handlungsbedarf nach sich.
Abhilfe schafft bei starken Geruchsbelastungen, wie sie bspw. in Pumpstationen oder an Übergabepunkten auftreten können, der Volumenmax der Produktreihe coalsi von Fritzmeier Umwelttechnik. Das Leistungspaket filtert mit seinen Hybrid-Aktivkohlefiltern die unangenehmen Abwassergerüche und ist speziell für große Volumenströme ausgelegt. Gefiltert werden bis zu 2800 m³/h – je nach Konzentration des Rohgases.
Besonders effizient erweist sich dabei der Einsatz von Mikroorganismen, die den Schwefelwasserstoff und andere Geruchsbildner umwandeln und verstoffwechseln. Was den Menschen übel in die Nase steigt, ist für sie ein echter Leckerbissen. Damit das reibungslos von statten gehen kann, werden die Mikroorganismen vor der eigentlichen Verwendung der Filter auf der Polyurethanmatrix der Filtermatten fixiert. Aufgrund der Durchströmung der Matten mit belasteter Abluft werden die Mikroorganismen mit "Nährstoffen" versorgt und können einen Biofilm aufbauen. Dieser schützt die kleinen Geruchsfresser in Form eines Puffers vor starken Schwankungen der äußeren Einflüsse, wie z. B. dem pH-Wert oder vor verändertem osmotischen Druck. Gleichzeitig dient der Puffer als Nährstoffreservoir.
Der freistehende Festbettabsorber, der nur eine geringe Standfläche von 1,3 x 1,3 m bei einer Höhe von 3,8 m hat, überzeugt zudem mit seiner ausgeklügelten Systemsteuerung und der integrierten automatischen Heizung. Diese stellt eine perfekte Betriebstemperatur im Wirkbereich sicher und damit den vom Betreiber geforderten Volumenstrom. Der kraftvolle Filter, der oft außerhalb einer Pumpstation seine Dienste tut, wird mittels eines Rohres mit der Abluftleitung des Pumpwerks verbunden.
Eine optimale Energieeffizienz bei der Strömungsführung vermeidet "Tot-Zonen" im Hybrid-Aktivkohlefilterkörper und ermöglicht eine gleichmäßige Beaufschlagung aller vier Seiten und der gesamten Filterfläche. Ein weiterer Vorteil ist die lange Standzeit bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch.
Der leistungsstarke Filter, der sich bereits in zahlreichen Kommunen bewährt, kombiniert physikalische, chemische und biologische Verfahren in einer Systemlösung. Dabei nutzt er die Van-der-Waals-Kräfte. Das sind relativ schwache, nicht-kovalente Wechselwirkungen zwischen Atomen und Molekülen. Zum Anderen werden die Gasmoleküle chemisch zurückgehalten, die im Ergebnis den Geruch puffern, adsorbieren und katalytisch wirken.
Lange Pumpstrecken des Abwassers und die daraus resultierenden Verweilzeiten sind verantwortlich für den beginnenden Abbau des Abwassers. Diese biogenen Abbauprodukte beinhalten zumeist den Leitparameter "Schwefelwasserstoff", welcher maßgeblich u. a. im Rohgas zur Geruchswahrnehmung beiträgt. "Die Konzentrationen von 10 ppm (ppm = millionster Teil in der Luft) bis 50 ppm Schwefelwasserstoff sind nicht selten und werden z. T. auch deutlich überschritten", weiß Kiertscher aus Erfahrung. Bestehende Kanalsysteme werden durch Erschließung neuer Baugebiete immer länger und die Gefällesituation immer geringer, wodurch die Fließgeschwindigkeit abnimmt und sich die Verweildauer des Abwassers verlängert. Die Folge: Es kommt vielerorts zu den gefürchteten Ablagerungen, wodurch das Abwasser bereits im Kanal zu faulen beginnt. Korrosions- und Geruchsprobleme sind die Konsequenz, die je nach Temperatur des Wassers und der Außenluft, der Abwassermenge, der Fließstrecke, der Verweildauer und den Baustrukturen des Kanals mehr oder weniger stark auftreten.
Das im Wasser vorhandene und problematische Schwefelwasserstoffgemisch, das sich aus Sulfid, Hydrogensulfid und undissoziiertem Schwefelwasserstoff zusammensetzt, stinkt. Die Anteile hängen vom pH-Wert des Abwassers ab, wodurch die Geruchsbelästigung unterschiedlich stark ausfällt. Die Temperatur ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der massiv Einfluss auf die Geruchsbildung von Abwasser nimmt. Bereits ein Temperaturanstieg von 10 °C verursacht eine signifikante Erhöhung der biologischen Aktivität des Abwassers. Es wird mehr Sulfid gebildet, während gleichzeitig die Löslichkeit von Sauerstoff und Schwefelwasserstoff sinkt. Dadurch ist weniger Sauerstoff im Abwasser, es kommt schneller zu anaeroben Verhältnissen, und Schwefelwasserstoff gast verstärkt aus dem Abwasser aus.
Außerdem bilden sich bei geringen Fließgeschwindigkeiten Minimalgefälle oder an ungünstigen Kanalquerschnitten Ablagerungen an der Kanalsohle, welche ebenfalls zu faulen beginnen.
Eine weitere Ursache für stinkende Kanäle ist der Wassermangel in den Systemen. Der durchschnittliche Wasserverbrauch in deutschen Haushalten ist in den vergangenen 20 Jahren um 20 % zurückgegangen. Das hat zur Folge, dass Ablagerungen an den Kanalwänden begünstigt werden und Abwässer verdicken. Auch sorgt die zunehmende Versickerung von Regenwasser für trockene Kanäle. Daher werden in einigen Städten und Gemeinden die Kanäle mit Hochdruckspülfahrzeugen gereinigt. Den üblen Geruch vertreibt diese Maßnahme jedoch nur kurzfristig.
Der Volumenmax saugt die übelriechenden Gase zuverlässig auf und zwar nicht nur aus Pumpstationen, Übergabepunkten oder Kanalschächten, sondern auch aus Rechengebäuden oder abgedeckten Sandfängen und wurde besonders auch für problematisch belastete Rohgase in der Industrie entwickelt. Die patentierte Technologie von Fritzmeier Umwelttechnik wird auch bei den Kanal- und Mehrkammerfiltern von coalsi verbaut und bildet die Grundlage für die erfolgreiche Neutralisierung unangenehmer Gerüche. Somit gehört abwasserbedingte Geruchsbelästigung mit diesen Filtern der Vergangenheit an und Städte und Gemeinden können wieder aufatmen.
Die Fritzmeier Umwelttechnik stellt sich auf der IFAT am Stand 428 in Halle B3 vor.