Berlin (ABZ). - Am 12. und 13. Juni 2025 fand in Berlin im TIPI am Kanzleramt eine Jubiläumsveranstaltung des deutschen Handwerks statt, die zwei bedeutende Meilensteine würdigte: das 125-jährige Bestehen der Handwerkskammern und das 75-jährige Jubiläum des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Rund 400 Gäste aus Handwerksorganisationen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen zusammen, um die Erfolge und die Bedeutung des Handwerks in Deutschland zu würdigen.
Die Veranstaltung stand im Zeichen der Reflexion über die traditionsreiche Geschichte des Handwerks sowie seiner aktuellen Rolle in Gesellschaft und Wirtschaft. Im Mittelpunkt standen die Werte der Selbstverwaltung, das Ehrenamt und die demokratische Mitgestaltung, die das Handwerk seit Jahrzehnten prägen und für die Zukunft stärken.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betonte in seiner Festrede die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit im Handwerk für die Demokratie und die gesellschaftliche Stabilität. Er würdigte die professionelle Arbeit der Handwerkskammern und des Zentralverbands und hob hervor, dass das Engagement der Handwerkerinnen und Handwerker weit über die berufliche Tätigkeit hinausreiche, etwa durch ehrenamtliches Engagement in Gemeinden und Städten. Der Bundespräsident unterstrich, dass das Handwerk eine zentrale Rolle bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen wie Digitalisierung und Klimaneutralität spiele und somit maßgeblich zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands beitrage.
Der Präsident des ZDH, Jörg Dittrich, blickte auf die Geschichte und die Zukunft des Handwerks. Er unterstrich die Bedeutung der demokratischen Strukturen innerhalb der Organisationen und betonte, dass diese Mitbestimmung kein nostalgisches Element sei, sondern ein zukunftsorientiertes Modell. Die Handwerkskammern seien von Anfang an Orte gelebter Verantwortung gewesen, die Mitgestaltung und Teilhabe ermöglichten. Dittrich erinnerte daran, dass sich das Handwerk unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg organisierte, noch vor der Verabschiedung des Grundgesetzes, um Verantwortung für den Wiederaufbau und die gesellschaftliche Entwicklung zu übernehmen. Heute sei die Selbstverwaltung ein wesentlicher Faktor für die Stärke des Handwerks, getragen von tausenden Frauen und Männern, die sich ehrenamtlich engagieren.
Der ZDH-Präsident appelierte an Politik und Gesellschaft, die Prinzipien der Selbstverwaltung auch in Europa zu fördern. Er betonte, dass diese Form der Mitbestimmung kein deutsches Sondermodell sei, sondern einen europäischen Möglichkeitsraum darstelle, der die Beteiligung und Verantwortung in den Mittelpunkt stelle.
Der festliche Rahmen wurde durch thematische Gesprächsrunden, Talk-Formate und künstlerische Beiträge ergänzt. Das Motto „Verantwortung, Werte, Zukunft“ verband den Rückblick auf die Geschichte mit einer optimistischen Perspektive auf die zukünftige Entwicklung des Handwerks. Die Veranstaltung verdeutlichte, dass die Prinzipien der Subsidiarität, Verantwortung und Mitgestaltung aktueller denn je sind und die Stärken des deutschen Handwerks ausmachen.
Insgesamt zeigte die Jubiläumsfeier die Verbundenheit des Handwerks mit seinen Werten, seine demokratische Verfasstheit und sein Engagement für nachfolgende Generationen. Das Handwerk versteht sich als Träger einer lebendigen Verantwortung, die es auch in Zukunft aktiv gestalten möchte.