Bergheim/Österreich (ABZ) | Palfinger hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 1,17 Milliarden Euro erzielt. Nach Unternehmensangaben lag der Umsatz bei 1.165,6 Millionen Euro und damit 2,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Das EBIT erreichte 84,1 Millionen Euro (Vorjahr: 90,4 Millionen Euro), das Konzernergebnis belief sich auf 48 Millionen Euro nach 50,1 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025.
Nach Angaben des Unternehmens wurde die Geschäftsentwicklung durch geopolitische Konflikte, die US-Zollpolitik sowie eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden beeinflusst. Nach einem positiven ersten Quartal habe sich das Marktumfeld im zweiten Quartal deutlich eingetrübt. Insbesondere die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten habe die Nachfrage in Nordamerika, dem Mittleren Osten und der Region Asien-Pazifik belastet.
»Die Marktunsicherheit hat im zweiten Quartal 2026 spürbar zugenommen und Investitionsentscheidungen in wichtigen Märkten verzögert. Gerade in diesem Umfeld setzen wir einen klaren Fokus auf die Umsetzung der Strategie 2030+, Effizienzsteigerungen wie zum Beispiel durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie auf die langfristige Stärkung unserer Marktposition«, sagt Andreas Klauser, CEO der Palfinger AG.
Als Reaktion auf die veränderten Marktbedingungen hat Palfinger nach eigenen Angaben ein konzernweites Effizienzprogramm gestartet. Vorgesehen sind die Vereinfachung von Strukturen, die Optimierung des Produktions- und Beschaffungsnetzwerks sowie zusätzliche Produktivitätssteigerungen durch Automatisierung und den verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz. Ab 2027 sollen dadurch jährlich 25 Millionen Euro an Strukturkosten eingespart werden.
Die Nachfrage entwickelte sich nach Unternehmensangaben regional unterschiedlich. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) blieb die Nachfrage insgesamt robust. Während Südeuropa eine stabile Entwicklung zeigte, verbesserte sich die Situation in Nordeuropa schrittweise. Positive Impulse aus dem deutschen Infrastrukturpaket seien bislang jedoch ausgeblieben.
In Nordamerika blieb der Markt laut Palfinger stabil, allerdings auf niedrigerem Niveau. Belastend wirkten sich dort insbesondere die US-Zölle auf Nachfrage und Profitabilität aus. In Lateinamerika entwickelte sich das Geschäft trotz eines volatilen Marktumfelds in Argentinien und Brasilien stabil. In der Region Asien-Pazifik blieb Indien nach Unternehmensangaben ein Wachstumstreiber, während sich der chinesische Markt weiterhin verhalten entwickelte. In Russland setzte sich der Marktrückgang fort.
Positiv entwickelte sich laut Unternehmen erneut das Marinegeschäft. Vor allem die Bereiche Offshore-Windenergie und Kreuzfahrt trugen zur Geschäftsentwicklung bei, während das Marine-Servicegeschäft durch die Eskalation im Nahen Osten beeinträchtigt wurde.
Nach Unternehmensangaben konnte Palfinger im ersten Halbjahr Großaufträge mit einem Gesamtvolumen von mehr als 100 Millionen Euro sichern. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz sowie ein operatives Ergebnis über dem Vorjahresniveau.
Die für 2027 formulierten Finanzziele – ein Umsatz von 2,7 Milliarden Euro, eine EBIT-Marge von 10 Prozent und ein Return on Capital Employed (ROCE) von mehr als 12 Prozent – verschieben sich laut Unternehmen aufgrund der verzögerten wirtschaftlichen Erholung in den Kernmärkten USA und Deutschland. An den langfristigen Zielen der Strategie 2030+ mit einem Umsatz von mehr als 3 Milliarden Euro, einer EBIT-Marge von 12 Prozent und einem ROCE von 15 Prozent bis 2030 hält Palfinger nach eigenen Angaben fest.