Hamburg (ABZ) | Mit hellgrau glasierten Keramikelementen und einer plastisch gestalteten Fassade setzt das achtgeschossige »Sportlerhaus« am Baakenhafen in Hamburg einen architektonischen Akzent. Das von Spine Architects entworfene Gebäude umfasst 38 Wohnungen sowie Gewerbe- und Gemeinschaftsflächen im Erdgeschoss. Eine 24 Zentimeter starke Mineralwolldämmung sorgt nach Angaben der Projektbeteiligten für den Wärmeschutz.
Der Entwurf geht auf eine Baugruppe sportbegeisterter Familien zurück, die sich 2017 an einer Ausschreibung der Stadt Hamburg beteiligte. Das ortsansässige Büro Spine Architects erhielt anschließend den Zuschlag. Die städtebauliche Anordnung greift die Lage am Hafen auf und fasst den Gretchen-Wohlwill-Platz, ohne die Öffnung zum Wasser zu beeinträchtigen.
Das Konzept »Teamplay« bestimmt die Organisation der Wohnungen. Jeweils zwei Einheiten bilden ein gemeinsames »Spielfeld«, dessen Aufteilung flexibel gestaltet werden kann. Die Bewohner entscheiden dabei über die Größenverteilung der Wohnungen. Ergänzend stehen zwei Grundrisstypen zur Verfügung: Bei der »offensiven« Variante liegen die Wohnräume am Eingang, bei der »defensiven« sind sie im hinteren Bereich angeordnet. Die unterschiedlichen Grundrisse spiegeln sich in der Anordnung der bodentiefen Fenster und damit auch in der Fassadengestaltung wider.









Die Außenwände bestehen im Sockelgeschoss aus Stahlbeton und in den Obergeschossen aus Kalksandstein. Darauf wurde das Fassadendämmsystem StoTherm Mineral mit einer 24 Zentimeter starken Mineralwolldämmung aufgebracht. Als äußerer Abschluss dienen keramische Elemente des Systems StoCera im Format 6,5 × 24 cm. Sie sind glänzend in RAL Achatgrau glasiert und im Kreuzfugenverband mit gleichfarbigem Fugenmörtel verlegt.
Für die Fassadengestaltung kamen zwei Profile zum Einsatz. Im Sockelbereich und an der Brüstung des ersten Obergeschosses wurden flache Elemente verwendet. In den darüberliegenden Geschossen kommen geneigte Profile zum Einsatz, teilweise in gedrehter Ausführung. Dadurch entsteht eine dreidimensionale Oberfläche, die je nach Lichteinfall unterschiedliche Licht- und Schattenwirkungen erzeugt. Die hellgraue Glasur reflektiert das Tageslicht und kann abhängig von Wetter und Tageszeit auch goldfarbene Reflexionen annehmen.
Die Fensteröffnungen sind in das Fassadenraster integriert und jeweils auf eine Kreuzfuge abgestimmt. Laibungen und Stürze wurden mit den flachen Keramikelementen verkleidet. Verdeckte Dehnfugen sowie stumpf gestoßene Fliesen mit unglasierten Kanten an den Außenecken tragen zu einem einheitlichen Erscheinungsbild bei. Bemusterungsmodelle von Sto begleiteten die Planung und dienten der Abstimmung der Details.
Mit der hellgrauen Keramikoberfläche interpretiert das Wohnhaus die für Hamburg typische Klinkerarchitektur in einer zurückhaltenden Farbgebung. Die Kombination aus mineralischer Dämmung und keramischer Bekleidung verbindet die Fassadengestaltung mit Anforderungen an Wärmeschutz und Witterungsbeständigkeit.
